mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 2752 - Tue., 06 Apr 2010

Der Irrtum der Starken

''Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte bringen, und ein schlechter Baum kann keine guten Früchte bringen. Jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum werdet ihr sie an ihren Früchten erkennen. Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut''.

Matthäus 7, 18-21


Kann man an Gott glauben und trotzdem verloren gehen? Wenn man den Text im Matthäus-Evangelium liest, muß man das bejahen. Dazu muss man aber zuerst manche offene Frage klären. Was oder wen bezeichnet die Bibel hier als einen ''guten Baum''? Da wir ja wissen sollten, daß wir als sündige Menschen nicht ''gut'' sind (mehr das Gegenteil) und entsprechendes tun, was Gott nicht gefallen kann (Römer 3,12) wissen wir, daß die Bibel hier keineswegs zwischen guten und schlechten Menschen unterscheidet. Wir sind alle, ohne Ausnahme, abgewichen und verdorben. Eine faule Frucht hat etwas mit einem unbußfertigen Herzen zu tun, und somit, als Auslöser, mit einer fatalen Selbsteinschätzung. Gott schenkt den Demütigen Gnade, aber den Hochmütigen widersteht er (Sprüche 3,34). Das ist genau der Punkt in dieser Sache. Ein Beispiel hierfür ist dann auch die anschließende Reaktion derjenigen, die ''Herr, Herr'' sagen, und angeblich in Gottes Namen viel Gutes getan haben, aber vom HERRN nie gekannt wurden (Matthäus 7,23). Eine weitere Begebenheit: Jesus saß mit Zöllnern, Sündern und seinen Jüngern zusammen am Tisch. Die Pharisäer sahen dies, und waren brüskiert und verwundert, und fragten die Jünger warum ihr Meister so etwas tut? In Matthäus 9, 12-13 lesen wir dann: ''Als das Jesus hörte, sprach er: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Geht aber hin und lernt, was das heißt (Hosea 6,6): »Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer.« Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten''. Wir wissen, daß ein Mensch vor Gott grundsätzlich weder stark noch gerecht ist. Wenn man es dennoch wohlwollend verstehen will, kann man sagen, daß Jesus Menschen suchte, die noch keine Christen waren, und keine, die im Glauben (im HERRN) stark und durch die Gnade bereits gerecht waren (Epheser 6,10). Die meisten Pharisäer hielten sich ja (ohne Jesus) für gerecht und stark - so etwas mag es geben, aber wir wissen ja auch, daß Jesus auf diese Schriftgelehrten seinerzeit nicht so gut zu sprechen war (Matthäus 23,13). Jesus hat hier nun sicherlich nicht gemeint, diese Pharisäer wären stark und gerecht, sondern einfach gezeigt, daß es durchaus gläubige Menschen gibt, die für sich in Anspruch nehmen, nicht ganz so ''verdorben und abgewichen'' zu sein wie andere. Und die saßen dann auch noch mit Jesus am Tisch.

Wer sich selbst als ''Christ'' vor anderen gläubigen Menschen und vor Gott, so einschätzt, daß er es weniger nötig hat, aus vollkommener Gnade erlöst zu werden, ist so ein fauler Baum mit entsprechenden Früchten, die da wären: Hochmut, Selbstgerechtigkeit und Religiosität! Echter Glaube hat eine Buße zur Folge, die sich nicht auf Illusionen über sich selbst oder eigener Werke bezieht und beruft, sondern einzig und allein auf die unverdiente, freie und souveräne Gnade Gottes, die einem in der Buße geschenkt wird (Römer 2,4). Der Grund für die Absage von ''gläubigen Menschen'', vor Gott, liegt in ihrem lügen- und somit mangelhaften Verständnis der eigenen großen Bedürftigkeit nach Erlösung. Die Pharisäer meinten, das nicht nötig zu haben. In Matthäus 23,23 sagt Jesus zu ihnen: ''Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den Zehnten gebt von Minze, Dill und Kümmel und lasst das Wichtigste im Gesetz beiseite, nämlich das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben! Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen''. Sie waren von ihrer Verdorbenheit (wie bei einer faulen Frucht) nicht wirklich überzeugt, und meinten in etwa, man könnte ja die (wenigen) faulen Stellen entfernen und den Rest verwenden? Das aber wäre Gott gegenüber frech, arrogant und blind, und würde das (überaus heilsnotwendige) Opfer am Kreuz verspotten und verunehren. So als ob Gott es auch mit weniger Aufwand wieder in Ordnung hätte bringen können. Man kann sich Gott gegenüber nicht emanzipieren wollen, wenn die totale Kapitulation notwendig ist. So jemand (wenn er nicht umkehrt) wird im Himmel nicht zu finden sein, denn diese suchen keinen Erlöser, sondern sich selbst - und haben somit dann auch keine persönliche Beziehung zu Gott und entsprechend keine Neugeburt erfahren. Kann man also als Gläubiger verloren gehen? Ja, wenn man nicht von seiner existentiellen Errettung aus unverdienter, aber notwendiger Gnade überzeugt ist, und somit kein Kind Gottes sein kann. Ein guter Baum ist jemand, der sein ewiges Heil (die uneingeschränkte Vergebung seiner Sünden) in Jesus Christus gesucht und aus Gnade auch gefunden hat - und das wissen darf!

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