Recht und Gerechtigkeit Teil 2 -|- Andacht von Joseph Backhaus (Daily-Message-Archiv, 11. Oct 2012)

Daily-Message
Die tägliche Andacht

Andacht Archiv-Nr. 3671

für den 11. Oct 2012 - Autor:

Recht und Gerechtigkeit Teil 2

So spricht der Herr: Ich bin euren Feiertagen gram und verachte sie und mag eure Ver-sammlungen nicht riechen. Und wenn ihr mir auch Brandopfer und Speisopfer opfert, so habe ich kein Gefallen daran und mag auch eure fetten Dankopfer nicht ansehen. Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören! Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach

Amos 5,21-24 *©*
 

Mit anderen Worten: Amos sieht es mehr als deutlich und sagt es auch, dass die sozialen Unge-rechtigkeiten in Israel immer größer werden, und die Bereitschaft einander zu helfen immer geringer. Man lügt, betrügt und mauschelt, man beugt das Recht und die Korruption wächst. Die, die etwas besitzen, halten krampfhaft das fest, was sie haben. Die, die nichts haben, fühlen sich an den Rand gedrängt, abgeschoben und allein gelassen, ja, man versucht ihnen sogar das Wenige, was sie besitzen, auch noch wegzunehmen. Die einen können sich vieles, ja fast alles leisten und die anderen müssen sehen, wie sie über die Runden kommen. Man ist versucht zu sagen: immer dasselbe! „Nichts Neues unter der Sonne!“ War es denn jemals anders? Damals wie heute: Die Großen bestimmen, die Reichen machen die Gesetze, und die kleinen Leute sind die Dummen. Sie müssen ausbaden, was ihnen die Großen einbrocken. Die Großen haben die Macht, die Kleinen, Ohnmächtigen müssen still halten. Und resignierend könnte man jetzt sagen: Wir können daran ja doch nichts ändern. Und einfach zur Tagesordnung übergehen. Und das hieße dann, sich nur noch um seine eigenen Sachen kümmern. Aber genau an dieser Stelle setzt uns der Prophet Amos sein Stoppschild in den Weg. Wie könnt ihr in aller Ruhe eure Gottesdienste feiern? Wie könnt ihr eure Lieder singen? Wie könnt ihr eure Spenden, euren Zehnten geben, ohne daran zu denken, was um euch herum los ist? Ohne zu bedenken, was in der Welt los ist? Spielt Gott bei Euch keine Rolle mehr? Ist Gott bei euch nur noch am Sonntag für 2 Stunden präsent, ansonsten aber ausgeschlossen, abserviert, nicht von Bedeutung? Gott kann das nicht mehr mit ansehen, wie ihr miteinander umgeht, wie ihr einander im Stich lasst, ja, wie ihr Gott im Stich lasst. Wie die Regierenden das Spiel der Reichen spielen.Das alles spricht ihm und seiner Gerechtigkeit Hohn. Und Amos fordert sehr deutlich: Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach. DAS nämlich ist der Lebensnerv menschlicher Beziehungen zueinander und zu Gott: Recht und Gerechtigkeit. Ohne Recht und Gerechtigkeit kann menschliches Zusammenleben nicht funktionieren. Und genauso wichtig, wenn nicht gar wichtiger ist es, dass wir zwischen gut und böse unterscheiden können. Und gerade das schien damals schwierig zu sein, Und es scheint auch heute immer schwieriger zu werden, je mehr uns die Gerechtigkeit abhanden kommt: da werden Menschen überfallen und zusammengeschlagen, da wird gestohlen und gelogen, da wird betrogen und in die eigene Tasche gewirtschaftet ohne Schuldbewusstsein, so als ob jedes Empfinden für gut und böse verloren gegangen sei. Steuerhinterziehung ist ein Kavaliersdelikt, In der Politik wird viel versprochen, aber nichts gehalten, man schustert sich hier ein Pöstchen, dort einen Beratervertrag zu, Korruption und Klüngelei scheint an der Tagesordnung zu sein.
Wie können wir rechtfertigen, dass die sozial Schwachen immer weniger bekommen und den Reichen in unserer Gesellschaft immer mehr gegeben wird?
Wie können wir rechtfertigen, dass Familien mit Kindern benachteiligt werden, den anderen aber zugeschoben wird?
Wie können wir rechtfertigen, dass in unserer Gesellschaft das Eintreten füreinander immer stärker zurücktritt hinter dem Eigennutz?
Wie können wir rechtfertigen,dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden?
Wie können wir rechtfertigen,dass die Zahl der Armen immer mehr anwächst, wir aber schulterzuckend daneben stehen und nichts tun?
Was mich am Propheten Amos so fasziniert – ja überhaupt an allen Prophetengestalten des Alten Testaments, das ist, dass sie Recht und Gerechtigkeit nicht als einen Appell an die Frommen im Lande verkündigen. Nein, was Amos hier sagt, das gilt für alle, für die gesamte Gesellschaft.
Recht und Gerechtigkeit sind der Lebensnerv unseres Zusammenlebens. Und wir alle sind dazu berufen, in Amos‘ Fussstapfen zu treten, Ja, unser Platz ist draußen, dort, wo das Recht so oft mit Füßen getreten wird und die Ungerechtigkeit zu oft triumphiert.
Wir und unsere Gottesdienste – wir werden nur dann dem harten Urteil des Propheten entgehen, wenn die Welt in unseren Gottesdiensten und in unserem Denken und Handeln vorkommt und die, die Unrecht leiden. Ich finde es gut, dass Amos mich immer wieder darauf hinweist.

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