mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 4955 - Sun., 17 Apr 2016

Du sollst nicht stehlen

Du sollst nicht stehlen

2Mose 20,15


Du sollst nicht stehlen, heißt es in den zehn Geboten. Das hebräische Wort für stehlen lautet „ganav“ und davon leitet sich das Wort ''Ganove'' ab. Also könnte man das Gebot auch mit „Du sollst kein Ganove sein!“ übersetzen.
Gott will, dass jeder Mensch sich Eigentum erwerben kann und er stellt dieses Grundrecht deshalb unter seinen persönlichen Schutz. Das bedeutet nun nicht, dass man sagen kann: „Was ich habe, ist allein meins und ich kann damit machen, was ich will“, sondern die biblische Sicht der Dinge ist, dass ich die Dinge, die ich besitze und die mir Gott anvertraut hat, dazu nutzen soll, Gutes damit zu tun. Das ist Gottes Plan hinter dem Gebot: Menschen, die mit ihrem Besitz glücklich und zufrieden sind und auch andere Menschen an diesem Glück teilhaben lassen. Hilfsbereitschaft, Gastfreundschaft, Großzügigkeit, davon träumt Gott. Eine Welt, die keine Alarmanlagen und keine Sicherheitsschlösser braucht, weil keiner auf die Idee kommt, einem anderen etwas wegzunehmen und jeder genug zum Leben hat, eine Welt ohne Hunger und Elend, weil es selbstverständlich ist, miteinander zu teilen. Was Gott nicht wollte, sind Menschen, die der Habgier verfallen und ihren Besitz für wichtiger nehmen als Gott oder Gesetze, die die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden lassen.
Welche Rolle Gott in unserem Leben spielt, zeigt sich meiner Meinung nach auch daran, wie wir mit unserem Geld und unserem Besitz umgehen. Man könnte dieses Gebot auch positiv formulieren: „Ich bin der Herr, dein Gott. Darum brauchst du nicht zu betrügen und nicht zu stehlen. Du musst nicht lügen und betrügen, um durch das Leben zu kommen, weder dem Staat gegenüber, noch bei den Versicherungen, noch bei deinem Nächsten – denn ich bin dein Versorger und ermögliche dir den Luxus der Ehrlichkeit und Großzügigkeit.“ – das ist das Angebot Gottes, das hinter diesem Gebot steht und wenn die Versuchung kommt, können wir diesen Glauben dagegen setzen.
Wer kennt diese kleinen Versuchungen denn nicht:
Das merkt ja eh keiner, das machen doch alle, das ist ja nur eine Kleinigkeit – die paar Briefmarken, die paar Fotokopien, die paar Telefongespräche auf Kosten des Arbeitgebers, die paar Euro an der Steuer vorbei.
Immer dann, wenn solche Gedanken der Versuchung und Anfechtung sich bei mir melden, versuche ich dagegen anzugehen und mir zu sagen: „Ich bin Kind Gottes und dazu berufen, im Licht zu leben. Ich habe es nicht nötig, zu mauscheln und zu stehlen, ich muss nicht mit aller Gewalt meinen Vorteil durchsetzen, denn mein Vater im Himmel sorgt für mich.“
„Begehre nicht, was deinem Mitmenschen gehört: weder sein Haus noch seine Frau, seinen Knecht oder seine Magd, Rinder oder Esel oder irgendetwas anderes, was ihm gehört“ (2Mose 20,17) – diese Fortführung verdeutlicht nochmals, dass der Bruch dieses Gebotes schon im Herzen beginnt.
Und für mich bleiben am Ende einige Fragen:
Warum will ich immer gerade das, was mein Nächster hat?
Bin ich neidisch, will ich genauso viel gelten wie er, so sein wie er?
Muss ich unbedingt in allen Dingen mit meinem Nachbarn mithalten können?
Ich denke, dass ich darauf guten Gewissens ''Nein'' sagen kann - und bete um die Hilfe Gottes, den einmal eingechlagenen Weg der Ehrlichkeit fortzusetzen.

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