mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 4947 - Sat., 09 Apr 2016

Wegweiser für ein gelingendes Leben

Dann redete Gott. Er sprach: ''Ich bin der Herr, dein Gott; ich habe dich aus der Sklaverei in Ägypten befreit. Du sollst außer mir keine anderen Götter verehren! Fertige dir keine Götzenstatue an, auch kein Abbild von irgendetwas am Himmel, auf der Erde oder im Meer. Wirf dich nicht vor solchen Götterfiguren nieder, bring ihnen keine Opfer dar! Denn ich bin der Herr, dein Gott. Ich dulde keinen neben mir! Wer mich verachtet, den werde ich bestrafen. Sogar seine Kinder, Enkel und Urenkel werden die Folgen spüren! Doch denen, die mich lieben und sich an meine Gebote halten, bin ich gnädig. Über Tausende von Generationen werden auch ihre Nachkommen meine Liebe erfahren. Du sollst meinen Namen nicht missbrauchen, denn ich bin der Herr, dein Gott! Ich lasse keinen ungestraft, der das tut! Achte den Sabbat als einen Tag, der mir allein geweiht ist! Sechs Tage sollst du deine Arbeit verrichten, aber der siebte Tag ist ein Ruhetag, der mir, dem Herrn, deinem Gott, gehört. An diesem Tag sollst du nicht arbeiten, weder du noch deine Kinder, weder dein Knecht noch deine Magd, auch nicht deine Tiere oder der Fremde, der bei dir lebt. Denn in sechs Tagen habe ich, der Herr, den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen und alles, was lebt. Aber am siebten Tag ruhte ich. Darum habe ich den Sabbat gesegnet und für heilig erklärt. Ehre deinen Vater und deine Mutter, dann wirst du lange in dem Land leben, das ich, der Herr, dein Gott, dir gebe. Du sollst nicht töten! Du sollst nicht die Ehe brechen! Du sollst nicht stehlen! Sag nichts Unwahres über deinen Mitmenschen! Begehre nicht, was deinem Mitmenschen gehört: weder sein Haus noch seine Frau, seinen Knecht oder seine Magd, Rinder oder Esel oder irgendetwas anderes, was ihm gehört.''

2.Mose 20,1-17


Über 3000 Jahre lang haben obige Worte Weltgeschichte geschrieben und waren die Grundlage des menschlichen Zusammenlebens und vieler staatlicher Gesetzte. Diese Worte stehen dabei unter einem hohen Anspruch, denn sie stammen von der höchsten Autorität, die möglich ist: ''Dann redete Gott'', heißt es nämlich zu Beginn des Textes.
Eine Formulierung steht bei allen diesen Geboten dabei im Mittelpunkt: ''Du sollst nicht'' – und genau hier haben wir schon ein Problem, denn für viele unserer Zeitgenossen hat diese Formulierung nämlich einen negativen Klang. ''Kirche – da ist doch alles verboten'' ist ein darauf basierendes Vorurteil. Wir ''modernen Menschen'' bilden uns ein, wir könnten ohne Pflichten oder Verpflichtungen leben, aber das ist ein Trugschluss, denn das Leben mit Gott und mit unseren Mitmenschen braucht Spielregeln. Dabei kann man diesen Passus auch anders aus dem Hebräischen übersetzen – und diese Möglichkeit könnte uns sehr hilfreich sein: Statt ''Du sollst nicht …'' könnte man nämlich auch sagen ''Du wirst nicht...'' - soll heißen: Wenn Du mit Gott unterwegs bist, wenn er der Herr Deines Lebens ist, dann wirst Du dies oder jenes nicht tun. Damit werden diese Zehn Gebote zu Bojen im Fahrwasser des Glaubens, zu Wegweisern auf dem Weg zum Ziel des Lebens. Dann zeigen uns diese Zehn Worte, wo Untiefen und Riffe sind, damit wir in unserem Leben mit Gott und den Mitmenschen nicht Schiffbruch erleiden.
Wenn wir die Zehn Gebote so verstehen, dann erleben wir durch sie Befreiung, Befreiung zu einem neuen Leben, an die uns Gott selbst unter Bezugnahme auf die konkrete Erfahrung des Volkes Israel erinnert, wenn er sagt: ''Ich bin der Herr, dein Gott; ich habe dich aus der Sklaverei in Ägypten befreit.'' Und dass Gott sich so für sein Volk einsetzt und es befreit hat – und dass er in Jesus Christus selbst Mensch geworden ist und zu uns gekommen ist –, das hat dann Folgen. Aber ich höre uns heutige, aufgeklärte und moderne Menschen aufschreien und fragen: was soll das? Keine anderen Götter haben, mir kein Abbild machen, den Namen nicht missbrauchen, den Sabbat achten? Das sind doch absolut unwichtige Fragen für unsere Zeit! Andere Götter – ist das überhaupt noch interessant; wer hat denn heute noch eine Götterstatue im Wohnzimmer stehen und betet dieses Bild an? Wirklich gefährlich sind heute doch ganz andere Dinge, die zum Götzen werden können: Sex, Geld und Macht beispielsweise, oder der Alkohol, sogar der Fußball oder ein anderer Sport wird schnell zum Kult und Lebensinhalt. Und wir Christen – wir stehen auch in der Gefahr uns ein Bild von Gott zu machen:
der „liebe“ Gott mit seinem gütigen Blick, der alles vergibt,
der „strafende“ Gott mit der Strichliste, der das Gute und das Schlechte abhakt und gnadenlos abrechnet,
der „Notnagel“ Gott, der nichts mit Gemeinschaft, Gemeinde und Verbindlichkeit zu tun hat, den alle Religionen gemeinsam haben, und den ich nur dann anspreche und an den ich mich nur dann erinnere, wenn es im Leben mal nicht so gut läuft.
Und dann der Gott, der herhalten muss, wenn ich eine Formulierung brauche, mein Erstaunen auszudrücken: „Oh Gott“ und „um Gottes willen“.
Und schließlich bleibt noch die Sonntagsheiligung übrig: der Sonntag als Tag des Herrn, der auch ein Geschenk für die Menschen war und ist: in einer Umwelt, in der Bauern, Handwerker, Sklaven tagaus, tagein von Sonnenaufgang bis zu ihrem Untergang arbeiten mussten, war das eine revolutionäre Neuerung. Aber heute? Man vermittelt uns den Eindruck, die Wirtschaft bräche zusammen, weil wir laut Ladenschlussgesetz nur 80 Stunden pro Woche einkaufen dürfen und nur 40 Stunden pro Woche arbeiten dürfen und am Sonntag am besten gar nicht!
Es wird Zeit, dass unsere Gesellschaft sich wieder auf die Zehn Gebote und ihren Inhalt besinnt – damit die Welt ein Stück weit menschlicher und lebenswerter wird und wir Menschen wieder als Menschen und nicht als ''Produktionsfaktoren'' gesehen werden – und dass Gott wieder seinen ihm gebührenden Platz in unserem Leben (zurück-)erhält.

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