mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 3438 - Tue., 21 Feb 2012

Feuer und Rauch

''Denn die Liebe des Christus drängt uns, da wir von diesem überzeugt sind: Wenn einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben; und er ist deshalb für alle gestorben, damit die, welche leben, nicht mehr für sich selbst leben, sondern für den, der für sie gestorben und auferstanden ist.''

2. Korinther 5, 14-15


Martin Luther hat zu diesem Bibeltext einmal geschrieben, daß es Menschen gibt, die allzu gerne daran glauben, daß Jesus Christus für sie gestorben und auferstanden ist, aber ihr eigenes Leben sich kaum verändert. Sie brauchen diese biblische Zusage sozusagen nur als Deckel für ihr altes und sündiges Leben. Luther sagt solchen Menschen: ''Den Rauch hast du gesehen, aber des Feuers nicht empfunden. Die Worte hast du gehört, aber keine Kraft derselben empfangen''. Das sind harte Worte. Als ich das gelesen habe, musste ich erst einmal schlucken. Aber es ist positiv, wenn wir in unserem Christenstand auch herausgefordert werden, und nicht alles für selbstverständlich und uns quasi für unantastbar halten. Nicht umsonst steht in Sprüche 16, 17-18: ''Der Weg der Redlichen ist es, vom Bösen fernzubleiben, denn wer auf seinen Weg achtgibt, der bewahrt seine Seele. Stolz kommt vor dem Zusammenbruch, und Hochmut kommt vor dem Fall'' . Das zählt sicherlich ebenso für gläubige wie für ungläubige Menschen. Drängt uns die Liebe wirklich? Fragen wir uns ehrlich, was mich tatsächlich öfters drängt als mir lieb sein kann? Christen sollen nicht blauäugig sein, sondern die Dinge (und nicht zuletzt sich selbst) so sehen und wahrnehmen, wie sie in Wahrheit sind. Um in dem Bild von Luther zu bleiben, sollten wir uns nicht mit dem Rauch von Ferne zufrieden geben, sondern die Wärme des Feuers empfinden und die Helligkeit im Dunkeln suchen. Das Leben in der Nachfolge ist nicht immer einfach. Der Glaube an sich ist nicht schwer, aber das praktische Leben auf der Grundlage des Evangeliums manchmal schon. Wir sind angefochten wie Jakobus 1, 2-6 beschreibt und auch erklärt warum und wofür: ''Meine Brüder, achtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen geratet, da ihr ja wisst, daß die Bewährung eures Glaubens standhaftes Ausharren bewirkt. Das standhafte Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und vollständig seid und es euch an nichts mangelt. Wenn es aber jemand unter euch an Weisheit mangelt, so erbitte er sie von Gott, der allen gern und ohne Vorwurf gibt, so wird sie ihm gegeben werden. Er bitte aber im Glauben und zweifle nicht; denn wer zweifelt, gleicht einer Meereswoge, die vom Wind getrieben und hin- und hergeworfen wird''.

Der Sünde und ständig den eigenen Begierden zu erliegen ist nicht weise sondern eher dumm und unnötig. Und wenn wir ehrlich sind, empfinden wir nach Vollendung der Sünde auch oftmals eine große Einfältigkeit unsererseits und ärgern uns zurecht darüber. Konkret wird uns hier gesagt, daß wir in solchen Momenten der Anfechtung Gott um Weisheit bitten sollten. Es wird von Gott keine Vorwürfe geben wenn wir das tun. Das sind die praktischen Erfahrungen die wir für unser Glaubensleben suchen müssen. Wenn wir in der Praxis nur immer den Rauch der biblischen Verheißungen und Ratschläge sehen und abbekommen, wird uns das eher in Depressionen und Missstimmungen bringen, als zu einem siegreichen Leben als Kind Gottes. König Salomo hat im Hohelied 8,6 die Verbindung zwischen Feuer und Liebe dargelegt und vermittelt uns etwas von echter Hingabe und praktischem Glauben, der sich etwas kosten lässt: ''Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel an deinen Arm! Denn die Liebe ist stark wie der Tod, und ihr Eifer unbezwinglich wie das Totenreich; ihre Glut ist Feuerglut, eine Flamme des Herrn''. Wo wir das Feuer suchen, erleben wir auch die Wärme des Glaubens und wir werden von Gott wohlgefällig angesehen, weil der Rauch unseres praktischen Glaubens für den HERRN dann wie ein Brandopfer ist. Es ist alles Gnade und wir leben allein von der Barmherzigkeit Gottes und seiner ewigen Fürsorge für die Seinen, aber wir müssen (dürfen) noch einen Weg gehen. Einen, der jedem Einzelnen individuell verordnet ist. Dazu gehören auch Anfechtungen und daß man lernt sich selbst mit dem Augen Gottes zu sehen und umso mehr auf seine Gnade und Lebensführung zu vertrauen. Paulus schreibt diesbezüglich in Römer 12, 1-2: ''Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene''.



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