Nichts ist unmöööööööglich -|- Kurzandacht (Daily-Message Archiv, 30. Jun 2003) - von Rainer Gigerich

Daily-Message
Die tägliche Kurzandacht

Archiv - Andacht Nr. 280

für den 30 Jun 2003

Nichts ist unmöööööööglich

Als aber Johannes im Gefängnis von den Werken Christi hörte, sandte er seine Jünger und ließ ihn fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht: Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf, und Armen wird das Evangelium gepredigt.

Mt 11,2-5 *©*
 

»Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?«

Haben wir heute Blinde, die wieder sehen und Taube, die wieder hören? Oder gar Tote, die wieder aufstehen?

Ist es nicht eher so, daß wir mit Lärm und Bildern wie betäubt werden, daß es wieder immer mehr Krankheiten gibt und der Tod ein ständiger Begleiter unserer Gesellschaft wird?

Ich glaube, in unserer Zeit heute könnte Jesus diese Worte nicht so einfach sprechen. Unsere Welt heute teilt sich immer weiter auf. Der größte Teil kennt Gott nicht mehr oder will ihn nicht kennenlernen, weil überall der Mensch weiter in den Mittlpunkt gestellt wird.

Tausende von Selbsterfahrungsgruppen und abertausende von Büchern, Zeitschriften und anderen Medien proklamieren es: Du seist der Schlüssel für deinen eigenen Erfolg. Aus dir selbst kannst du etwas werden und aus sich selbst kann der Staat etwas werden.

Doch ist dies nicht alles nur Theorie? Geht es uns denn soviel besser, als den Menschen damals? Sind wir heute glücklicher und erfüllter als damals?

Ich denke, wir müssen uns in Demut zurückbesinnen auf den Mann aus Nazareth, den Zimmermannssohn. Er hat, gerade weil er sich bedingungslos dem Willen seines Vaters unterworfen hat, den Menschen eine Lebensfreude gebracht, die uns heute oft fehlt.

Es geht mit Sicherheit nicht um die Frage, ob man mit der Bergpredigt heute Politik machen kann. Denn Politik brauchen wir nur, weil wir als Menschen versagen. Es geht darum, den Menschen neu von dem liebenden Vater zu erzählen. Es geht darum, den Menschen wieder die Augen und Ohren zu öffnen, und sie neu zu füllen mit dem, was Gott uns schenkt: Seinem Geist, seiner Liebe und seiner Hoffnung.

Wer, wenn nicht wir, soll den Menschen das Evangelium nahe bringen? Fangen wir selber an oder fragen wir uns, wie Johannes, ob wir auf jemand anderen warten sollen?

Last euch neu vom Geist des Vaters füllen,
dann werdet auch ihr Blinde sehend machen,
Lahme zum Gehen bringen,
Kranke heilen können,
Tauben das Ohr öffnen,
ja, und auch Toten werdet ihr seinen Geist neu einhauchen können.

Denn: Nichts ist unmöööööööglich - bei Gott!

Rainer Gigerich


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