mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 4915 - Tue., 08 Mar 2016

''Keine Zeit!... Keine Zeit!''

Da stand ein Schriftgelehrter auf, um Jesus eine Falle zu stellen. ''Lehrer'', fragte er scheinheilig, ''was muss ich tun, um das ewige Leben zu bekommen?'' Jesus erwiderte: ''Was steht denn darüber im Gesetz Gottes? Was liest du dort?'' Der Schriftgelehrte antwortete: ''Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe, mit all deiner Kraft und mit deinem ganzen Verstand. Und auch deinen Mitmenschen sollst du so lieben wie dich selbst.'' ''Richtig!'', erwiderte Jesus. ''Tu das, und du wirst ewig leben.'' Aber der Mann gab sich damit nicht zufrieden und fragte weiter: ''Wer gehört denn eigentlich zu meinen Mitmenschen?'' Jesus antwortete ihm mit einer Geschichte: ''Ein Mann wanderte von Jerusalem nach Jericho. Unterwegs wurde er von Räubern überfallen. Sie schlugen ihn zusammen, raubten ihn aus und ließen ihn halb tot liegen. Dann machten sie sich davon. Zufällig kam bald darauf ein Priester vorbei. Er sah den Mann liegen und ging schnell auf der anderen Straßenseite weiter. Genauso verhielt sich ein Tempeldiener. Er sah zwar den verletzten Mann, aber er blieb nicht stehen, sondern machte einen großen Bogen um ihn. Dann kam einer der verachteten Samariter vorbei. Als er den Verletzten sah, hatte er Mitleid mit ihm. Er beugte sich zu ihm hinunter, behandelte seine Wunden mit Öl und Wein und verband sie. Dann hob er ihn auf sein Reittier und brachte ihn in den nächsten Gasthof, wo er den Kranken besser pflegen und versorgen konnte. Als er am nächsten Tag weiterreisen musste, gab er dem Wirt zwei Silberstücke und bat ihn: 'Pflege den Mann gesund! Sollte das Geld nicht reichen, werde ich dir den Rest auf meiner Rückreise bezahlen!' Was meinst du?'', fragte Jesus jetzt den Schriftgelehrten. ''Welcher von den dreien hat an dem Überfallenen als Mitmensch gehandelt?'' Der Schriftgelehrte erwiderte: ''Natürlich der Mann, der ihm geholfen hat.'' ''Dann geh und folge seinem Beispiel!'', forderte Jesus ihn auf.

Lukas 10,25-37


''Ich habe keine Zeit'', sagte sie am Telephon zu ihrer Kollegin, die verzweifelt war und sie brauchte. Doch um beim Kaffee eine halbe Stunde lang über ihre Nachbarin zu reden, dafür hatte sie Zeit.
''Ich habe keine Zeit'', sagte der Direktor zum Angestellten, der ein Gespräch über den Grund seiner Kündigung wünschte, denn der Direktor fuhr zu seiner ''Zweitfrau'' - für die hatte er Zeit.
''Ich habe keine Zeit zum Beten'', sagte die Frau zum Pfarrer, der sie zum Gottesdienst einlud, und stieg in ihr Auto. Sie fuhr lieber zu einer Party, von der sie traurig und betrunken heimkam.
''Ich habe keine Zeit'', sagte der Mann zu seinem Freund, der ihn zu einer Geburtstagsfeier einladen wollte. Der Mann setzte sich lieber vor seinen Fernseher, um sich wie jeden Abend mit allem möglichen berieseln zu lassen.
''Ich habe keine Zeit'', sagte der nervöse Manager, ''um nachzudenken''. Bald darauf hatte er einen Autounfall und monatelang lag er eingegipst und fast regungslos im Krankenhaus.
''Ich habe keine Zeit'', sagte der Vater, als ihn der Sohn um ein Gespräch bat, denn der Vater arbeitete an einer wissenschaftlichen Arbeit über pädagogische Fragen.
''Ich habe keine Zeit'', sagte der Seelsorger, als ihn jemand um ein Glaubensgespräch bat. Der Seelsorger eilte stattdessen zur nächsten Sitzung, wo stundenlang über die Belange der Seelsorge diskutiert wurde.
''Ich habe keine Zeit'', sagte der Arzt zum Patienten, der schwerfällig sprach und lange gebraucht hätte, um sein Leiden zu schildern. Der Arzt öffnete lieber die Tür für das nächste ''Schnellverfahren''.
''Ich habe keine Zeit'', sprach Gott, ''mir euere ewigen Ausreden anzuhören''. Und er beendete das Experiment Menschheit, welches er in Raum und Zeit angesiedelt hatte durch den Weltuntergang. Und von einem Moment auf den anderen hatten sie alle unendlich viel Zeit, ewig Zeit für einander.
Gott sagt zum Menschen: ''Du bist frei. Du bist mein Ebenbild!'' Und was sagen wir zu unseren Mitmenschen?
Ich mag dich nicht, weil du anders bist als ich.
Ich will nur mit meinesgleichen zusammensein.
Ich bin der Herr über dich, weil ich Wissen und Macht habe.
Ich habe das Recht, über Gesetze zu bestimmen.
Ich schreibe dir vor, was du zu denken hast.
Kain, wo ist deine Schwester, wo ist dein Bruder? Ist es mit dem Christ-Sein vereinbar, verächtlich auf die anderen herabzuschauen und ein paar Almosen zu geben? Auch Menschen anderer Hautfarbe und anderer Religion sind Menschen wie du und ich und brauchen Liebe und Angenommensein. Jeder Mensch braucht den Glauben, dass er einen Wert hat, zu etwas nütze ist, geliebt ist. Wer, wenn nicht wir Christen, kann den vielen Menschen, die an sich selbst zweifeln, die ausgegrenzt werden, die abgelehnt und verfolgt werden, spürbar und erfahrbar machen, dass sie geliebt, gewollt, erwünscht, wichtig sind? ''Wer ist mein Nächster?'' fragt der Schriftgelehrte – ''Jeder, der vor dir steht'', sagt Jesus.

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