Leiden -|- Andacht von Conny Walk (Daily-Message-Archiv, 11. Dec 2002)

Daily-Message
Die tägliche Andacht

Andacht Archiv-Nr. 79

für den 11. Dec 2002 - Autor:

Leiden

Dann ging er noch ein paar Schritte weiter, warf sich nieder, das Gesicht zur Erde, und betete: »Mein Vater, wenn es möglich ist, erspare es mir, diesen Kelch trinken zu müssen! Aber es soll geschehen, was

Matthäus 26, 40 *©*
 

Folgender Text ist ein Kapitel des Buches ''Made for Heaven'' von Hilary McDowell. Das Buch schreibt, wie ein nicht-Erdling, der nun wieder zurück zum Planeten ''Heaven'' darf. Er darf nichts mitnehmen, bis auf eine Sache. Er geht einige Dinge durch, und ist dabei angelangt, dass er die Welt von Leiden befreien will....

Augenblick, Gott störe mich bitte kurz nicht. Ich sitze auf dem Boden und versuche verzweifelt, das hier in meinen Reisekoffer zu stopfen. Mein Knie ist auf dem Deckel, meine Hände sind rot vor Anstrengung, weil ich den Gurt festschnallen will, aber er kämpft wie ein Sumo-Ringer gegen mich. Wenn ich ihn noch ein paar Zentimeter weiter dehnen könnte.... ja, fast, noch ein bisschen ziehen, ja, ja (schnapp!) .
Nein, der Gummizug schnellt zurück. Wie in aller Welt lässt sich Leiden so unter Kontrolle bringen, dass man es von diesem zweitliebsten Planeten , von Millionen erdgebundener Opfer wegzerren kann?
Warum lächelst du Gott? Lachst du mich aus? Da ist wieder dieser Blick in deinen Augen. Es ist derselbe Blick, den ich bei Eltern beobachtet habe, die ihr Kleinkind bei ihren ersten Gehversuche hinfallen sehn. Oder wenn sie das Kind hochnehmen, damit sie einen Kratzer an einem kleinen Finger besser küssen können, der ihnen unter lautem Wehgeschrei und Schluchzern und Schmerzen entgegengestreckt wird, allerdings mehr vor Schreck und Enttäuschung als wegen der eigentlichen Verletzung.
Ich weiß, du lässt den Schmerz als Warnung zu, nicht als Fluch. Ich bin froh, dass Feuer brennt, sonst würde ich vielleicht meine Finger hinein halten und eine Hand verlieren.. Doch Leiden tut weh, Herr. Es tut so schrecklich weh, Herr, dass ich es meinen Mit-Erdlingen wegnehmen muss, bevor sie noch daran sterben. Das Problem ist nur, dass ich in dem Koffer anscheinend nicht genug Platz für das alle habe. Kaum falte ich den augenfälligen Schmerz der Erde sauber zusammen und packe ihn ein, ist schon wieder etwas da – Krankheit, Gebrechen, Unfälle, Gewalt, Missbrauch und jede nur erdenkliche Art von körperlichem Verfall, ganz zu schweigen von Hungersnöten und anderen Naturkatastrophen.
Diese Schmerzen sind augenfällig und erkennbar und füllen den Koffer bis zum Rand. Doch wie soll ich denn noch jene verdeckten Leiden zusätzlich hinein stopfen? – den Herzschmerz und die Seelenqual, die sich in eine Freundschaft oder eine Gruppe, eine Kirche oder eine Gemeinde einschleusen können?
Wie Adam und Eva verstecken sich die Menschen im Garten und haben Angst, sich dir zu zeigen. Sie kommen sich nackt vor und vergessen , dass du dir die Bestandteile ihrer DNS, die als Staub auf deiner Handfläche lag, eingehend betrachtet hast, lange bevor sie Kleider brauchten. Für dich werden sie immer nackt ein, egal was sie anhaben. Schmerz hat mit Nacktheit zu tun. Es liegt etwas Verletzliches darin, das die Leute dazu bringt, sich zu verstecken. Das Verstecken ist das Zerstörerische daran, nicht der Schmerz. Vater, ich traue mich nicht, ihnen diese Verletztheit zu nehmen. Du hast Jesus bis zum bitteren Ende verletzlich sein lassen. Er lebte sein ganzes Leben zum Wohle des zweitliebsten Planeten. Seit seiner Empfängnis war er verletzlich. Als Gabriel Maria deine Botschaft überbrachte, hätte sie Nein sagen können. Die lange mühsame Reise nach Bethlehem hätte zu einer Fehl-, oder Totgeburt führen können. Die unhygienischen Bedingungen in einem Stall waren eine Brutstätte für alle möglichen Krankheiten und Bakterien, die der Mutter und einem Neugeborenen hätten gefährlich werden können. Und Herodes hätte die entscheidende Information erhalten können, um das Kind zu töten.
Die Werkstatt eines Zimmermanns war ein ausgesprochen gut geeigneter Ort für einen Unfall. Und dann dachten Maria und Josef, sie hätten den Jungen auf der Reise vom Jerusalemer Tempel verloren. Er hätte auch nicht wieder aufgefunden werden können – Menschenräuber und Sklavenjäger sind keine Erfindung der heutigen Zeit, genauso wenig wie wilde Tiere außerhalb der Ortschaften.
Wie verlief seine Bar-Mizwa, seine Einführung in die jüdische Glaubensgemeinschaft als Teenager? Haben ihn seine Altersgenossen ausgelacht, weil er sich zu dem bekannte, was richtig war, ganz gleich was damals als cool galt? Jesus war nicht unempfänglich für emotionalen Schmerz. Im Garten Gethsemane, als sein Schweiß wie Blut auf den boden troff, als er sich der Möglichkeit eines schrecklichen Todes gegenübersah, hätte er Nein sagen können.
Hat er aber nicht. Nirgends im Buch vom Boss gibt es Hinweise auf Versuche seinerseits, sich zu weigern, sich dem eigenen Leiden oder den Bedürfnissen anderer zu stellen. Weder als die Menge drohte, ihn über die Klippen zu werfen, noch als die fünftausend Menschen an seinem „freien Tag“ Nahrung und Unterweisung brauchten, noch als die Jünger von ihm verlangten er solle aus seinem wohlverdienten Schlaf erwachen, um sie von der Angst vorm Ertrinken zu befreien. Weder als Petrus sein Schwert zur Verteidigung zückte und sein Fehlverhalten es erforderlich machte, dass die heilende Hand Jesu das Ohr des Feindes wieder heilte, noch später, als derselbe Petrus mit seiner Verleugnung Jesus das Herz brach. Weder am Tisch bei seinem letzten Abendmahl, wohlwissend, dass ihm der Verrat durch Judas bevorstand, noch während der Befragung durch Pilatus in seinem Schauprozess versuchte Jesus, das Leiden von sch abzuwenden. Selbst seine menschliche Bitte im Garten, dass der schreckliche Kelch an ihm vorübergehen sollte, wurde mit den Worten beendet: „Aber nicht was ich will, sondern was du willst, soll geschehen“ (Lukas 22,42).
Er nahm es an, nicht weil der menschliche Körper Lust auf Schmerzen hätte, sondern weil er ein Herz für uns hatte.
Lieber Gott, ich hasse es. Ich verabscheue jede seiner körperlichen und seelischen Qualen, alles, was mir das Herz so sehr durchbohrt. Doch ich darf die Erde nicht davon befreien. Es ist ein wertvolles Mittel zu unserer Persönlichkeitsbildung. Du hast das Leid nicht erfunden, doch du kannst meisterhaft mit dem Produkt umgehen, das es gestaltet und formt.
Amen




Also ich find das einleuchtend. Ich finde es ist unwahrscheinlich tröstend, wenn ich leide, dass ich weiß, Jesus hat auch gelitten, und zwar für mich!
DANKE Jesus, du lässt mich nicht im Stich, auch wenn's ganz dunkel in mir und um mich herum aussieht. Danke, dass ich weiss, dass du noch 1000 mal mehr gelitten hast, als ich, und dass, nur damit ich leben darf! Amen!

In diesem Sinne...

Think twice and Be different!

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