William McDonald schreibt in seinem Bibelkommentar: „Einer der Männer, die dort an dem Teich warteten, war »achtunddreißig Jahre mit seiner Krankheit behaftet«. Das heißt, daß er in diesem Zustand schon war, ehe der Retter geboren war. Der Herr Jesus wusste das alles. Er war diesem Menschen nie vorher begegnet. Doch wusste er, daß er »lange Zeit« krank war. In liebevollem Mitgefühl »spricht er zu ihm: Willst du gesund werden?« Jesus wusste, daß dies der größte Wunsch des Mannes war. Aber er wollte den Mann zu einem Eingeständnis seiner eigenen Hilflosigkeit bringen. Er sollte zugeben, daß er auf Heilung angewiesen war. Ähnlich ist es mit der Errettung. Der Herr weiß, wie nötig wir die Errettung haben, aber er wartet darauf, daß wir mit unserem eigenen Mund bekennen, daß wir verloren sind, ihn brauchen und ihn als unseren Retter annehmen. Wir werden nicht durch unseren Willen gerettet, doch muss der menschliche Wille mitspielen, wenn Gott einen Menschen rettet. Die Antwort des Kranken war sehr mitleiderregend. Jahr um Jahr hatte er bei dem Teich gelegen, darauf gewartet, hineinzukommen, doch jedesmal, »wenn das Wasser bewegt worden ist«, hatte er niemanden, der ihm geholfen hätte. Jedesmal hatte er versucht, hineinzukommen, doch jedesmal war ein anderer schon eher da. Das erinnert uns daran, wie wir enttäuscht werden, wenn wir uns auf unsere Mitmenschen verlassen, daß sie uns von unseren Sünden erretten. Das Bett des Kranken war eine Matte oder eine leichte Matratze. Jesus forderte ihn auf, aufzustehen, seine Matte zu nehmen und umherzugehen. Die Lehre für uns lautet hier, daß wir, wenn wir errettet werden, nicht nur aufgefordert werden aufzustehen, sondern auch umherzugehen. Der Herr Jesus heilt uns von der Krankheit der Sünde, und dann erwartet er von uns, daß wir ein Leben führen, das ihm Ehre macht“.
Sicherlich kann Gott auch durch andere Menschen helfen, aber sind unsere Hoffnungen manchmal nicht mehr irdisch als himmlisch? Glauben wir daß Gott uns sieht? Vielleicht haben wir manchmal den Gedanken in uns, daß Gott sich ja um so viele Menschen kümmern muss, und die oft weit aus größere und mehr Probleme und Sorgen haben, als ich? Mit wem haben wir es zu tun? In Psalm 139, 13-16 lesen wir: ''Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe. Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. Es war dir mein Gebein nicht verborgen, als ich im Verborgenen gemacht wurde, als ich gebildet wurde unten in der Erde. Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war''. Gott sieht dich - schon bevor du überhaupt geboren wurdest. Der HERR kennt deinen Anfang und dein Ende und alles was dazwischen ist. Bei dem Mann am Teich war es auch so, daß Jesus ihm Fragen stellte und nicht umgekehrt. Wir sind auf Gottes Wirken angewiesen. Die Errettung ist wie die Schöpfung. Gott spricht und es geschieht! In Jesaja 65,1 lesen wir entsprechend: ''Ich ließ mich suchen von denen, die nicht nach mir fragten, ich ließ mich finden von denen, die mich nicht suchten. Zu einem Volk, das meinen Namen nicht anrief, sagte ich: Hier bin ich, hier bin ich''! Der Gott an den wir glauben dürfen ist ein souveräner, überaus gnädiger und allmächtiger Gott. IHM dürfen wir vertrauen, denn ER sieht uns!