Vertrauen oder Götzendienst? -|- Andacht von Jörg Bauer (Daily-Message-Archiv, 06. Oct 2017)

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Die tägliche Andacht

Andacht Archiv-Nr. 5492

für den 06. Oct 2017 - Autor:

Vertrauen oder Götzendienst?

''Eure Unmoral wird auf euch zurückfallen, und die Folgen eures sündhaften Götzendienstes müsst ihr tragen. Ihr sollt erkennen, dass ich Jahwe, der Herr bin''.

Hesekiel 23,49 *©*
 

Es ist nicht selten ein schmaler Grad für einen Christen, sich entweder auf Gott oder auf Menschen zu verlassen. Wenn es immer so eindeutig wäre wie im Fall des Stammes Juda aus dem Volk Gottes, dann müsste man folgende Warnung in Jeremia 17,5 vielleicht nicht so ernst nehmen: ''So spricht der HERR: Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verlässt und hält Fleisch für seinen Arm und weicht mit seinem Herzen vom HERRN''. Aber so ist es nicht. Juda vollzog trotz vieler Warnungen und Aufforderungen zur Umkehr, offenen Götzendienst - sozusagen Ehebruch mit Gott (Jeremia 16,18). Die daraus folgende Unmoral war dann nur die logische Konsequenz. Das eigentliche Problem war und ist, daß sie nicht wahrgenommen haben wer der HERR ist! Sie haben sozusagen Gott einfach Gott sein lassen. Heute haben Christen mit einer Vielzahl an negativen Einflüssen zu tun. Man wird nicht selten regelrecht ''überfrachtet'' und mutet sich das auch selbst immer wieder zu. Dabei ist weniger manchmal mehr. Man lässt sich zu sehr beeinflussen durch allerlei unterschiedliche Meinungen, Erlebnisse, Persönlichkeiten, Politik, Eitelkeiten, Bildern, u.s.w. Man sucht nicht zuerst Gott, sondern denjenigen oder dasjenige, welches mir scheinbar die Türen öffnet für meine persönlichen Belange und vielleicht auch meine fromme Karriere. Und man sucht das, was einem für den Moment Befriedigung verschafft. So entstehen Süchte und das eigene Ego wird übereifrig versorgt und verhätschelt - auch das ist Götzendienst! Einerseits erkannten die Israelis klar das Wirken Gottes und die geistliche Wahrheit der Heiligen Schrift (Tora), aber andererseits dachten sie womöglich in ihren Herzen, daß man nur an bestimmten Orten oder bei bestimmten Menschen und in einer bestimmten Art und Weise von Gott etwas erfahren kann. So werden Orte, Gegenstände, Gebäude, Menschen, Rituale etc. mitunter höher geschätzt als Gott - Götzendienst! Es gibt auch Christen, die springen von einer Gemeinde in die Andere. Sie sind immer auf der Suche nach der großen Erfüllung und Perfektion, und laufen dabei vor Gott weg und nehmen ihr Kreuz nicht auf sich - bevorzugen eine bunte Handtasche. Das ist traurig. Da gibt es Versammlungen, die glauben das göttliche Monopol zu besitzen und die Wahrheit allein für sich gepachtet zu haben. Entsprechend geben sie den scheinbaren Segen dann auch nur an diejenigen weiter, die das ebenso glauben.

Andere nehmen sozusagen den Heiligen Geist in Besitz und teilen ihn nach gutdünken aus. Wieder Andere halten sich ohnehin für den Nabel der allgemeinen, christlichen Welt und können über die Anderen nur mitleidig von oben herab lächeln. Gott ist nicht abhängig von Menschen, Kirchen oder Organisationen. Der Heilige Geist braucht weder unseren Verstand noch unsere Ideen. Aber er will uns leiten. Das wissen wir theoretisch ja alle, und dennoch handeln manche so, als ob Gott genau sie braucht um etwas zu sagen und zu tun. Gott unterstützt weder offenen noch verborgenen Hochmut, sondern bestraft ihn (Jeremia 13,9-10). Verstockte Herzen taugen nicht für den Glauben, denn daraus resultiert der Hochmut und eine fromme Arroganz. Stattdessen rennt derjenige bei Gott offene Türen ein, der vor der Welt gering ist (1. Korinther 1,28) und der nicht nach hohen Dingen trachtet, sondern sich zu den Geringen hält (Römer 12,16). Gottes Arm gehört Gott und ER bewegt ihn wie er will und es für nötig hält. Gottes Motiv ist Liebe und nicht Macht! Sprüche 3,5-6: ''Verlasst euch auf den HERRN von ganzem Herzen (also durch Liebe), und nicht auf euren Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird ER dich recht führen''. Götzendienst ist im Grunde alles, was Gott den ersten Platz in unserer Seele streitig machen will. Hier sind wir aufgefordert uns zu prüfen und zu schauen, wofür ich z.B. mein Geld ausgebe, meine Zeit verbringe, ob ich für andere da bin, wenn sie Hilfe brauchen, ob ich in der Bibel lese und bete und in die Gemeinde gehe etc. Die Angst zu kurz zu kommen steckt in uns allen. Und entsprechend fällt es uns auch schwer, mehr in den Glauben praktisch zu investieren, weil wir insgeheim Angst haben, daß ich Gott falsch verstehen könnte, wenn ich mich nicht auch und vor allem, um mich und meine Belange kümmere. Alles nach dem Motto: Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott! Aber verkehrter kann man die Bibel kaum verstehen. Das wäre in der Tat nur Unglaube - letztlich führt das in seiner Konsequenz auch nur zum Götzendienst. In Matthäus 6,33 steht: ''Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen''. Gott steht über allem und hat alle Macht im Himmel und auf Erden - glaubst du das?

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