Wie gehe ich mit dem Teufel um? -|- Andacht von Jörg Bauer (Daily-Message-Archiv, 27. Sep 2015)

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Andacht Archiv-Nr. 4752

für den 27. Sep 2015 - Autor:

Wie gehe ich mit dem Teufel um?

''Als aber Michael, der Erzengel, mit dem Teufel stritt und mit ihm rechtete um den Leichnam des Mose, wagte er nicht, über ihn ein Verdammungsurteil zu fällen, sondern sprach: Der Herr strafe dich!''

Judas 1,9 *©*
 

Michael ist ein großer Engelfürst (Daniel 12,1), also ein himmlisches Wesen mit großer Kraft und Macht, Würde und Autorität. Er war gewiß nicht erfreut über die Machenschaften des Cherubins Satan (Hesekiel 28,14) und hat sozusagen Auge um Auge mit ihm um den Leichnam des Mose gestritten. Für uns ist interessant und wichtig, wie er mit dem Satan umgegangen ist. Er hat ihm nicht gedroht, ihn nicht angegriffen oder beleidigt oder Vorschriften gemacht. Stattdessen hat er ihm Gottes Gericht unterstellt und sich selbst zurückgehalten. Was hätte er ihm auch sagen können, was er nicht selbst schon wusste? Uns wird nun geraten dem Teufel (den wir nicht sehen können) zu widerstehen, damit er von uns flieht (Jakobus 4,7). Aus uns selbst können wir das nicht, sondern nur durch den Glauben an Jesus Christus. Nun gibt es Christen, die meinen, sie könnten ''die Hölle plündern'' und dem Teufel ''den Mund stopfen und in Ketten legen'' und manche meinen auch, sie könnten den Satan auslachen. Ganz Mutige wollen ''dem Teufel in die Augen sehen'' um ihn dann zu maßregeln. Ich weiß ja nicht, aber ist so etwas angemessen und im Sinne Gottes? In 1. Petrus 5, 8-9 lesen wir: ''Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Dem widersteht, fest im Glauben, und wisst, dass ebendieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen''. Was man nun mitunter an verbalen Auseinandersetzungen mit dem Fürsten der Finsternis von einigen Menschen hört und liest, kann man kaum nüchtern nennen. Das ist eher eine fromme Arroganz und eine hochmütige Selbstbeweihräucherung, weil man denkt, man habe die Kraft Gottes in den eigenen Händen. Aber die Wahrheit ist, wir haben gar nichts in den Händen und sind nur Begnadigte und ganz und gar in allem von Gott und seinem Willen abhängig.

Nicht wir bestimmen was Gott mit seiner Kraft und seinem heiligen Geist tut oder lässt. Menschen, die dem Teufel nicht widerstehen, sind dem ''Verkläger der Brüder'' (Offenbarung 12,10) ziemlich egal. Und wer meint, man widersteht dem Teufel, indem man sich mit ihm hochnäsig beschäftigt, irrt sich sehr. Der Heilige Geist in den Gläubigen verhält sich nicht ungehörig oder bläst sich auf - das hat er nicht nötig. Er ist eher leise statt laut und sanft statt brachial. Der Erzengel Michael und Jesus Christus selbst, haben sich auf ein direktes Gespräch mit dem Satan eingelassen und ihm widerstanden. Eva tat dies im Paradies auch und widerstand nicht, obwohl sie ein vollkommener Mensch war (bis dahin ohne Sünde) und Gott ebenfalls im Garten Eden weilte. Wir sind als schwache, fleischliche Menschen niemals in der Position dem Teufel zu widerstehen, wenn Jesus uns nicht beschützt. Und dazu brauchen wir Demut und nicht Hochmut. In dieser Welt haben wir als Kinder Gottes so manche Anfechtung zu bestehen, und Gott lässt das auch manchmal zu, damit wir lernen und wachsen. Wenn wir aber meinen in Anmaßung mit dem umzugehen, was Gott uns als Unterpfand der Erlösung geschenkt hat, und dadurch auch andere Glaubende verärgern können (2. Korinther 5,5), dann geben wir dem Teufel Raum. Das ist möglich, auch als Christ. Aber genau das sollen wir nicht tun (Epheser 4,26-27: ''Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, weil wir untereinander Glieder sind. Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen und gebt nicht Raum dem Teufel''). Der Erzengel wagte es nicht, ein Verdammungsurteil gegen den Teufel auszusprechen. Wie viel mehr gilt das dann für uns?

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