Wer war Judas? -|- Andacht von Jörg Bauer (Daily-Message-Archiv, 25. May 2015)

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Die tägliche Andacht

Andacht Archiv-Nr. 4627

für den 25. May 2015 - Autor:

Wer war Judas?

„Sechs Tage vor dem Passafest kam Jesus nach Betanien, wo Lazarus war, den Jesus auferweckt hatte von den Toten. Dort machten sie ihm ein Mahl, und Marta diente ihm; Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tisch saßen. Da nahm Maria ein Pfund Salböl von unverfälschter, kostbarer Narde und salbte die Füße Jesu und trocknete mit ihrem Haar seine Füße; das Haus aber wurde erfüllt vom Duft des Öls. Da sprach einer seiner Jünger, Judas Iskariot, der ihn hernach verriet: Warum ist dieses Öl nicht für dreihundert Silbergroschen verkauft worden und den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, weil er nach den Armen fragte, sondern er war ein Dieb, denn er hatte den Geldbeutel und nahm an sich, was gegeben war“.

Johannes 12, 1-6 *©*
 

Was war das Wesen des Judas? Manche sagen, Judas sei ein Sozialromantiker gewesen, ein frommer Schöngeist ohne Wurzeln, oder auch ein radikaler, politisch-motivierter Fanatiker, der Jesus für seine Zwecke missbrauchen wollte. Als das nicht klappte, hat er ihn dann am Ende seinem Schicksal überlassen und noch etwas nachgeholfen. Wie ging Jesus mit ihm um? Er hatte eine starke Neigung zur Habsucht und zu fremdem Eigentum. Er war ein Dieb! Im Grunde hat er Gott bestohlen. Jeder von uns hat hervorstechende gute und auch schlechte Eigenschaften. Was tat Jesus? Er vertraute ausgerechnet ihm den Beutel mit dem Geld der Jünger an (Johannes 13,29). Das war Absicht und keine Fehleinschätzung. Kleiner Einschub, weil dies auch für uns wichtig sein könnte. Frage: Werden auch wir möglicherweise genau mit den Dingen immer wieder konfrontiert, wo wir schwach sind und leicht verführbar? Hier erleben wir nun wie Jesus Menschen die ihm nachfolgen wollen sozusagen therapiert. Das ist mitunter ein Prozess! Er gibt ihnen die Chance sich zu bewähren indem sie mit den Dingen des Anstoßes direkt konfrontiert werden. Jesus will uns helfen unsere Charaktersünden zu überwinden und durch Glaube stark zu werden wo wir schwach sind. Es sind manchmal Dinge, die uns daran hindern können unsere eigentliche Bestimmung zu finden, die uns sogar kaputt machen können. Wir können so wie wir sind zu Jesus kommen, aber wir sollen nicht so bleiben! Die Sünde ist der Leute Verderben (Sprüche 14,34) und sie gibt sich nicht mit ein wenig Aufmerksamkeit zufrieden. Sie will uns beherrschen und nach unten ziehen. Am Beispiel von Judas wird das überdeutlich. Das Ende von Judas lesen wir in Matthäus 27,5: ''Und er warf die Silberlinge in den Tempel, ging fort und erhängte sich''. Er steht möglicherweise auch für all die Menschen, die das Evangelium hören, es aber nie für nötig hielten, es für sich selbst in Anspruch zu nehmen, auch wenn sie scheinbar nahe dran sind. Judas hörte Jesu Worte, aber irgendwie dann doch nicht. Eine Neugeburt hat er nie erlebt. Der Teufel fuhr darum in Judas, weil er es konnte (Lukas 22,3) . Da war dann irgendwann kein Widerstand mehr. Möglicherweise war es die Sünde gegen den Heiligen Geist? Die kann nicht vergeben werden (Matthäus 12. 31-32). Was macht der Heilige Geist? Er heiligt Menschen (Römer 1,4)! Er überführt sozusagen den Sünder und stellt ihm die Gnade im Evangelium deutlich vor Augen. Um das Wesen von Judas ein wenig besser kennenzulernen, können wir versuchen Vergleiche zu ziehen. Zum Beispiel mit Petrus.

Der Unterschied zwischen Petrus und Judas war, daß Petrus ein Kind Gottes, ein Gläubiger und ein Nachfolger war (wurde) und durch sein Fehler lernte Gottes Gnade zu vertrauen. Jemand der also an die vergebende Gnade im Sohn Gottes für sein eigenes Leben und auch seinem Versagen als Apostel (Stichwort: Verleugnung) von Herzen glaubte. Davon war Judas offensichtlich weit entfernt. Judas bestrafte sich in seinem Irrglauben selbst, aber für Petrus (und uns) galt, was in Jesaja 53,5 prophetisch über Jesus Christus steht: ''Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt''. Der Teufel flieht von uns wenn wir ihm widerstehen (Jakobus 4,7). Judas floh nicht, sondern gab sich seiner Habsucht und seinem Unglauben hin. Jesus selbst sagte, daß Judas ein Teufel ist! Der Teufel flieht ja nicht vor sich selbst. Als Christen leben wir nicht im frommen Vakuum, sondern sind wie Schafe unter die Wölfe geworfen (Matthäus 10,16). Judas war so ein Wolf, allerdings im Schafspelz. Er wurde von Jesus siebenmal freundlich und eindeutig ermahnt (u.a. Johannes 13,26). Er hatte durchaus die Möglichkeit umzukehren, seine Neigung zu bekennen und Buße zu tun. Gott gab diesem Mann die Möglichkeit, sein Kind zu werden und ewiges Leben zu erhalten! Aber er hielt beharrlich an seiner Sünde fest obwohl der Sohn Gottes direkt vor ihm stand und mit ihm von Angesicht zu Angesicht redete. Erst dann fuhr der Satan in ihn, nicht vorher! Und selbst nach dem Verrat hätte Judas, anstatt sich aufzuhängen, mit seinem schlechten Gewissen zum Kreuz nach Golgatha gehen können - Jesus hätte ihm wohl vergeben. Lukas 24,26 sagt uns nun: „Musste nicht der Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen“? Das stimmt sicherlich, aber das besagt nicht zwangsläufig, daß Judas Iskariot keine Wahl hatte und nur ein Spielball der Vorherbestimmung war. Gott wusste es – das ist alles! Gott ist kein Zyniker, der über Leichen geht, nur um seine Pläne durchzusetzen. Judas konnte bzw. wollte einfach seine Sünde nicht loslassen. Gottes Vergebung stand auch für Judas bereit! Judas aber nahm Gottes Vergebung nicht an. Er wollte sich selbst nicht vergeben. Gott richtet uns nicht, weil wir Sünder sind, sondern weil wir es bleiben wollen.

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