Vater unser (Teil 1) -|- Andacht von Rainer Gigerich (Daily-Message-Archiv, 22. Aug 2012)

Daily-Message
Die tägliche Andacht

Andacht Archiv-Nr. 3621

für den 22. Aug 2012 - Autor:

Vater unser (Teil 1)

Unser Vater im Himmel! Geheiligt werde dein Name.

Mt. 6,9 *©*
 

Ich möchte mit der Andacht heute eine kleine Reihe zu einem der bekanntesten Texte im Neuen Testament beginnen, zum ''Vater unser''. Dieses Gebet, das uns Jesus zu beten lehrte finden wir bei Matthäus in der sogenannten Bergpredigt (Kapitel 5-7). In Kurzform fasst dieses Gebet all das zusammen, mit dem wir vor unseren Vater treten sollen und dürfen.

Es geht sicherlich nicht darum, diesen Text, wie es lange gemacht wurde, wie eine magische Formel auf zu sagen. Dieses Gebet soll und will mit unseren eigenen Gedanken, ob sorgenvoll oder voll Freude gefüllt werden. Es soll als Anregung dienen, unser Gespräch mit Gott zu beginnen und im gegenseitigen Hören und Reden fort zu setzen.

Unser Vater im Himmel!

Schon der erste Satz, auch wenn er grammatisch nicht vollständig ist hat schon wichtige Aussagen. Zum einen wird Gott hier als unser Vater angeredet. Dies war schon zu Jesu Zeiten eine sehr starke Aussage. Wie können wir einen heiligen Gott als Vater oder wie es an anderen Stellen heißt als Papa anreden? Jesus nutzt diese Anrede um damit zweierlei auszudrücken. Zum einen ist Gott unser Schöpfer. Er hat die Welt und auch uns Menschen aus dem Nichts erschaffen. So, wie wir einen leiblichen (menschlichen) Vater haben, ist Gott in seiner Schöpfungskraft unser himmlischer Erzeuger und Vater.

Doch auch in seiner Beziehung zu uns Menschen ist Gott uns ein liebender Vater. Von unserer Zeugung im Mutterleib über die Geburt und unser irdisches Leben begleitet er uns auch mit seiner Liebe und Fürsorge bis in seine Ewigkeit.

Wie für ein kleines Kind der leibliche Vater der Größte ist, der, der alles kann, so dürfen wir auch als erwachsene im himmlischen Vater den Allmächtigen sehen, der vom Himmel auf uns schaut und uns behütet.

Geheiligt werde dein Name.

Hier wird zum einen auf die 10 Gebote angespielt. In 2. Mose 20, 7 heißt es: ''Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes nicht missbrauchen.'' Keine Floskeln und kein unnützes Geschwätz sollen wir über den Namen Gottes machen, auch keine Schwüre oder Ähnliches.

Aber dieser Satz will uns noch mehr sagen. Schon im Alten Testament steht ein Name auch für seinen Träger. ''Fürchte dich nicht, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein'' lesen wir in Jesaja 43,1.
Wenn Gott einen Menschen segnet, so gibt er ihm oft einen neuen Namen. Aus Abram wurde Abraham, aus Jakob wurde Israel und im Neuen Testament wurde aus dem Christenverfolger Saulus dann der Apostel Paulus.

Bei Gott steht der Name für die Person und Gottes Namen zu heiligen heißt also auch Gott selbst zu heiligen. Doch was bedeutet dieses heiligen? Es geht hier nicht um irgendetwas Mystisches oder Kultisches. Das Wort ''heilig'' bedeutet in seinem Ursprung soviel, wie ''ausgesondert''.

Wenn Gott heilig ist, bedeutet das, dass er mit unserer Sündigkeit und Weltlichkeit nichts, aber auch rein gar nichts gemeinsam hat.
Das ist auch der Grund, warum Jesus am Kreuz von Golgatha sterben mußte. In unserer Sündigkeit können wir keine Gemeinschaft mit Gott haben. Erst dadurch, dass Jesus unsere Schuld auf sich nahm und mit seinem Tod dafür bezahlte, sind wir vor Gott auch geheiligt, der Sünde abgestorben und abgesondert. Das Kreuz ist unsere Brücke hinüber zu Gottes Heiligkeit.

So wie Gott uns durch den Tod seines Sohnes geheiligt hat, sollen auch wir ihn heiligen.

Ich wünsche dir heute gesegnete Gespräche mit deinem himmlischen Vater.

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