Geistloser Glaube -|- Andacht von Jörg Bauer (Daily-Message-Archiv, 15. May 2010)

Daily-Message
Die tägliche Andacht

Andacht Archiv-Nr. 2791

für den 15. May 2010 - Autor:

Geistloser Glaube

''Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen!''

Johannes 3,3 *©*
 

Kann es sein, daß es Menschen gibt, die sich Christen nennen, und nicht von neuem geboren sind? Der Verdacht liegt nahe, da auch die Bibel davon spricht, daß es solche gibt, die sogar meinten im Namen Jesu viele Wunder getan, und böse Geister ausgetrieben zu haben (Matthäus 7,22). Und doch muss Jesus diesen Leuten eines Tages sagen müssen: ''Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen'' (Vers 23). Entscheidend ist tatsächlich in erster Linie nicht das was man tut, sondern das was man vor Gott ist. Man kann keine bösen Geister ausgetrieben und keine Wunder im Namen Jesu getan haben, und doch von Gott gekannt sein. Das Kriterium, daß den einen vom anderen Gläubigen unterscheidet, ist die Neugeburt aus Wasser und Geist (Johannes 3,5). Was ich mich nun hierbei frage ist, wie man sich selbst so täuschen kann? Hat so jemand, der sich Christ nennt, aber offensichtlich doch keiner ist, das Evangelium nicht verstanden? Hält er sich etwa nicht für einen Menschen, der ohne Vergebung der Sünden verloren gehen muss? Denkt er sein religiöses Wissen ist ausreichend für einen Platz im Himmel? Es ist schwer solche Fragen zu beantworten, ohne sich vielleicht auch unbewusst durch solche Gedanken über andere zu erheben? Nikodemus, mit dem Jesus damals redete, war sicherlich ehrlich und aufrichtig, und hat doch nichts davon begriffen, was der Sohn Gottes über Neugeburt gesagt hat (Johannes 3,4). Aber hätten wir das damals verstanden? Der Heilige Geist kommt zu solchen, die an das von Herzen glauben, was in Johannes 3,16 steht: ''Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat''. Wer seine Verlorenheit vor Gott einsieht, und weiß, dies dadurch ändern zu können, indem er an Jesus Christus (das Lamm Gottes) als Sündenvergeber glaubt, wird diese Neugeburt erfahren. Es ist eine himmlische Bestätigung, daß Gott unseren Glauben an seinen Sohn anerkennt, wenn sein Geist in uns Wohnung nimmt (Johannes 14,23). Ich denke Nikodemus hat das dann später auch verstanden, und sein theoretischer Glaube (an den alten Bund) wurde lebendig durch die Gnade die er in Jesus Christus finden durfte.

Echter Glaube ist eine Reinigung der Seele durch den Gehorsam der Wahrheit (1. Petrus 1,22: ''Habt ihr eure Seelen gereinigt im Gehorsam der Wahrheit zu ungefärbter Bruderliebe, so habt euch untereinander beständig lieb aus reinem Herzen''). Das zeichnet einen geistvollen Glauben auch aus, daß man seine Glaubensgeschwister liebt (den Willen dazu hat). Gott ist Geist (Johannes 4,24) und ebenso Liebe (1. Johannes 4,8) also gehört das auch zusammen und zeigt sich praktisch. Eine natürliche Geburt wird durch den männlichen Samen bewirkt und ist entsprechend (biologisch) der Zeit und somit der Vergänglichkeit unterworfen. Aber eine unnatürliche, also geistliche (nicht biologische) Geburt wird durch einen unvergänglichen Samen bewirkt. Dieser Same ist das Wort Gottes, was ewig bleibt (Jesaja 40, 6-8). Der Glaube kommt aus der Predigt und das Predigen durch das Wort Christi (Römer 10,17). Vielleicht haben Menschen, die keine Neugeburt erfahren haben, nie eine geistvolle Predigt gehört? So eine, die das Evangelium verkündigt? Heutzutage wird auf vielen Kanzeln über Politik gesprochen, über Ökumene, über soziale Projekte, über Naturkatastrophen und den Verfall der Moral, aber wo bleibt Jesus Christus? Wo wird noch die Vergebung der Sünden verkündigt und in den Mittelpunkt gestellt? Das ''Reich Gottes'' von dem Jesus sprach (Lukas 17,21) war er selbst. Jesus muss einen in der Seele berühren, er selbst, sonst glauben und dienen wir nach dem Buchstaben (Römer 7,6). Ohne Neugeburt kann man nicht erkennen, wer Jesus wirklich ist und was am Kreuz geschah. Man kann tatsächlich in seinem eigenen Geist glauben. Aber das führt nur in die Religiosität. In Johannes 1, 11-13 lesen wir entsprechend: ''Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind''.

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