Warum ich? -|- Kurzandacht (Daily-Message Archiv, 07. Feb 2003) - von Rainer Gigerich

Daily-Message
Die tägliche Kurzandacht

Archiv - Andacht Nr. 137

für den 07 Feb 2003

Warum ich?

Da brachte man auf einer Tragbahre einen Gelähmten zu ihm. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Hab Vertrauen, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.

Mt. 9, 2 *©*
 

Wieder mal so ein Tag, an dem ich erst nach zwölf Stunden Arbeit nach Hause ging; wieder so ein Tag, an dem ich denke, die gelegentlichen Magenschmerzen werden bald zu einem Magengeschwür; wieder so ein Arbeitstag, der mich auch im Feierabend nicht losläßt und meine Gedanken wie ein Magnet festhält.
Kennt ihr soetwas in der Art auch? Man sieht keine Fehler in seinem Tun, aber trotzdem - warum ich???

So in der Art wird in der Bibel auch Hiob beschrieben. Ja, er ist ein Mensch untadlig in seinem Tun, der auf Satans Einwirken einem Test unterzogen wir. Er hadert mit Gott um seiner und Gottes Gerechtigkeit willen.

Warum ich? Wir haben so viele Gründe und Argumente. Warum ich? Wir sind doch gerecht? Warum ich? Es sind doch so viele viel schlechter als ich. Warum ich? Womit hab ich das verdient?

Mir fällt dazu eine kleine Geschichte ein:
Ein reicher Mann ist gestorben und kommt vor Gott. Der Mann spricht: Ich habe viel gesündigt, aber auch viel Gutes getan, das gleicht sich aus. Ich habe viel betrogen, aber auch viel Geld gespendet, das gleicht sich aus. Ich habe viel geflucht, aber auch viel gebetet, das gleicht sich aus. Gott spricht zu ihm: Ich habe dich erschaffen und der Teufel soll dich holen, das gleicht sich auch aus.

Ich glaube, durch unsere Gerechtigkeit und durch unser Handeln können wir uns vor Gott nie rechtfertigen.

Mir hilft dabei die Bibelstelle oben oft weiter. Der Gelähmte, der zu Jesus gebracht wird. Jeder denkt, daß er nun geheilt wird. Und was tut Jesus? Er sagt einfach: Deine Sünden sind dir vergeben.

Das, was uns wirklich und allein hilft, ist, uns Gottes Gnade zu unterstellen. Allein durch unseren Glauben heilt er uns in unserem Inneren. Allein durch seine Gnade gibt er uns auch äußerlich die Möglichkeiten zu leben.

Auch Hiob erkennt, daß er Gott nicht begreifen kann, daß sein Weg mit ihm höher ist, als das, was er verstehen kann. Und Gott segnete ihn und gab ihm die Freude seines Lebens zurück.

Der Herr segne und behüte dich.
Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig.
Der Herr hebe sein Angesicht auf über dich und schenke dir Frieden.

Rainer Gigerich


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