mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 3732 - Tue., 11 Dec 2012

Das Licht der Liebe Teil 2

„Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.“

Sacharja 9,9


Liebe zum anderen, das sich ganz verschenken - aber gleichzeitig auch die Liebe zu sich selbst. Gott will nicht Menschen, die sich selbst verzehren und aufgeben. Gott will Menschen, die werden, was sie sind. Die alles heraus lassen, was in ihnen steckt. Menschen, die keine Rolle spielen, die ihnen andere aufdiktieren wollen. Die Rückrat zeigen und Grenzen anerkennen. Die stark sind schwach zugleich, weil sie Mut haben und doch nicht kämpfen, weil sie lieben. Menschen, die Gott auf ihrer Seite haben, weil sie barmherzig sind, Frieden stiften, gewaltlos leben. Es gibt solche Menschen. Sie stehen oft nicht im Scheinwerferlicht, sie leuchten aus sich heraus, strahlen - aber es braucht Geduld und die richtigen Augen, sie zu sehen. Was ist das gute Licht, das uns wirklich etwas erhellen kann und die richtige Richtung weist.
Wir sprechen von „lichten Momenten“ - in der Adventszeit meint dies, etwas vom Licht Gottes, vom Licht der Liebe, in unserem Alltag zu entdecken und wirken zu lassen - damit unsere Leben mehr Sinn erhält, als nur am Ende eine aufgeräumte Wohnung zu hinterlassen.

Da ist dieser alte König. Lebenserfahren und doch immer noch auf dem Weg, immer noch fragend. Er weiss nicht alles, er weiß nicht, welcher der beiden Söhne der bessere ist. Er ruft sie in die große Halle. „Bis zum Abend habt ihr Zeit“, sagte er, „diese Halle zu füllen. Wer es schafft, soll mein Nachfolger werden.“
Da ist der Ältere. Der Clevere. Er kauft für das bisschen Geld Spreu. Ein Abfallprodukt. Etwas, was ideal den Zweck erfüllt, mit wenig Aufwand eine große Leer zu füllen.„Du kannst mich zum König machen“, rief der Ältere seinem Vater zu, „ich habe die Halle gefüllt.“ Aber der Vater wollte noch warten. Als es dämmerte, kommt schließlich der Jüngere. „Räumt dieses nutzlose Zeug hier raus“, sagte er. Dann stellte er eine Kerze in die Mitte der Halle. Er zündete sie an. Warmes Licht füllte den ganzen Raum und ließ die Gesichter des Königs und der Söhne, der Diener und der Mägde leuchten. Der alte König lächelt: „Du wirst mein Nachfolger.“
Zwei wichtige Kleinigkeiten. Zum einen: Der alte König wartet. Er wartet, bis es dämmert. Er ist nicht wie wir, die wir oft keine Geduld haben. Schnell entscheiden fertig - oh nein. Der Ältere kriegt den Zuschlag. Er hat das bessere Angebot gemacht. Vorgaben erfüllt, gute Note, fertig, weiter geht’s. Nein, der alte König wartet. Vielleicht weiss er gar nicht, worauf oder nur aus Prinzip? Vielleicht wartet er nur aus Protest. Ich mache die schnellen Entscheidungszwänge nicht mit. Ich habe Zeit. Vielleicht wartet er aber auch ganz einfach aus Liebe. Liebe ist grenzenlos. Liebe ist kein Gesetz. Liebe verhält sich ganz anders. Das Herz des alten Mannes ist noch offen für die Liebe. Irgendwann, irgendwie wird noch das ganz Besondere Wirklichkeit werden.
Das zweite: Was macht der jüngere Sohn zuerst? Er räumt erst einmal die große Halle leer. Er reinigt alles vom Spreu. Das ist die Voraussetzung für das Erkennen des Lichtes. Erst einmal muss es leer werden in uns. Er muss aufgeräumt werden mit den unwichtigen, aufgeblasenen Eitelkeiten, mit allem, was nur unfrei macht - damit Platz wird für das eigentlich Wichtige. Adventszeit ist Buß-Zeit. Zeit der Umkehr. Zeit des Nachdenkens und Meditierens. Hat mein Leben ein Ziel? Was ist der Sinn? Lasse ich diese eine Licht der Liebe in mir leuchten?

Am Ende lächelt der König. Es hat sich gelohnt, zu warten. Die Liebe hat ihn nicht enttäuscht. Das Licht siegte über die Dunkelheit. Sollten wir nicht auch viel mehr lächeln und strahlen, denn Jesus schenkte uns das Licht des Lebens. Schauen wir doch voll Zuversicht auf das Licht, das schon am Horizont zu erkennen ist, anstatt nur über die Dunkelheit zu jammern? Advent heißt: raus mit der Spreu und Platz machen für den, der da kommen will. Peter Horst sagt:
Sagt es leise weiter; sagt allen, die sich fürchten, sagt leise zu ihnen: Fürchtet euch nicht, habt keine Angst mehr, Gott kommt. Er kommt in unsere Welt,
einfach, arm, menschlich. Sucht ihn nicht über den Sternen, nicht in Palästen, nicht hinter Schaufenstern. Sucht ihn dort, wo ihr arm seid, wo ihr traurig seid und Angst habt. Da hat er sich verborgen, da werdet ihr ihn finden, wie einen Lichtschein im dunklen Gestrüpp, wie eine tröstende Hand, wie ein Stimme, die leise sagt: Fürchte dich nicht.

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