Achtet aufeinander. -|- Andacht von Prädikant Bernhard Beck (Daily-Message-Archiv, 30. Oct 2017)

Daily-Message
Die tägliche Andacht

Andacht Archiv-Nr. 5516

für den 30. Oct 2017 - Autor:

Achtet aufeinander.

„Zuletzt, Brüder und Schwestern, freut euch, lasst euch zurechtbringen, lasst euch mahnen, habt einerlei Sinn, haltet Frieden! So wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein.“

2.Korinther 13,11 *©*
 

Liebe Brüder und Schwestern in Christus!

So viele gute Ratschläge in einem einzigen Satz! Und wirklich: gute Ratschläge! Die Freude etwa ist ja wie ein Lebenselixier. Wenn ich einem alten Menschen zum Geburtstag gratuliere, füge ich neben dem Wunsch nach Gottes Segen immer hinzu: „…und täglich ein wenig Freude!“ Wie oft habe ich dann schon gehört: „Wahrhaftig, Freude braucht man auch!“ Oder: „Ohne Freude ist ja alles nichts!“ Mit dem zweiten werden wir mehr Schwierigkeiten haben: „Lasst euch zurechtbringen.“ Sind wir denn auf einem falschen Weg? Gehen wir denn in die Irre? Haben wir Umkehr und Besinnung nötig? Ich meine: Ja, allerdings! Und ich verstehe nicht, was uns daran so schwer fällt. Es geht doch nicht darum, dass ich mich öffentlich zu einer belastenden Vergangenheit bekenne. Mir wird doch nicht auferlegt, mich vor den Menschen von dem zu distanzieren, was ich bis heute gesündigt, wo ich Gott und Menschen beleidigt und gekränkt habe. Es geht um eine Sache zwischen mir und meinem Gott: „Lasst euch zurechtbringen.“ Vielleicht denken wir da an das Bild vom guten Hirten, das uns doch aus dem 23. Psalm so vertraut ist oder von einem Wandbild aus Älterer Zeit, das Jesus als den Hirten seiner Menschen darstellt. Es soll doch kein „Schaf“ bloßgestellt werden, das sich verlaufen hat. Dieser Hirte Jesus will doch keine öffentliche Reue und Bloßstellung, dass er sagen könnte: „Du warst böse und schlecht!“ Und zu den anderen: „Seht dieses Schaf an und hütet euch vor den abtrünnigen Wegen, die es gegangen ist!“ Dass wir einen Halt an ihm haben, das will unser guter Hirte Jesus, dass wir bei ihm geborgen sind und Liebe erfahren, dass wir einen Weg einschlagen, der auch ein Ziel hat, dass so unser Leben einen Sinn bekommt und nicht einmal im Nichts endet! Nicht der schuldig gewordene Mensch kommt zu Gott und bittet um Entschuldigung, sondern einzig und allein von Gott geht die Versöhnung aus.

Deswegen geht es so weiter: „Lasst euch mahnen!“ Schaltet doch nicht immer gleich ab, wenn euch von Gott ausgerichtet wird, dass ihr und manches was ihr bis heute seid und tut, nicht in Ordnung ist. Es soll und kann doch in Ordnung kommen! Gott zeigt seine Gerechtigkeit, indem er Barmherzigkeit übt! Das ist die große Offenbarung. Paulus sagt, dass Gott „gerecht ist und gerecht macht“; d.h. er wird sich selbst gerecht, indem er den Menschen rechtfertigt. Denn tatsächlich ist Gott Liebe und Barmherzigkeit; deshalb wird er sich selbst gerecht – d.h., er zeigt sich als das, was er wirklich ist – wenn er Barmherzigkeit übt. Versöhnung ist ein wechselseitiges Geschehen: Sünde wird eingetauscht gegen Gerechtigkeit. Sünde ist das Verkrümmtsein des Menschen in sich selbst. Ich bin so fixiert auf mich, dass ich weder Gott noch andere Menschen an mich ran lasse. „Gott versöhnte die Welt mit sich selber.“ Er hat das gemacht, nicht unsere vorbildliche Frömmigkeit, unsere Kirchenzugehörigkeit, nicht einmal unser Glaube an Gott waren dazu notwendig. Und deswegen gilt die Versöhnung auch heute nicht nur den glaubensstarken Christen. Sie gilt den Zweiflern ebenso wie den Unentschlossenen. Sie gilt allen, restlos allen. Denen, die mit Kirche nichts am Hut haben genauso wie den Kirchvorstehern – und zwar im gleichen Maße. Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Gott hat sich seiner Schöpfung in Gänze erbarmt.

„Habt einerlei Sinn!“, so geht es weiter. Ich musste dabei an den Geist denken, der in unseren Tagen mehr und mehr – auch in unseren Dörfern und Städten – einzieht. Vielleicht kann man ja heute gar nicht mehr sagen, dass einer den anderen ausstechen, übertreffen, in den Schatten stellen will, dadurch, dass er immer noch ein dickeres Auto fahren muss als der andere oder ein größeres Haus hinstellen muss. Das Problem unserer Tage ist vielmehr die Gleichgültigkeit geworden. Ein schrecklicher Mangel an Interesse, an Mitgefühl oder gar Mitleid ist offenkundig. Schon der Nachbar ein Haus weiter interessiert doch oft nicht mehr, geschweige denn der Mitbewohner der Straße, unseres Viertels oder unseres Dorfes. Man hat ja auch so mit sich selbst zu tun, mit der eigenen Person, der Familie… Dann die Zerstreuung durch das Fernsehen, die Ängste und Sorgen, die wir uns machen und machen müssen, wenn wir über unseren Tellerrand hinausschauen. Ablesen kann man die Wirkungen dieses Geistes etwa an Veranstaltungen im Dorf oder auch in der Stadt, von unserem Gesangverein oder einem andern Kulturträger: Für 500 Menschen sind Stühle gestellt worden, 200 werden nur besetzt. „Habt einerlei Sinn!“ Das hieße auch: Den anderen wieder wahrnehmen, seine Arbeit für die Gemeinschaft honorieren, hingehen, mitmachen, teilnehmen.

„Haltet Frieden“ schließlich, heißt die letzte Empfehlung. Und ich höre das heute so: Nicht, bleibt für euch, nicht, verhaltet euch ruhig, nicht, bleibt auseinander, weil das die beste Gewähr dafür ist, dass ihr nicht aneinander geratet oder euch streitet. „Haltet Frieden“ im Kontakt miteinander! Geht Beziehungen ein. Nehmt neu Kontakt auf, weil ihr erkannt habt, dass ihr zusammengehört und keiner allein, nur für sich leben kann, jedenfalls nicht so, dass dieses Leben diesen Namen verdient. „Haltet Frieden“ bedeutet: offen auf den anderen zugehen, in ein ehrliches Gespräch miteinander kommen, Vorurteile ablegen und den anderen sehen, wie er ist, er ist auch ein Geschöpf Gottes, wie du, neues Vertrauen gewinnen, bereit sein zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe. Amen.

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