Vergänglichkeit und Hoffnung -|- Andacht von Jörg Bauer (Daily-Message-Archiv, 05. Sep 2017)

Daily-Message
Die tägliche Andacht

Andacht Archiv-Nr. 5461

für den 05. Sep 2017 - Autor:

Vergänglichkeit und Hoffnung

''Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war. Aber wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so groß! Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand: Am Ende bin ich noch immer bei dir.''

Psalm 139, 16-18 *©*
 

Alles Vergängliche hat ein Verfallsdatum. Die Schöpfung insgesamt ist der Vergänglichkeit unterworfen. Nicht weil sie das will, sondern darum, weil Gott es bestimmt hat (Römer 8,20). Dies ist aber auch nur ein Aspekt, ein erster Akt und keine abgeschlossene Entscheidung, sondern ebenso die Konsequenz der Erneuerung und die Voraussetzung für eine neue Schöpfung. Das Alte, der Samen (Weizenkorn) muß sterben, damit das Neue lebt und Frucht bringt (Johannes 12,24). Etwas Neues muss man nicht erneuern und die ''herrliche Freiheit der Kinder Gottes'' wäre nur eine plakative Tagträumerei, wenn es keine ''Knechtschaft der Vergänglichkeit'' geben würde (Römer 8,21). Eben weil das Natürliche nicht auf die Ewigkeit angelegt ist, kann man nicht von Freiheit reden, sondern (ohne Glauben an die Erlösung und Erneuerung) nur von einer unseligen Abhängigkeit mit negativer Perspektive . Hätten wir als Christen nicht die Hoffnung auf die Ewigkeit, das Unvergängliche und Unverwesliche, (also auf das Ende allen Seufzens, aller Ängste und Beschwernisse), hätte der Glaube an das Evangelium auch nur symbolischen Wert. Würden wir Gott suchen und uns nach Erlösung sehnen (durch Gottes Wirken), wenn wir nicht auch den Druck und die Last der Vergänglichkeit spüren würden (Psalm 102,21)? Wir sollen das Vergängliche und Geschehene nicht zur Hauptsache machen und nicht in der Vergangenheit leben, sowie unsere Gedanken ständig mit Dingen bedrücken und belasten, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Paulus schrieb der Gemeinde in Philippi: ''Meine Brüder, ich schätze mich selbst noch nicht so ein, dass ich's ergriffen habe. Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus'' (Philipper 3, 13-14). Paulus hatte in seinem Leben vor der Bekehrung viel erlebt und ebenso viel Falsches und Verkehrtes getan und verursacht. Durch seine Begegnung mit Jesus Christus bekam er von jetzt auf nachher eine völlig neue Sicht der Dinge. Er konnte mit seinem alten Leben abschließen, weil er etwas Besseres gefunden hatte und ihm seine Sünden vergeben wurden (Philliper 3, 6-11).

Jedes Ereignis in unserem Leben öffnet eine neue Tür und schließt manchmal auch eine andere Tür, die bisher offen war. Paulus konnte kein gesetzlicher Pharisäer mehr bleiben, sondern wurde zum Apostel des Evangeliums. Er konnte die Gemeinde nicht mehr verfolgen, sondern war fortan um ihr Wohl besorgt. Unser Leben liegt in Gottes Händen - auch das Verfallsdatum unseres äußeren Menschen hat Gott bestimmt. Sein Zeitplan für unser Leben ist am besten und niemand kann es besser regeln und keiner außer IHM weiß auch, wann unsere irdische Zeit ablaufen muss. Gott weiß was er uns zumuten kann und muss und wir dürfen IHM vertrauen, egal was passiert. Wir Menschen können bestimmen, wie lange eine Packung Milch oder eine Dose Ravioli haltbar und genießbar ist, aber unser irdisches Leben ist dann zuende, wenn Gott es bestimmt hat (Hebräer 9,27). Wir haben in unserem Leben produktive und aktive Zeiten, ebenso gesundheitlich gute Jahre, in denen wir auf einem hohen Niveau wirken, arbeiten, bauen und auch unser Dasein genießen können. Dann gibt es auch Zeiten, wo víeles, was vorher funktioniert hat, nicht mehr geht. Dann spürt man seine Vergänglichkeit und auch seine Begrenztheit in allen Dingen. Der Verfall muss kommen - aber das ist kein Drama oder ein Unglück. Es ist eine notwendige Tatsache. Alles auf Erden hat seine Zeit, das Schöne und auch das Schlechte. Der weise König Salomo schrieb: ''Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende'' (Prediger 3,11). Wenn wir vom Glauben zum Schauen kommen, und wenn das Neue und Ewige kommt (was durch den Glauben schon in unseren Herzen wohnt) wird die Zeit keine Rolle mehr spielen. Sie ist dann einfach nicht mehr da (Offenbarung 10, 6-7). Gott wird alle Geheimnisse offenbaren, alles Unverständliche wird verständlich, alles Leid sinnvoll, jeder Weg und scheinbare Umweg ergibt einen tiefen Sinn und wir werden keine Fragen mehr haben. Gott ist des Vertrauens würdig - setzen wir drauf (Jesaja 8,17).

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