Der Dualismus des Glaubens -|- Andacht von Jörg Bauer (Daily-Message-Archiv, 17. Feb 2017)

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Die tägliche Andacht

Andacht Archiv-Nr. 5261

für den 17. Feb 2017 - Autor:

Der Dualismus des Glaubens

''Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet''.

Matthäus 6, 6-8 *©*
 

Manche Dinge im Glaubensleben ergeben menschlich gesehen keinen Sinn. Deswegen sind sie sicherlich nicht verkehrt. Aber wir stoßen hier eben zwangsläufig an unsere irdischen Grenzen, weil es nicht logisch ist, wozu wir aufgefordert werden. Hier einige Beispiele: 1. Beten obwohl Gott schon vorher weiß, um was wir bitten wollen 2. Buße tun, obwohl Gott allein zur Buße führt und erwählt 3. Jesus als Anfänger und Vollender des Glaubens annehmen 4. Das Wollen und Vollbringen aus Gottes Hand nehmen 5. Aktive Nachfolge trotz Gottes souveräner Heiligung. Hinzu kommt das Wirken Gottes in ganz unterschiedlichen Punkten und unter bestimmten Gegebenheiten, die uns manchmal auch zu kritischem Nachdenken führt. Das ist sogar mitunter der Punkt, wo einige glaubensmäßig aussteigen. Die Bibel wurde von Menschen geschrieben und dennoch sind es Worte aus dem Heiligen Geist, der über die Jahrhunderte hinweg gesprochen hat und es heute noch tut. Das alles kann einen begeistern oder auch verstandesmäßig so zusetzen, daß man Gott nie so wahrnimmt und versteht, wie es möglich wäre. In Philipper 2, 12-16 schreibt der Apostel Paulus: ''Also, meine Lieben, – wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit – schaffet, dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern. Denn Gott ist's, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen. Tut alles ohne Murren und ohne Zweifel, damit ihr ohne Tadel und lauter seid, Gottes Kinder, ohne Makel mitten unter einem verdorbenen und verkehrten Geschlecht, unter dem ihr scheint als Lichter in der Welt, dadurch dass ihr festhaltet am Wort des Lebens, mir zum Ruhm an dem Tage Christi, sodass ich nicht vergeblich gelaufen bin noch vergeblich gearbeitet habe''. Auch hier wird uns tatsächlich zugemutet mit ''Furcht und Zittern'' unsere Seligkeit zu suchen. Ist das nicht ein Widerspruch zur werkeunabhängigen Gnade? Kann man so sehen, wenn man es will, aber ist es das wirklich?

Es geht um Glaube und in dem Zusammenhang um Respekt vor Gott. Wer kann IHN ergründen? Wir haben nicht Gottes Einstellung und seine Gedanken. Auch wenn Gott schon von ferne alles weiß und sieht, sollen wir dennoch bitten, laufen, arbeiten, glauben und zittern und fürchten. Es wird uns nicht schaden, sondern uns letztlich stärken, trainieren, erhalten, befrieden und tüchtig machen - in dem HERRN. Gott ist der ''El Shaddai'', also der Allmächtige, der keinen Anfang und kein Ende hat und in einem Licht wohnt, wo niemand hinkommen kann. Tausend Jahre sind vor IHM wie ein einziger Tag und keiner ist IHM gleich. Und wenn Gott diesen himmlischen Dualismus zulässt und damit gegen jeden menschlichen Verstand vorgeht (der Gott ohnehin nicht erfassen kann), dann ist das sein gutes Recht und zeigt auch hier nur seine Souveränität. Gott will nicht in erster Linie verstanden, sondern geliebt und für glaubwürdig gehalten werden. Aller Himmel Himmel können Gott nicht fassen. Auch daß dieser ewige Gott uns als Vater, Sohn und Heiliger Geist begegnet, sprengt unsere Vorstellung und unseren Intellekt. Wenn wir beten ist das weit mehr als nur Dank, Fürbitte, Anbetung und Bekenntnis, sondern Ausdruck einer Beziehung zum Allerhöchsten. Was tat Adam im Paradies vor dem Sündenfall? Er wandelte mit Gott im Garten! Adam ging mit Gott spazieren und sie haben sich ausgetauscht und Gemeinschaft miteinander gehabt wie zwei richtig gute Freunde. Es geht nicht nur um bloße Existenz und darum, daß Gott die Steine aus dem Weg räumt (durch das Evangelium), sondern um ein perfektes Miteinander in Liebe, Vertrauen, Respekt und Freude - bis in alle Ewigkeit. Halleluja!

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