Mein Gott, mein Gott ... -|- Andacht von Joseph Gehr (Daily-Message-Archiv, 26. Mar 2016)

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Die tägliche Andacht

Andacht Archiv-Nr. 4933

für den 26. Mar 2016 - Autor:

Mein Gott, mein Gott ...

Ein Mann legte einen Weinberg an, zäunte ihn ein, stellte eine Weinpresse auf und baute einen Wachturm. Dann verpachtete er den Weinberg an einige Weinbauern und reiste ins Ausland. Zur Zeit der Weinlese beauftragte er einen Knecht, den vereinbarten Anteil an der Ernte abzuholen. Aber die Weinbauern schlugen den Knecht nieder und jagten ihn mit leeren Händen davon. Da schickte der Besitzer einen zweiten Boten. Auch den beschimpften sie und schlugen ihm den Kopf blutig. Den dritten Boten des Weinbergbesitzers brachten sie um. Immer wieder versuchte der Besitzer, zu seinem Ernteanteil zu kommen. Doch alle, die in seinem Auftrag kamen, wurden verprügelt oder sogar getötet. Nun blieb nur noch einer übrig: sein einziger Sohn, den er sehr liebte. Ihn schickte er zuletzt. 'Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben', sagte er sich. Aber die Weinbauern waren sich einig: 'Jetzt kommt der Erbe! Den bringen wir um, und dann gehört der Weinberg endgültig uns.' Sie ergriffen ihn, schlugen ihn tot und warfen ihn vor den Weinberg.

Markus 12,1-8 *©*
 

An einer Bushaltestelle sah ich vor einiger Zeit einen Jugendlichen stehen. Auf seinem T-Shirt war ein Kreuz aufgemalt und darunter stand: „Bad religion“ – also „schlechte Religion“. Es sah so aus, als hätte er es selbst angefertigt. Ich weiß natürlich nicht, ob er damit seine persönliche Überzeugung ausdrücken wollte oder welche womöglich schlechten Erfahrungen er mit dem Christentum gemacht hatte.
An diese Begegnung musste ich denken, als ich an Karfreitag dachte. Ob dieser Jugendliche wohl weiß, was damals auf Golgota geschehen ist? Und was bedeutet der Karfreitag den Menschen heute? Da wird Jesus von Nazareth hingerichtet – durch die grausamste Todesform der damaligen Zeit: die Kreuzigung. Aus der Hauptstadt Jerusalem waren die Gaffer gekommen und machten sich lustig über den Sterbenden. Nach einigen Stunden schrie er: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Der Sohn Gottes klagt seinen Vater in seiner Verlassenheit und Todesnot an. Ein erschütternder Ruf!
Nachdem Jesus am Palmsonntag in Jerusalem eingezogen war, hielt er eine große Rede über seinen Auftrag und brachte einen Vergleich. Der Besitzer eines Weinberges wollte wissen, wie es um den Weinberg steht. Er schickte Boten. Die wurden von den Pächtern misshandelt und ermordet. Dann schickte er seinen Sohn in der Annahme, dass sie ihn besser behandeln würden. Aber auch ihn töteten sie. So kam das große Strafgericht über die Pächter des Weinberges. Und ich frage mich, ob dieses Gleichnis nicht auch als Beschreibung dafür dienen kann, wie es mit dem Kommen des Sohnes Gottes in die Welt war: Hatte Gott seinen Sohn vielleicht deshalb auf die Erde geschickt, um zu sehen, wie es mit der Sache Gottes, der Religion, stand?
Die herrschende Klasse damals verübte einen Justizmord, denn Jesus hatte ihre Art der Religionsausübung schonungslos als falsch entlarvt und angeklagt. Und heute? Heute geht es nicht mehr um das Judentum der damaligen Zeit, sondern um das Christentum, das sich daraus entwickelt hat. Was hat das Christentum aus dem Kreuz gemacht – von den Kreuzzügen bis zu den Glaubenskriegen, von den Hexenverbrennungen unter vorgehaltenem Kreuz bis zur Lehre vom „gerechten Krieg“? Ja, im Namen der Religion wurde das Kreuz immer wieder zur Waffe, wurde es vom Heilszeichen zur Drohgebärde, wurde aus der Frohbotschaft die Drohbotschaft gemacht. Diejenigen, die heute das Kreuz als vergoldetes Abzeichen ihrer Kirchenzugehörigkeit am Revers oder als prunkvolles Schmuckstück um den Hals tragen, stehen auch für Mobbing in der Kirche, für Verachtung und Ausgrenzung von Menschen, für Gewalt im Namen des Kreuzes.
Die Anfrage an mich ganz persönlich aber lautet: Was hast du aus der Religion und im Namen der Religion gemacht? Und das ist die traurige Botschaft des Karfreitags, verbunden mit der Frage: Wer hat die Botschaft von der Liebe und Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes so schlecht gemacht, dass unser Herr Jesus deshalb so schrecklich leiden musste?

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