Ist der Mensch frei geboren? Teil 2 -|- Andacht von Jörg Bauer (Daily-Message-Archiv, 23. Nov 2022)

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Andacht Archiv-Nr. 7366

für den 23. Nov 2022 - Autor:

Ist der Mensch frei geboren? Teil 2

„O Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte; tilge meine Übertretungen nach deiner großen Barmherzigkeit! Wasche mich völlig [rein] von meiner Schuld und reinige mich von meiner Sünde; denn ich erkenne meine Übertretungen, und meine Sünde ist allezeit vor mir. An dir allein habe ich gesündigt und getan, was böse ist in deinen Augen, damit du recht behältst, wenn du redest, und rein dastehst, wenn du richtest. Siehe, in Schuld bin ich geboren, und in Sünde hat mich meine Mutter empfangen. Siehe, du verlangst nach Wahrheit im Innersten: so lass mich im Verborgenen Weisheit erkennen“!

Psalm 51, 3-8 (Schlachter 2000) *©*
 

Freiheit wird als Ideal und als unser absolutes Recht angesehen und (zumindest auf dem Papier) verteidigt und beschworen. Aber was ist Freiheit wirklich? In unserem Grundgesetz im Artikel 2 steht folgendes: (1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt. (2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden. Ist die Freiheit unserer Person wirklich unverletztlich? Ich glaube wir werden täglich verletzt und merken es oft noch nicht einmal. Jemand, der nicht an Gott und das Evangelium glaubt, verletzt sich permanent selbst, denn er lebt eine Lüge. Schon allein die Tatsache, daß wir Menschen sterben müssen, macht uns unfrei und deshalb kann man nicht von einer ''Entfaltung der Persönlichkeit'' sprechen (Römer 8,21). Es gibt Menschen, die versprechen einem Freiheit und nicht selten sind es solche, die durchaus auch den Begriff ''Gott'' im Munde führen. Sie ''predigen'' aber dämonische Lehren nach dem Motto: ''Sei dein eigenes Gesetz, dein eigener Gott und tue was du willst''! Aber zu tun was man will ist keine Freiheit, sondern Knechtschaft (2. Petrus 2, 18-20). Solche Menschen sind wie Brunnen ohne Wasser. Interessant ist auch die Aussage, daß in die Freiheit eines Menschen nur dann eingegriffen werden darf, wenn ein Gesetz es erlaubt. Also kann man auch aus Gottes Sicht feststellen, daß Gott das Recht hat uns aufgrund seines Gesetzes zu beurteilen und auch zu tadeln und zu bestrafen. Das zählt für alle Menschen und zu allen Zeiten. Wenn man das erkennt und einsieht, wird einem auch schnell klar, wie unmöglich es ist, dem Gesetz Gottes Genüge zu tun. Darum wurden gläubige Menschen durch Jesus Christus zur Freiheit befreit (Galater 5,1). Freiheit ist also etwas, was einem geschenkt wird durch den Glauben an die Erlösung von den Sünden. Eine Befreiung von dem, was man nie hätte schaffen können (was aber die Voraussetzung für die ewige Seligkeit im Himmel ist) - nämlich sündlos zu sein! Es ist Gottes Wille daß die Menschen sich mit Gott versöhnen lassen. Aber um das zu erfassen als Mensch brauchen wir ein verändertes Herz.

In Hesekiel 11, 19-20 steht: „Ich aber will ihnen ein einiges Herz geben, ja, ich will einen neuen Geist in euer Innerstes legen; und ich will das steinerne Herz aus ihrem Leib nehmen und ihnen ein fleischernes Herz geben, damit sie in meinen Satzungen wandeln und meine Rechtsordnungen bewahren und sie tun; und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein“. Wir können uns nicht selbst einen neuen Geist in unser Inneres legen – das sollte uns bewusst sein. Jesus sagte zu seinen Jüngern in Johannes 15,16: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und euch dazu bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit der Vater euch gibt, was auch immer ihr ihn bitten werdet in meinem Namen“. Zur Freiheit wird man berufen. Und diese Berufung können wir mit Inhalten füllen die in dem Begriff ''Liebe'' verwurzelt sind (Galater 5,13). Liebe zu Gott, zu seinen Glaubensgeschwistern und allen Menschen mit denen man zu tun hat. Wer das aus freien Stücken macht im Glauben und Wissen, daß es in Gottes Sinne ist, der ist frei und obendrein auch noch glücklich dabei. Wer frei ist, kann mit seiner Freiheit auch etwas anfangen. Jesus Christus ist die Wahrheit in Person (Johannes 14,6) und ER weiß ganz genau was er will. Wer sollte IHN daran hindern? Wir können als Christen überglücklich sein zu Gottes Familie zu gehören. Wir lernen täglich mit der Freiheit im Glauben umzugehen und können uns dabei auch untereinander in aller Liebe helfen. Es gibt auch im Glauben starke und schwache Menschen (Römer 15, 1-7). Echte Freiheit und Liebe kann das ertragen und Rücksicht üben und trotzdem Erbauliches vollbringen ohne Druck und Last. Man kommt in seinem Leben daher an den Punkt, wo man an der Frage nach dem Sinn des Lebens und seiner Schuld vor Gott nicht vorbei kommt. Jesus sagte daß uns die Wahrheit frei macht (Johannes 8,32). Das beinhaltet auch die Tatsache, daß der Mensch ein Sünder ist, und von einem heiligen, gerechten Gott (so wie er ist) abgelehnt und verurteilt werden muss. Wenn wir Jesus nicht als Vergeber unserer Sünden erkennen, Buße tun, und allein durch Gottes Gnade den Heiland im Glauben annehmen, werden wir in unseren Sünden sterben (Johannes 8,24). Paulus schrieb: ''Nun bin ich aber durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, um für Gott zu leben. Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich [selbst], sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat'' (Galater 2, 19-20). Zählt das auch für dich?

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