Wenn jemand neu angestellt wird in einer Firma, dann gibt es meist zuerst mal eine Probezeit. In der Firma ist das für beide Seiten sehr nützlich, denn der neue Angestellte wird zunächst einmal vielen alltäglichen und mit der Zeit auch weniger alltäglichen Situationen konfrontiert, die zeigen, wie gut er sich an seinem neuen Arbeitsplatz einbringen kann. Dies gibt den Vorgesetzten die Möglichkeit, sich den neuen Angestellten mal näher anzuschauen, ob er sich bewährt, und zugleich gibt es dem Angestellten die Möglichkeit, sich darüber klar zu werden, ob er in die Firma hinein passt und in welche Richtung er sich noch weiterentwickeln sollte. Dies ist die Bewährungszeit oder eben Probezeit. Dieses Bild ist natürlich niemals vollkommen, um die Beziehung zu Gott zu beschreiben. Gott kennt uns durch und durch. Er braucht unsere Herzen nicht zu prüfen, denn Er kannte sie bereits bevor wir zur Welt kamen. Aber die andere Seite illustriert dieses Gleichnis aus der Arbeitswelt gut: durch Bewährungsproben können wir uns selbst kennenlernen, und auch die Engel sowie unsere Mitmenschen können uns auf diese Weise besser kennenlernen.
Ein weiterer Punkt wird hier angesprochen: Indem wir lernen, in Bewährung standhaft zu sein, werden wir immer mehr so, wie Gott uns haben möchte. Gold wurde in einen Schmelzofen getan (das kannte man bereits zu Abrams Zeiten) und erhitzt. Das Gold wurde bei nicht allzu hoher Temperatur flüssig (bei nur knapp 1100°C) und bald schon schwammen alle Verunreinigungen oben drauf und konnten entfernt werden. So werden auch wir geläutert im Feuer der Anfechtungen. Wir werden so lange erhitzt (in Anfechtungen gehalten) bis alle Unreinheit ans Licht kommt und oben auf schwimmt. Dann können wir sie nämlich erkennen und mit Hilfe des Heiligen Geistes aus unserem Leben entfernen und werden so immer reiner im Leben und immer mehr voller Liebe zu unseren Mitmenschen, auch besonders zu denen, die uns kritisieren, denn eigentlich helfen sie ja nur, diese Unreinheiten sichtbar zu machen.
Dies stimmt auch wiederum mit vielen anderen Stellen der Bibel überein, denn die Bibel legt immer sich selbst aus. In Römer 8, Verse 28 und 29 lesen wir: „Wir aber wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten zusammenarbeiten, denjenigen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn die er zuvorerkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene unter vielen Söhnen sei.“ Vers 28 allein aus dem Zusammenhang gerissen hat schon viel Unheil angerichtet unter den Christen. Erst der Zusammenhang mit Vers 29 macht klar, worum es eigentlich geht, und was das „Gute“ im ersteren Vers ist. Alle Dinge, die Gott zulässt in unserem Leben, dienen zusammen nur einem einzigen Ziel: uns in das Bild des Herrn Jesus zu verwandeln. Wenn wir das wissen, verstehen wir auch den Zusammenhang zu den Bewährungsproben und Anfechtungen, die wir in unserem Leben erleiden müssen. Niemand wird davon verschont, wirklich niemand. Aber wir dürfen – gleich Petrus – trotz all dieser schweren Zeiten und Anfechtungen jetzt schon das Lob anstimmen im Bewusstsein, dass es zu Gottes Ehre ist, wenn wir in diesem Kampf mit den Anfechtungen von Ihm gestärkt und gereinigt werden. Es führt dazu, dass Ihm, dem Herrn Jesus Christus, bei Seiner Wiederkunft und Offenbarwerdung von allen Lob, Ehre und Herrlichkeit zuteil werden wird!