mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 6593 - Sun., 11 Oct 2020

König und Priester Teil 1

''Geschworen hat der HERR, und es wird ihn nicht gereuen: ''Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks!''

Psalm 110,4


Im Brief an die Hebräer geht es um den Grund und Boden des Evangeliums von der Vergebung der Sünden. Dies wird den gläubigen Juden deutlich vor Augen gestellt. Angesprochen sind hier in erster Linie solche Menschen, die aus der Tradition des jüdischen Glaubens und dem alttestamentlichen Gesetz kommen. Also keine gläubigen Heiden. Dies zu unterscheiden ist wichtig, da man sonst mit manchen Aussagen in diesem Brief seine Schwierigkeiten bekommen wird. Diese Gläubigen sollen zur vollen Glaubensreife in Christus kommen. Also nicht zwischen Gesetz und Gnade, altem und neuem Bund hin- und her schwanken und nie zur Ruhe kommen, sondern wissen, auf welchem heilsamen Grund sie stehen dürfen und auch müssen. Das besondere Merkmal des Reiches Gottes, des messianischen Reiches ist es, daß Jesus Christus zwei Bereiche vollkommen abdeckt, integriert und miteinander verbindet. Und zwar einmal die des Königs und die des Priesters! Also sozusagen der irdischen und der himmlischen Herrschaft. Wenn in der Welt zwischen Glaube, Gemeinde und Gottesdienst im eigentlichen Sinne und weltlicher Herrschaft und Macht nicht getrennt wird, ist das Chaos und die Willkür vorprogrammiert. Nicht aber bei Gott in Jesus Christus! Staat und Kirche in einer Hand und weltlichen Denomination ist menschlich gesehen fatal und im höchsten Maße gefährlich für Leib und Seele. Das haben wir ja im Mittelalter gesehen und erleben es teils auch heute noch in sogenannten „Gottesstaaten“. Jesus jedenfalls lehnte es entschieden ab, sich politisch einspannen zu lassen (Markus 12,17). Die Praxis um zu einer gottgefälligen Veränderung im Glaubensleben zu kommen, und Jesus als den König und Priester in meiner Seele zu erkennen, ist die Beschäftigung mit Jesus Christus und dem, was er durch sein Opfer wunderbarerweise für alle Ewigkeit getan und bewirkt hat.

In 2. Korinther 3,18 schreibt der Apostel Paulus entsprechend: ''Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an und werden so verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie es vom Herrn, dem Geist, geschieht''. Es geht im Leben der Nachfolge für einen Christen nicht darum, bestimmte Regelwerke zu befolgen, sondern in der Kraft des Heiligen Geistes in Jesus Christus eine Beziehung zu Gott auszuleben, die einem im Evangelium geschenkt wurde. Das ist auch weitaus besser und gläubwürdiger, als sich in aller Strenge und durch Werke und Opfer sich seinen Platz im Himmel und im Herzen Gottes verdienen oder krampfhaft erhalten zu wollen. In dieser Situation standen die Empfänger des Hebräerbriefes. Und wenn sie in der Weise sich gegen Jesus und das Evangelium stellten, und eine Rolle rückwärts vollbracht hätten, gäbe es definitiv keine Möglichkeit mehr für sie errettet zu werden. Wer die beste und einzige Möglichkeit der Erlösung ausschlägt, dem bleibt im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr übrig, worauf er hoffen könnte. Darum sagte Jesus in 1. Johannes 5,12: „Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht“. Und mit Leben ist hier nicht in erster Linie die biologische Existenz gemeint. Das war die Situation. Es ging also gar nicht darum, ob sie an Gott glaubten oder nicht (das taten sie), sondern ob sie in der Frage nach der Erlösung sich lieber auf das alttestamentliche aaronitische Priestertum verlassen wollten, oder auf das neue Priestertum in Jesus Christus, der unser mitleidiger Hohepriester wurde.

Fortsetzung morgen...

()


Bei Fragen und Anregungen scheut euch nicht, mir eure Meinung per email zu schicken!