mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 6587 - Mon., 05 Oct 2020

Der Macher Teil 1

Jesus sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier

Lk 12,15


Lukas im 12. :Jesus sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat. Er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, dessen Feld hatte gut getragen. Er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe nichts, wohin ich meine Früchte sammle. Und sprach: Das will ich tun: ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen, und will darin sammeln all mein Korn und meine Vorräte und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut! Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast? So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.
Martin Luther schreibt eine Erklärung zum ersten Kapitel des Glaubensbekenntnisses im Kleinen Katechismus: Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Was ist das? Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält; dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter; mit allem, was not tut für Leib und Leben, mich reichlich und täglich versorgt, in allen Gefahren beschirmt und vor allem Übel behütet und bewahrt; und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohn all mein Verdienst und Würdigkeit: für all das ich ihm zu danken und zu loben und dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin. Das ist gewisslich wahr.
Ältere haben diese Zeilen zum ersten Artikel im Glaubensbekenntnis noch auswendig lernen müssen. können aus eigenen Unterrichtszeiten:
Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält; dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter. Es sind schöne Worte, die aber klingen zunächst wie aus der guten alten Zeit von anno dazumal: ''Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter'' Das Erntedankfest war noch nahe an dem Lied ''Wir pflügen und wir streuen''. Heute gibt es nur noch drei oder vier Bauern, die von ihren Erträgen ganz leben. Heute sind vorne oftmals nur fertige Produkte. Wer kennt heute noch Saat, Ernte und das Hegen der Pflanzen. Wir haben nicht umsonst diese Themen im Sachunterricht. Die Vorkenntnisse sind sehr gering. Welche Familien haben noch Gärten mit Nutzfläche. Ich weiß noch, wie mich eine Kollegin am 11.September anrief und meinte: In Amerika sind Flugzeuge in Hochhäuser geflogen. Meine Mutter sah darin eine massive Bedrohung des Weltfriedens. Viele lebten seitdem bewusster. Wenn man sieht, wie unsicher auf einmal alles ist, dann hat alles auf einmal einen ganz anderen Stellenwert.
Viele haben sicher ähnliche Gefühle gehabt. Es scheint das so zu gehen, wie bei dem reichen Kornbauern, von dem Jesus erzählte: dass erst Leiden und Tod, erst einschneidende Krisen es hervorbringen, dass wir in letzter Minute wahrnehmen, wie anders wir leben müssten. Deswegen denkt man zum Erntedank an den ersten Artikel des Glaubensbekenntnisses und an das, was Luther als seine Erklärung im Katechismus geschrieben hat. Beim näheren Hinsehen ist es ist ein ganz moderner Text, tröstlich und aufrüttelnd, ein Text zur Frage nach dem Sinn des Lebens. Das fängt im ersten Satz an: Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält. Das heißt: Mensch, fang bei dir selbst an. Wir sind der Adam, bei dem man einsetzt, wenn man von Gottes Werk in der Schöpfung was wahrnimmt! Uns hat Gottes Hand gemacht! Ich bin kein Zufallsprodukt.
Fortsetzung folgt...

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