mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 6316 - Wed., 08 Jan 2020

Kein Arzt für Gesunde

''Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Gerechten''.

Lukas 5, 31-32


Buße ist etwas, was als Voraussetzung dafür gilt, um zur Seligkeit zu kommen - also zur Vergebung der Sünden und zum ewigen Leben bei Gott. Zusätzlich ist die Buße aber auch die Lebenseinstellung, die uns als Christen zu einem gesegneten Leben in der Nachfolge Jesu bringen soll. Die Buße ist also ein Mittel, uns auch stets im rechten und beständigen Licht vor Gott zu sehen. Das haben wir nötig. Als Jesus die arroganten Pharisäer zur Rede stellte, forderte er sie auf eine ''rechtschaffende Frucht der Buße'' zu bringen (Matthäus 3,8). Sie hatten sich darauf verlassen von Abraham abzustammen und sozusagen es nicht nötig zu haben, sich vor irgendjemanden zu beugen oder zu demütigen. Diese selbstherrliche Einstellung war genau das Gegenteil von dem, was Buße beinhaltet. Es gibt keinen vererbten Glauben und Gott hat keine Enkelkinder. Aber auch wenn wir nicht wie die hochmütigen Pharisäer sind, so stehen wir dennoch in Gefahr zu meinen, durch unser Wissen und unsere Erfahrungen anderen (oder sogar Gott gegenüber) gewissermaßen emanzipiert zu sein. Wir können uns also selbstverschuldet dahin gehend selbst im Weg stehen, um Gott in der Weise zu begegnen, die der HERR segnen kann und will. In Jakobus 4, 5-9 steht: ''Oder meint ihr, die Schrift sage umsonst: Mit Eifer wacht Gott über den Geist, den er in uns hat wohnen lassen, und gibt umso reichlicher Gnade? Darum heißt es (Sprüche 3,34): »Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.« So seid nun Gott untertan. Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch. Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch. Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, ihr Wankelmütigen. Jammert und klagt und weint; euer Lachen verkehre sich in Weinen und eure Freude in Traurigkeit''. Der Teufel weiß genau, in welcher Haltung und inneren Einstellung wir bei Gott vor verschlossenen Türen stehen, wenn es darum geht unseren Weg zu finden und gesegnet zu werden in unserem Leben. Es ist dem Verkläger der Brüder wichtig, daß wir mehr von uns halten als es uns gut tut (Römer 12,3). Dies beinhaltet auch, einzusehen daß wir manches eben nicht haben und können. Auch wenn uns als teuer Erkaufte der rettende Glaube durch Gottes Gnade nicht abhanden kommen kann, so können wir dennoch wie ein leckgeschlagenes Schiff uns nur noch im Kreis drehen und keine Fahrt mehr aufnehmen. Dann sind wir eher unbrauchbar geworden, rosten vor uns hin und haben mehr oder weniger ausgedient. Das ist nicht der Sinn und das Ziel der Nachfolge. Manchmal sind gewisse vom Geist bewirkte, durchaus auch unerwartete Traurigkeiten, in unserem Leben als Christ absolut notwendig. Nämlich damit wir uns wieder mit Gottes Augen sehen können, wo wir im Nebel mancher Einbildungen keine Orientierung mehr haben.

Und wenn die Traurigkeiten oder Stolpersteine da sind, müssen wir nicht an unserem Glauben oder Gott zweifeln und meinen, es darf nicht sein, daß wir als Erlöste solche Schwierigkeiten haben. Aber auch das dient uns zum Besten (Römer 8,28). Und zwar weil es uns zur Buße führt. Und das benötigen wir, um wieder in angemessener Art und Weise uns auf Gott auszurichten, und tatsächlich an erster Stelle nach seinem Reich trachten zu können (Matthäus 6,33). Das geht nicht ohne Buße. Jesus sagte seinen Jüngern in Johannes 16,20, daß die Traurigkeit gewissermaßen nur eine Durchgangsstation ist, die zu echter und beständiger Freude führen wird. Und dies sicherlich nicht nur in Bezug auf die Herrlichkeiten des Himmels (im Vergleich zu diesem oft mühsamen Leben auf der Erde) sondern auch in unserem irdischen und täglichen Glaubensleben: ''Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden''. Wir brauchen die Buße - und sollten nicht vergessen, daß es auch hier nur Gottes Güte, Geduld und sein Langmut ist, die uns zur Buße führt (Römer 2,4). Sehen wir das nicht ein oder nehmen es weniger ernst, sind wir wie ein Gesunder dem der Arzt nicht helfen kann, weil er meint alles ist in Ordnung. Wenn wir vor Gott weinen können, auch manche schweren Momente in Geduld ertragen wollen, ist das im Grunde ein echter Grund zur Freude! Paulus schreibt in 2. Korinther 7, 10-13: ''Denn die Traurigkeit nach Gottes Willen wirkt zur Seligkeit eine Umkehr, die niemanden reut; die Traurigkeit der Welt aber wirkt den Tod. Siehe, eben dies, dass ihr betrübt worden seid nach Gottes Willen, welches Mühen hat das in euch gewirkt, dazu Verteidigung, Unwillen, Furcht, Verlangen, Eifer, Bestrafung! Ihr habt in allen Stücken bewiesen, dass ihr rein seid in dieser Sache. Darum, wenn ich euch auch geschrieben habe, so ist's doch nicht geschehen um dessentwillen, der Unrecht getan hat, auch nicht um dessentwillen, der Unrecht erlitten hat, sondern damit euer Mühen für uns offenbar werde bei euch vor Gott. Dadurch sind wir getröstet worden. Mehr noch als über diesen Trost aber haben wir uns gefreut über die Freude des Titus; denn sein Geist ist erquickt worden von euch allen''. Amen.

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