mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 6131 - Sun., 07 Jul 2019

Reden und Schweigen

''Was ich euch sage in der Finsternis, das sprecht im Licht; und was ihr ins Ohr höret, das predigt auf den Dächern''.

Matthäus 10,27


Die Finsternis ist die Zeit des Schweigens. Damit ist nicht nur gemeint, daß man nachts normalerweise schläft und nicht spricht, sondern daß man in Zeiten der inneren und äußeren Dunkelheit als Christ lernen sollte zu schweigen. In der Not spricht Gott besonders zu uns. Nicht selten tendieren wir ja dazu bei Problemen, Leiden, Unklarheiten und Schwierigkeiten nach dem großen ''Warum'' zu fragen? Wir suchen dann händeringend nach einer logischen Antwort und sind unruhig und nervös. Aber so erschweren wir nur unsere Last anstatt sie uns leichter zu machen. Es gibt wohl viele Menschen (Gläubige und Ungläubige) die gehen mit ihren Leiden manchmal regelrecht hausieren. Sie machen das nicht in böser Absicht, aber sie versprechen sich eben Trost und Erleichterung davon, wenn sie sich darüber auslassen können. Was uns Gott nun aber in der Finsternis sagt, ist zuallererst (anfänglich) nicht für die Öffentlichkeit. Erst sollten wir hören und verstehen was Gott uns sagt und zeigt - und darüber Frieden finden. Wenn wir alles an Bedrängnissen immer gleich ungefiltert und spontan weitergeben, wird die Melodie unseres Herzens eher ein schräges Gekrächze sein was keinem weiterhilft. Das tut einem manchmal sogar selbst und anderen in den Ohren weh. Wenn du Gottes Wort an dich verstanden hast, wird das zuerst auch eher zwiespältige Gefühle in dir auslösen. Einerseits Freude über den Segen des Hörens aber andererseits auch Traurigkeit und Demütigung über oftmals nicht angenehme Hinweise und Hintergründe deines Lebens als Christ.

Dazu fallen mir drei biblische Personen ein, denen das genauso erging: Jona, der im Bauch des großen Fisches reichlich Finsternis erlebte und einiges lernen musste. In Jona 2, 7-8 steht: ''Ich sank hinunter zu der Berge Gründen, der Erde Riegel schlossen sich hinter mir ewiglich. Aber du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, HERR, mein Gott! Als meine Seele in mir verzagte, gedachte ich an den HERRN, und mein Gebet kam zu dir in deinen heiligen Tempel''. Oder der Apostel Paulus, auf dem Weg nach Damaskus (Apostelgeschichte 9, 8-9) als Gott ihn mit Blindheit schlug, weil er die Christen verfolgte und Simson, dem sogar von den Phillistern die Augen ausgestochen wurden (Richter 16,21) und den man verspottete. Alle erlebten ihre eigene Finsternis und sie konnten ihre Lehren und Erkenntnisse daraus ziehen. Gott gab ihnen Gelegenheit jeder für sich in der Zeit ihrer Dunkelheit nachzudenken und zu schweigen. Anschließend konnten sie alle in der Ruhe und Kraft des HERRN große Taten vollbringen und ans Licht gehen. Alles hatte seine Zeit: Schweigen und Reden, in der Finsternis sein und im Licht stehen, Fehler machen und aus Fehlern lernen. Durch die Sanftmut des Herzens die durch Demütigungen verursacht wird lernen wir Gott zuzuhören. Aus dem eigenen Versagen heraus etwas Wichtiges zu sagen gibt unseren Worten Gewicht und Glaubwürdigkeit.

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