mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 6015 - Wed., 13 Mar 2019

Aufgepasst!?

Jesus spürte sogleich an sich selbst, dass eine Kraft von ihm ausgegangen war, wandte sich um in der Menge und sprach: Wer hat meine Kleider berührt?

Mk 5. 5,30


Es gibt Stichworte, die sind wie Lampen, sie können Orientierung sein, Wegbegleiter. Ein solches Wort ich: Aufmerksamkeit.
Wir sagen von einem jungen Mann, der im Bus einer schwangeren Frau den Platz anbietet, er ist aufmerksam: er merkt etwas, er sieht nicht nur sich und seine Probleme, er achtet auf seine Umgebung und nimmt Dinge wahr. Oder wenn eine Frau merkt, dass ihr Mann abgespannt ist; sie wird anders reagieren, für Entspannung sorgen und das Gespräch mit ihm suchen. Ist das bei uns das Übliche?
Der Aufmerksame nimmt Andeutungen, Zeichen wahr bei anderen und bei sich; er lebt nicht nur in seiner eigenen Welt, er lebt bewusst mit den anderen. Im Grunde ist das eine Selbstverständlichkeit und doch eben nicht selbstverständlich! Warum eigentlich?
Wir leben in einer Welt, die uns alle einspannt. Nicht Aufmerksamkeit ist in dieser Welt gefordert, sondern Aufpassen! Wir müssen aufpassen, dass wir richtig an der Ampel reagieren und im Straßenverkehr; dass wir das billigste Angebot erwischen; dass wir an der Maschine keinen Fehler machen; dass wir nicht betrogen werden.....
Dieses Aufpassen ist nur ein Reagieren, dass wir in dem Strom, der uns mitreißt, richtig liegen; wir leben nicht, wir werden gelebt und müssen dabei aufpassen, nicht untergebuttert zu werden. Aufmerksamkeit ist mehr; ich nehme mich zurück, ich nehme mich nicht zu ernst; ich nehme bewusst wahr, achte auf Veränderungen, reagiere nicht nur, sondern agiere, handle im Rahmen der Möglichkeiten, die mir gegeben sind.
Jesus ging mit den Jüngern und anderen Begleitern des Wegs längs und ein Mann rief immer wieder: Jesus höre mich. Die Begleiter drängen den Mann weg. Jesus hört ihn, reagiert und handelt. Jesus bemerkt, dass die Frau seinen Saum berührt hat. Er bemerkt, er reagiert und handelt. Jesus stören nicht irgendwelche Äußerlichkeiten. Er ist aufmerksam und wendet sich den Personen und weiß, wie er zu helfen hat.
In unserer Zeit ist die Tugend der kleinen Aufmerksamkeiten gefordert, dass wir menschlich bleiben. Der Aufmerksame wird merken: das Leben ist ein Geschenk Gottes.

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