mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 5904 - Thu., 22 Nov 2018

Wahrlich keine ''dummen Gänse''!

Und im Schatten deiner Flügel nehme ich Zuflucht. Bis die Widerwärtigkeiten vorüber sind.

Psalm 57,1


Ich war kürzlich auf dem Friedhof, als ich ein merkwürdiges Geräusch hörte, das immer lauter wurde. Zuerst dachte ich, es sei Musik, die fremd und ungewohnt war.
Und dann war es klar, ich sah einen Riesenschwarm Wildgänse näher kommen und war sofort fasziniert. In diese Stille, ich war bis auf eine Frau alleine auf dem Friedhof, fiel diese laute Formation von Gänsen - die in wärmere Gefilde zogen - ein. Und es war so, dass ich den Blick nicht mehr abwenden konnte.
Auch die andere Frau schaute gebannt nach oben.Es waren sicher 150 bis 200 Tiere, die genau wussten, was sie taten.
In V-förmiger Anordnung flogen sie ganz zielstrebig und kraftvoll vorbei. Das hatte etwas Erhabenes.
Ich musste so denken: die haben es verstanden, wie man mit anderen ans Ziel kommt! Nicht die Natur, Gott selbst hat das fantastisch eingerichtet:
Ein Vogel ist an der Spitze und hat die Leitung. Klar, dass er auch den Gegenwind abbekommt. Alle anderen sind in einem Winkel hinter dem Vordermann, dass es die optimale Position ist, um in seinem Windschatten zu fliegen und den Aufwind der Flügel zu nutzen.
Das noch Raffiniertere ist aber, dass es ohne Diskussionen einen Wechsel gibt, wenn der Vordermann nicht mehr kann. Er lässt sich zurückfallen und an seine Stelle kommt ein anderer. Das wiederholt sich mit immer anderen Tieren. Und trotzdem bricht die Formation nicht auf. Man kommt gemeinsam ans Ziel.
Und sollte ein Tier krank werden, die Kraft verlieren, dann starten zwei andere mit ihm den Sinkflug, landen und bleiben bei dem Kameraden, bis er wieder gesund ist oder stirbt. Das ist Krankenpflege oder Sterbebegleitung in Perfektion! Danach schließt man sich einem anderen Zug an, denn die Reise geht weiter. Und der eigene Schwarm wird sogar an einer Raststelle wieder eingeholt.
Wäre das alles nicht optimal in einer Beziehung, in der man den anderen begleitet, das Ruder übernimmt, wenn er nicht mehr kann und umgekehrt. Oder in einer Klassengemeinschaft, oder in einer, in deiner, Gemeinde. Alle haben das gleiche Ziel, ziehen am unsichtbaren gleichen Strang.
Sie kümmern sich umeinander, keiner muss alleine bleiben oder wird im Stich gelassen.
Und sie ''fliegen'' ohne Angst, mit Mut, weil sie wissen, dass sie ans Ziel kommen werden, auch, wenn es mal stürmische Zeiten gibt.Vielleicht können wir von den Vögeln noch etwas lernen.
Ich wünsche dir einen gesegneten Herbsttag.

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