mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 5747 - Mon., 18 Jun 2018

Teil 5 - „Sola Gratia!“ - Allein durch die Gnade Gottes!

Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch — Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.

Epheser 2, 8+9



„Sola Gratia!“ - Die Gnade Gottes wird uns zugesprochen und das rettet uns ohne weiteres Zutun! Gott hat vorzeiten beschlossen, seine Erwählten aus dem Tod zu holen und ins Leben zu bringen (Epheser 2, 5) und selig zu machen und zu heiligen (Epheser 1, 4+5; 2. Thessalonicher 2, 13). Er hat beschlossen, dies - wie alles andere, was wir zu unserer Rettung und Heiligung brauchen - in und durch seinen Sohn Jesus Christus zu realisieren (Epheser 1: 11 x „In Christus“). Das entspricht dem Erlösungswerk auf seiner Seite. Auf unsere Seite, sozusagen in unserem sichtbaren Leben, hat er beschlossen, aus Glauben selig werden zu lassen! Er gibt uns in unserem Leben den Glauben, der Glaube ist also das Mittel, mit welchem wir zu Christus gezogen werden (Johannes 6, 44a). Und er ist auch das Mittel, wie wir bei Christus gehalten werden (1. Petrus 1, 5a; Epheser 1, 19). Er ist keinesfalls etwas, was wir selbst hervorbringen können und müssen. Das wird vielfach falsch verstanden.

Unser Text aus Epheser stellt das in eindrücklicher Weise klar. Der Teil des Satzes „Gottes Gabe ist es“ im Griechischen, bezieht sich nicht auf den Begriff der Gnade, sondern auf den Glauben. Die Gnade hier ist „nur“ der Modus, in welchem der Glauben verabreicht wird. Man könnte ihn bezahlen müssen oder ableisten müssen. Dann hätte man den Glauben, um errettet zu werden, selbst verdient. Da es aber mitnichten so ist, steht der Modus der Gnade dabei (Römer 3, 24)! Hier ist also das Geschenk der Modus, in welchem der allein selig machende Glaube gegeben wird: er wird nämlich frei geschenkt! Die griechische Grammatik im Urtext an dieser Stelle lässt diese Zuordnung im Übrigen ohne Widerspruch zu.

Gerade das wollte Luther in diesem „Solus“ auch ausdrücken, wie ich meine. Wir kennen den mit Gott um Gnade ringenden Reformator, der auf seinen Knien rief, „Wie kriege ich einen gnädigen Gott?“. Bis er erkannte und es licht in seiner Seele wurde, daß die Erlösung ein Gnadengeschenk ist, welches man sich nicht verdienen kann. Diesen Schatz der Erkenntnis nie mehr loslassend, hat er ihn zu einer der Säulen unseres Glaubens gemacht! Und – gleich wie Luther – jeder von uns, der erkennt, daß er aus sich heraus nicht im geringsten zum Guten fähig ist, und auch nicht das Gute wählen kann, klammert sich an diese Zusage, daß die Errettung alleine aus Gnaden zugeteilt wird!

Leistung und Werke, oder auch nur den „guten Willen“ kann und darf man hier nicht einsetzen, um bei Gott „Gut Wetter“ zumachen. In Römer 4, 4 haben wir hier eine eindringliche Warnung davor: Wer anfängt, Leistung zu bringen, wird ausschließlich nach Leistung bewertet! Wer ein kleines Gesetz bricht, hat alle gebrochen (Jakobus 2, 10)! Nur wer glaubt, wird nach der Gnade bewertet (Galater 5, 4)! Suchen wir auf Knien - wie der Reformator - nach diesem aus Gnaden selig machenden Gott und ringen wir darum, daß er unsere Augen für seine unerschöpfliche Liebe öffnet, damit wir mit allen Heiligen begreifen können, was die Breite, Länge, die Tiefe und die Höhe sei wir und die alle Erkenntnis übersteigende Liebe Christi erkennen dürfen, die alle Erkenntnis übersteigt (Epheser 3, 17 – 19)!
Einen gesegneten Tag unter dem Schirm der Gnade des Höchsten!

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