mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 5496 - Tue., 10 Oct 2017

Vergänglichkeit, Ernüchterung, Hoffnung

''Denn tausend Jahre sind vor dir wie der gestrige Tag, der vergangen ist, und wie eine Nachtwache. Du läßt sie dahinfahren wie eine Wasserflut sie sind wie ein Schlaf, wie das Gras, das am Morgen aufsprießt; am Morgen blüht es und sprießt, am Abend welkt es und verdorrt. Denn wir werden aufgerieben durch deinen Zorn und schnell hinweggerafft durch deinen Grimm. Du hast unsere Missetaten vor dich hingestellt, unser geheimstes Tun in das Licht deines Angesichts. Denn alle unsere Tage schwinden dahin durch deinen Zorn; wir verbringen unsere Jahre wie ein Geschwätz''.

Psalm 90, 4-9


Dieser Psalm von Mose geht sehr in die Tiefe und wirft Fragen auf, die uns vielleicht so noch nicht in den Sinn gekommen sind. Mose hat Gott gesehen. Von daher hat er Einblicke in Gottes Wesen und Gedanken gefunden, wie wohl kein Mensch sonst. Von Mose heißt es zudem, daß er demütiger war, als alle anderen Menschen (4. Mose 12,3). In 2. Mose 33, 17-23 lesen wir: ''Der HERR sprach zu Mose: Auch das, was du jetzt gesagt hast, will ich tun; denn du hast Gnade vor meinen Augen gefunden, und ich kenne dich mit Namen. Und Mose sprach: Lass mich deine Herrlichkeit sehen! Und er sprach: Ich will vor deinem Angesicht all meine Güte vorübergehen lassen und will vor dir kundtun den Namen des HERRN: Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich. Und er sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht. Und der HERR sprach weiter: Siehe, es ist ein Raum bei mir, da sollst du auf dem Fels stehen. Wenn dann meine Herrlichkeit vorübergeht, will ich dich in die Felskluft stellen und meine Hand über dir halten, bis ich vorübergegangen bin. Dann will ich meine Hand von dir tun und du darfst hinter mir her sehen; aber mein Angesicht kann man nicht sehen''. Gottes Heiligkeit übersteigt unser Fassungsvermögen. Was für uns vielleicht noch erträglich und akzeptabel ist, baut vor Gott Mauern auf, die keiner durchdringen kann. Mose hat das wohl so empfunden und wird darum auch (wohl durch einen Einschub Josuas) als der demütigste Mensch von allen bezeichnet. Ein Wimpernschlag Gottes und tausend Jahre sind vorbei. Gottes Zorn über das Treiben des Menschen und über die Sünde - wie könnten wir das je ebenso empfinden und wahrnehmen? Wir sind wie Gras, daß manchmal nicht einen Tag sichtbar ist und wieder verwelkt bevor man es überhaupt gesehen hat.

Gott kennt deine und meine Abgründe und sein Licht lässt keinen Zweifel daran aufkommen, daß wir elend, arm, blind und verdorben sind. Und ahnungslos darüber, mit wem wir es eigentlich zu tun haben. Wir können Gott nicht ansehen, sonst sterben wir auf der Stelle. Selbst der demütigste Mensch der jemals lebte, würde sofort zergehen und sich in Staub auflösen. Gott kann nicht weniger heilig und vollkommen sein - Gott ist Gott und keiner ist IHM gleich. Wenn Gott zornig ist, zerfließen die Elemente und nichts kann bleiben wie es war. Absolut zurecht fragt der Psalmist: ''Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst'' (Psalm 8, 4-5)? Der Wunsch Gottes Herrlichkeit zu sehen ist gefährlich - lebensgefährlich. Für einen Menschen der ahnungslos über seinen Zustand ist, und sich auch nicht davon überzeugen und überführen lassen will, diesem Gott sich zu beugen und auf seine Gnade zu hoffen, was will man mit so einem anfangen? In Sprüche 28,13 steht: ''Wer seine Sünde leugnet, dem wird's nicht gelingen; wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen''. Es kann einem Menschen nicht gelingen etwas zu leugnen oder zu verbergen was ein heiliger Gott (spätestens vor dem Thron Gottes) allein durch seine Anwesenheit ans Licht bringt. Dann wird auch der Spott der Ahnungslosen ein Ende finden. Daß Gott sich überhaupt mit uns abgibt - Gnade um Gnade (Johannes 1,16). Und auch uns, die wir uns Christen nennen dürfen, darf immer wieder bewusst werden, wie sehr wir diesen ''Schatz in irdenen Gefäßen'' (2. Korinther 4,7) doch schätzen sollten. Und gerade unsere Schwachheit im Fleisch trägt dem Umstand absolut die Rechnung, daß allein Gott der Erhalter und Bewahrer, der Anfänger und Vollender des Glaubens sein will - und seine Gnade seine Ehre ist - in Ewigkeit!

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