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mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 4902 - Wed., 24 Feb 2016

Leidenswege

''Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet.''

1. Petrus 4,7


Viele Christen neigen innerlich und auch intelektuell mehr zum Leid als zur Freude. Sich ''allewege zu freuen'' (Philipper 4,4) passt nicht so recht in ihren Alltag und ihr Denken und Fühlen. Sie haben möglicherweise Angst, daß wenn die Freude zu groß, zu stark, zu ausgelassen wird, daß dann der Ernst des Lebens als Christ verloren geht? Im Hinterkopf schwirren dann Gedanken wie: ''Die meisten Fehler macht man in großer Euphorie...'' oder auch: ''in großer Traurigkeit...!'' Wenn Petrus uns in seinem Brief zur Nüchternheit und Besonnenheit aufruft, dann sicherlich nicht, um uns zu leblosen, unterkühlten Analytikern zu machen, die sich selbst und anderen das Leben versauern. Die Bibel legt tatsächlich wert darauf, daß wir unseren Verstand benutzen, aber nicht um uns auf ihn in Torheit zu verlassen (Sprüche 3,5). Besonnen und nüchtern sich zu verhalten ist ein Werk der Weisheit in der wir wandeln sollen (Sprüche 28,26). Nun gibt es gläubige Menschen, die der Depression schon sehr nahe gekommen sind und die den besten Aufmunterungen, der tiefsten Seelsorge und der größten Hoffnung standhalten. Der Evangelist Samuel Keller (1856-1924) hat über solche Christen 1918 gesagt: ''Novemberchristen, deren Himmel des Gemüts verhangen ist von trüben Wolken der Traurigkeit, deren Tränen wie der Regen strömen...''. Auch ein David, Elia, Jeremia und Paulus litten zeitweise unter solchen Depressionen und waren gemütskrank. Bei Christen ist eine Depression oft dadurch gekennzeichnet, daß sie das Gefühl haben von Gott verlassen und verworfen zu sein. Sie leiden unter der Überzeugung alles falsch gemacht zu haben, was dann zu krankhaften Schuldgefühlen führt. Man lebt in einer übersteigerten Hoffnungslosigkeit und einer scheinbaren Perspektivlosigkeit. Depressive Menschen konzentrieren sich immer auf die dunklen Punkte in ihrem Leben und nicht auf das Wertvolle und Positive. Es sind meist nicht die Umstände die einen in die Schwermütigkeit hineintreiben, sondern die Art und Weise wie man damit umgeht. Es ist keine Schande oder ein Unglück solche Phasen und Momente zu erleben, aber es tut auch not, die verkehrten Denkweisen zu korrigieren - gerade was den Glauben betrifft. Was hier immer ins Gewicht fällt ist unsere Gedankenwelt. So wie ich denke, so handel ich meist auch.

Wer sich als Geschlagener und Gedemütigter und Verlassener sieht, fühlt sich auch durch alles darin bestätigt, egal ob es wirklich so ist. Man rennt quasi seiner eigenen Ohrfeige hinterher. Sind unsere eigenen Gedanken fehlorientiert und dem Negativen zugeneigt und eben nicht auf Gott und das Positive gerichtet, richten sich unsere dunklen Emotionen auch gegen uns selbst. Wir lehnen uns selbst ab, hassen uns sogar (oder andere) und fallen ins Bodenlose. Sechzig Prozent aller Selbstmörder sind solche Menschen. Für Christen gilt folgendes: 1.) Du bist Gottes geliebtes Kind - egal wie du dich fühlst! 2.) Du bist zum ewigen Leben im Himmel bestimmt, das Erdenleben ist nicht alles! 3.) Du bist nicht von Gott verlassen, sondern dein Name steht im Buch des Lebens! Das Paradoxe bei Depressiven ist, daß sie meist alle hochgradig intelligent und ehrgeizig sind. Sie verfolgen hohe Ziele, haben einen enormen Anspruch an sich und andere, sie wollen das Große, Hohe und Edle und zwar zu hundertprozent. Die Ansprüche können mit der Persönlichkeit und Gemütslage nicht mithalten. Diese ''Alles-oder Nichts-Mentalität'' führt dann automatisch in die Depression. Und dies aufgrund einer Selbsteinschätzung, die man manchmal als miserabel bezeichnen muß. Das hat auch etwas mit Hochmut zu tun und somit mit selbstbewirkter Distanz zu Gott (Sprüche 16,18; 1. Petrus 5,5). Wer nun mit seiner ''frommen Leistung'' imponieren will, ist hochmütig. Wir müssen uns fragen was für Vorstellungen wir von dem haben, was uns eigentlich wichtig ist als Christ? Manche (geistliche) Krise die man empfindet, ist aber auch äußerst hilfreich und nicht nur negativ zu sehen. Entscheidenden Wendungen im Leben (gerade auch als Christ) gehen nicht selten solche sogenannten Krisen voraus. Die Bibel sagt, daß wo unser Schatz ist, da ist auch unser Herz (Matthäus 6,21). Unsere Ziele und Wertvorstellungen prägen unser Leben. Sie geben uns Sicherheit und Sinn, und machen uns innerlich stark. Und das eben auch durch den (guten) Kampf den wir kämpfen als Christen. Machen wir durch den Glauben Gottes Wertvorstellungen und Ziele zu unseren, auch gerade dann, wenn wir in manchen Momenten unseres Lebens leiden. Es wird uns letztlich mehr nützen als schaden (Römer 8,28).

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