mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 4704 - Mon., 10 Aug 2015

Liebe, die aus Liebe zur Sünde wird...Teil 2

''Von da an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, daß er nach Jerusalem gehen und viel leiden müsse von den Ältesten, den obersten Priestern und Schriftgelehrten, und getötet werden und am dritten Tag auferweckt werden müsse. Da nahm Petrus ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren und sprach: Herr, schone dich selbst! Das widerfahre dir nur nicht! Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Weiche von mir, Satan! Du bist mir ein Ärgernis; denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich''!

Matthäus 16, 21-23


Die christliche Tradition wirkt in unserem Umfeld und Vorort noch nach, und es gibt gewisse ungeschriebene Regeln. Verstärkt auch auf dem Land, wo noch alles etwas mehr als in der Stadt in Ordnung ist. Wenn wir jetzt traditionell evangelisch, katholisch oder baptistisch sind, prägt dies unsere Denken in höherem Maße als wir uns eingestehen wollen. Die Tradition kann sozusagen als die Ebene über der Familie sein, die uns prägt, also sowas wie eine Dorfgemeinschaft mit Grenzen und Erwartungen. Hier sind wir ganz in der Familie. Die Erziehung gibt uns die ethischen und moralischen Verhaltensweisen vor. Der beste Lerneffekt hat das, was die Eltern konsequent vorleben, denn es gilt hier der Satz: ''Was Du tust redet lauter als das was Du sagst''. Unser Weltbild wird langsam in unserer Jugend zusammen gezimmert. Das hängt nunmehr nicht nur von äußeren Gegebenheiten ab, sondern auch von unseren Inneren. Als Jugendlicher entwickeln wir langsam aber sicher Interessen aufgrund unserer Veranlagungen und Neigungen. Petrus hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht den Durchblick. Er hatte noch nicht den Überblick, den Blick aus der Vogelperspektive. Das ist der göttliche Blick, wo der Anfang und das Ende eins werden und sind. Und die Verbindung dazwischen ist ganz klar und folgerichtig vor Augen. Das macht ruhig. Das macht voll Frieden. Das nimmt den Stress raus. Das lässt uns im Sessel zurück rutschen und uns schnippisch denken: Sollen die um mich herum sich doch kaputt machen, tot rennen, dauernd ihre Bilanzen prüfen und nie zur Ruhe kommen. Sie werden noch bei voller Drehzahl in den Sarg fallen! Hätte der Geist Gottes den Petrus nicht verändert, wäre er wohl irgendwann darauf in dem Stress zumindest völlig ausgebrannt. Das ist aber nicht der göttliche Wille! Bei aller Zucht, Erziehung und Umgestaltung die wir erfahren, dürfen wir nicht vergessen, daß uns der Herr zur völligen Ruhe in sich selbst bringen möchte!

Das was ein indischer Fakir durch Askese und leibliche Übung, und durch völliges sich ausklinken aus dem System erreichen will (aber nicht wirklich schafft), möchte Gott uns umgekehrt dadurch geben, daß er uns lehrt, daß wir unsere Sorgen und Probleme nicht selbst lösen können. Und solange wir das glauben, schickt er immer neue und größere, bis uns die Puste ausgeht, und das tut sie. Was hätte also Petrus hier machen sollen? Er hätte in diesem Fall still bleiben und zuhören sollen (Lukas 10, 38–42)? Es ist ein klares Kennzeichen der göttlichen Liebe, daß sie immer von der höchsten Perspektive aus urteilt, handelt und richtet. Über der göttlichen Liebe gibt es keine höhere Ebene. Und genau dorthin will Gott uns zu sich heben. Er will uns herauf lieben, zu sich heraufholen. Er will uns seine Ruhe geben, die uns verheißen ist (Hebräer 4,9). Die Vorstellungen des Petrus waren sehr stark von seiner menschlichen Denkweise geprägt. Da wo es menschelt, da ist der Humanismus zu Hause, da hat die Wahrheit Gottes keinen Platz. Deswegen rügt Jesus den Petrus so hart. Das kann und darf er nicht stehen lassen. Wir müssen unsere menschlichen Vorstellungen von dem was göttlich ist, aus unseren Köpfen werfen. Von dem was wir glauben was möglich ist, revidieren, und von dem was echte Liebe ist, völlig umkrempeln lassen. Und von dem was wir glauben, was Gerechtigkeit ist, ebenso von Gott aufklären lassen. Das können wir aus uns selbst nicht wissen. Und Vorsicht, unsere ganzen Messfühler, unser Denken und unsere Vorstellungen sind schon längst vom Gift der Sünde und der Selbstsucht vergiftet. Nicht umsonst kommt direkt nach dem Geschehen die Rede Jesu von der Nachfolge, bei der herausgestellt wird, daß man sich selbst verlieren muß, um alles zu gewinnen (Matthäus 16, 24-26). Was ist nun göttliche Liebe im Gegensatz zur Menschlichen? Ist sie nicht eine völlige Alternativlosigkeit (Markus 14, 34+35; Matthäus 26,37+38)?

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