mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 4697 - Mon., 03 Aug 2015

Der Glaube ist eine feste Zuversicht ...

Der Glaube ist eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.

Hebräer 11,1


Mit diesem Vers wird klargestellt, was unter „Glauben“ zu verstehen ist. Dieser Vers ist die einzige Definition des Glaubensbegriffes, den wir in der Bibel finden. Mit diesem Vers ist dann alles klar, oder? Jetzt wissen wir, wie wir glauben und was wir glauben…
…und doch bleiben manche Fragen bei uns. Und die nächsten Verse im Hebräerbrief bringen auch keine Antworten. Der Schreiber des Briefes führt seinen Satz nicht weiter aus, er bietet keine Begriffserklärung. Er will wohl deutlich machen: es ist gut und wichtig, sich über den Glauben Gedanken zu machen. Es ist gut und wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, was Glaube im biblischen Sinne bedeutet. Eine gedankliche, theoretische Klärung kann hilfreich sein, aber das „Geheimnis“ des Glaubens hat man damit nicht erfasst.
Sören Kierkegaard hat gesagt: „Wenn man auch dazu imstande wäre, den ganzen Glaubensinhalt in die Form des Begriffes umzusetzen, so folgt daraus nicht, dass man den Glauben begriffen hat, begriffen, wie man in ihn hineinkommt oder wie er in einen hineinkommt.“

Wenn man wissen will, was Glaube ist, was Glaube ausmacht, dann muss man sich das Leben der Menschen ansehen, denen Gott begegnet ist. Das ganze Kapitel 11 des Hebräerbriefs beschreibt am Beispiel von Menschen aus dem Alten Testament, was Glaube ist. Und wenn wir uns der Wirklichkeit Gottes öffnen wie diese Menschen, dann er-leben wir Glauben. Im Glauben öffnet sich uns eine ganz neue Welt, aber wir sehen sie nicht einfach mit unseren Augen.
Dass dies nicht immer leicht ist und leicht fällt, wie es in dem Vers klingen mag, verschweigt die Bibel nicht. Als Abrahams Magd Hagar mit ihrem Sohn Ismael von Abraham vertrieben wurde, lief sie ziellos in der Wüste umher. Sie war mit ihrem Sohn in größter Gefahr. Verzweifelt legte sie den Jungen unter einen Strauch und flehte und weinte vor Gott. In dieser bedrückenden Situation griff Gott ein: „Gott tat ihr die Augen auf, dass sie einen Wasserbrunnen sah. Da ging sie hin und füllte den Schlauch mit Wasser und tränkte den Knaben.“ Gott hat nicht in diesem Augenblick den Brunnen geschaffen – sondern „ihr die Augen geöffnet“. Hagar bekam einen Blick für die Wirklichkeit, so dass sie den Brunnen sah! Der Brunnen war da, trotz aller Zweifel und Verzweiflung der Hagar. Und Gott bezeugt sich der Hagar, dass sie einen Blick bekommt, für die für sie vorher unsichtbare Wirklichkeit.

Glaube bedeutet das Festhalten an der Realität Gottes und seiner Wirklichkeit. So wird der Glaube er-lebt, wird zu einem Weg, auf dem wir Erfahrungen, Erlebnisse der Wirklichkeit Gottes machen. Auch bei Zweifeln und Fragen. Denn Gott ist treu und barmherzig.

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