mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 4449 - Fri., 28 Nov 2014

Der Lauf der Zeit - Teil 2

Eine Generation geht, eine andere kommt. Die Erde steht in Ewigkeit

Pred.1,4


Prediger 1,8-11: Alle Dinge sind rastlos tätig, kein Mensch kann alles ausdrücken, nie wird ein Auge satt, wenn es beobachtet, nie wird ein Ohr vom Hören voll. Was geschehen ist, wird wieder geschehen, was man getan hat, wird man wieder tun: Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Zwar gibt es bisweilen ein Ding, von dem es heißt: Sieh dir das an, das ist etwas Neues - aber auch das gab es schon in den Zeiten, die vor uns gewesen sind. Nur gibt es keine Erinnerung an die Früheren und auch an die Späteren, die erst kommen werden, auch an sie wird es keine Erinnerung geben bei denen, die noch später kommen werden.
Der Lauf der Zeit - Teil 1
Pred.1,4 Eine Generation geht, eine andere kommt. Die Erde steht in Ewigkeit
Was ist der Sinn des vergänglichen Menschenlebens angesichts des ewigen Kosmos? Man kann sagen: Im Blick auf die gesamte Geschichte des Kosmos ist ein Menschenleben nichts. Nichtig und sinnlos das Leben, zu diesem Schluss kann man kommen, wenn man das Ganze betrachtet. Man kann aber auch sagen: Wie gut, dass es diese Ordnung gibt. Die Erde behält ihren Umfang, sie wächst selbst nicht weiter an Masse und Ausdehnung. Sie behält ihren Abstand zur Sonne. Es war nicht eine Verkettung unglaublicher Zufälle, sondern es war die Schöpferhand Gottes, die alles so wohl geordnet hat. In dieser guten Ordnung Gottes leben wir Menschen als ein Teil davon. Der Mensch ist nicht die Krone der Schöpfung, sondern ein Teil davon. Der Mensch ist unendlich weit von Gott entfernt. Nicht einmal die Welt um ihn herum kann er auch nur annähernd begreifen. Wie soll er da Gott begreifen? Alle Dinge - Sonne, Wind, Wasser - sind rastlos tätig. So ist auch das menschliche Tun. Auch das menschliche Leben ist eingebettet in die ewig gültige Ordnung. Alles in dieser Ordnung hat seinen Sinn, nichts geht verloren. Selbst der feinste Windhauch ist eine Energie, die ihre Wirkung hat. Jedes kleine Menschenleben ist Teil des großen Ganzen. Sehr viel Neues ist passiert - allein in den letzten hundert Jahren. Aber all die neuen Erfindungen, die Weiterentwicklungen der Technik, der Wissenschaften sind Äußerlichkeiten. All das gehört zu den Rahmenbedingungen unseres Lebens. Aber was unser menschliches Leben ausmacht, das bleibt immer gleich: wir werden geboren und sterben, wir sehnen uns nach Geborgenheit, Zuwendung und Liebe, wir lachen und weinen, haben Angst und freuen uns, tun Gutes und machen uns schuldig, wir atmen ein und aus, nehmen uns den Teil, den wir zum Leben brauchen, geben, was wir schaffen können, - und in allem sind wir begrenzt. Unsere Lebenszeit ist begrenzt, unsere Fähigkeiten sind begrenzt, unser Wahrnehmungsvermögen, alles. Niemand ist perfekt. So sind wir Menschen, und so sehr wir uns anstrengen, daran ändern wir nichts. Wir sind und bleiben die gleichen. Die alten Instinkte, als der Mensch noch in Höhlen lebte und abends am Feuer saß, als er jagte und sammelte, die sind alle noch in uns. Atemlos sind wir Menschen heute auf der Jagd nach ständig Neuem. Die Technik überschlägt sich in neuen Erfindungen. Gerade hat man mühsam gelernt, das neue Handy zu bedienen, den Videorecorder oder auch nur die neue Kaffeemaschine, schon kommt wieder etwas Neues heraus. Viele ältere Menschen unter uns fangen erst gar nicht mehr an, sich mit den ständig neuen Neuheiten zu befassen. Der hektische Aktionismus an allen Orten kann nicht mehr verdecken, dass wirklich eine grundlegende geistig, moralische und politische Wende nötig ist. Es muss nicht ständig alles erneuert werden. Wir müssen nicht das Land ''zukunftsfähig'' machen. Die Zukunft kommt von selbst, da brauchen wir gar nichts dazu zu tun. Was sich bewährt hat, ist es auch wert, bewahrt zu werden. Vielleicht kann uns diese Erkenntnis lehren, das wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden. Das Wichtige ist das, was zum Eigentlichen des Lebens gehört, was unser Leben grundsätzlich ausmacht und was sich auch nicht ändern wird, solange Menschen Menschen sind: Dass wir leben und atmen, lieben und in dem großen Ganzen unseren Teil ausfüllen. Das scheint die Antwort auf die Frage nach dem Sinn unseres Daseins zu sein.

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