mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 4317 - Sat., 19 Jul 2014

Dankbar für Bedürftigkeit?

Er rettet die Bedürftigen, die zu ihm schreien, die Entrechteten, die keinen Helfer haben

Psalm 72/12


Obwohl wir sehr sparsam leben, kommt es immer wieder vor, dass ich an meine finanzielle Grenze geführt werde. Einmal ist es eine Verteuerung die mich auf Dauer gesehen erschrecken will, einmal ist es ein kaputtes Inventar oder sonst etwas, was mich zu unvermeidlichen Mehrausgaben zwingt. Manchmal könnt ich losheulen, manchmal bin ich ganz ruhig dabei, denn es ist nun mal so. Irgendwie ist diese Existenzsorge seit ich Kind war auf meinen Lebensweg und ich lernte damit umzugehen. Ich scheue die Arbeit nicht und nehme auch jede Gelegenheit wahr mir etwas dazu zu verdienen. Habe ich eine Größere Auszahlung, wie Sondergeld dergleichen, lege ich es aufs Sparbuch um für die Notsituation gerüstet zu sein. Im Grunde leben wir bescheiden und doch zufrieden, denn was braucht man schon um Glücklich zu sein. Doch trotz Sparsamkeit und Vorsorge, kommt es hin und wieder, dass ich eine Rechnung nicht sofort bezahlen kann, weil mein mir Erspartes nicht ausreicht. Hilfsbedürftig suche ich nach Möglichkeiten das Geld zu beschaffen. Hilfsbedürftig komme ich vor allem im Gebet auch zu Gott. Vor kurzen erzählte ich in einer Andacht von Gottes wunderbarem eingreifen und erhören meines Hilfeschreies, wobei er mir ein Briefkuvert mit Geldinhalt zukommen lies, damit ich meine Werkstatt Rechnung bezahlen kann. ( Vertrauen wird belohnt!Andacht Archiv- Nr.4235. ) Als ich im Gottesdienst von meiner Gebetserhörung erzählte, reagierte eine liebe Schwester mit sonderbaren Worten auf mich, die mich bis heute zum Nachdenken bewegen. Sie sagte Wortwörtlich:

Rosi, sei dankbar für deine Bedürftigkeit, denn du erlebst Gottes Wunder pur! Ich habe genug Kohle und deswegen werde ich niemals das Wunder des Geldgeschenkes erleben, so wie du es erleben durftest! Sei dankbar für Bedürftigkeit! Ich stand erstmals perplex vor ihr und meinte dann zögernd, „nun ja ich werde darüber nachdenken, aber dankbar sein für meine Bedürftigkeit? das ist für mich schon eigenartig!“

Ich sehe mich nicht wirklich als bedürftig, weil ich im Grunde alles habe was ich brauche unabhängig von dem Maßstab der Welt. Doch mal ganz ehrlich was ist mir Bedürftigkeit, wo beginnt sie, wo hört sie auf? Ich dachte darüber nach und erkannte die Begrenzung die sich mir auftat. Bedürftigkeit macht mich abhängig, abhängig von Hilfe anderer. Bedürftigkeit gibt mir Unfreiheit und macht mir Angst. Bedürftigkeit macht mir ein schlechtes Gewissen nicht genug zu sein, erzeugt gewisse Versagensängste. Bedürftigkeit verlangt von mir von anderen etwas zu erbitten und etwas anzunehmen, was ich nicht selbst erarbeitet und nicht verdient habe und das ist nicht nur für mich ein Problem. Ich bin mir sicher,das viele von euch ähnlich empfinden. Nur nicht abhängig sein, immer schön alles alleine schaffen und ja niemanden etwas schuldig bleiben. Letzteres ist auch in der Bibel begründet, denn Gott sagt selbst dass wir niemanden etwas schulden sollen. ( Römer 13/8)

Doch wie sieht Gott unsere Bedürftigkeit, was sagt sein Wort darüber aus? Er möchte für uns sorgen, das hat er in seinem Wort festgemacht. Er selbst will, dass wir bedürftig zu ihm kommen. Er sagt bittet mich darum. (Lukas 11/10) Sorgt euch nicht, werft eure Sorgen auf mich. (1.Petrus 5/7)

(Matthäus 6/25-26)
Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?

Gott will uns beschenken mit allem was uns fehlt und weit darüber hinaus. Denn das wesentlichste dürfen wir nicht vergessen, er hat er uns seinen Sohn, Jesus Christus als Opfergabe zur Befreiung unserer Ketten und zur Versöhnung mit ihm geschenkt. Erst angenommen sind wir in allem nun auch abhängig von ihm. Somit haben wir auch die Befreiung bekommen unsere Bedürftigkeit anzunehmen und vor ihm auszusprechen.

(Römer8/32)
Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?

Nach den letzten Ereignissen nach merke ich das Gott mir lernen will, meine Bedürftigkeit anzunehmen und mir selbst einzugestehen, dass es keine Schande ist Hilfe zu benötigen. Er reagierte selbst auf meine banalen Gedanken und gab mir durch Mitmenschen die nötige Hilfe. Er zeigte mir dadurch, dass er mich total ernst nimmt, weil er weiß was ich brauche. Er sagte, ich solle mich nur erstmals um sein Reich kümmern, dann würde er mich mit allen versorgen. ( Matthäus 6/33) Ich muss lachen, denn die liebe Schwester sagte nun zu mir:, Trachte nicht nur nach dem reich sondern lass dir die Segnungen gefallen.

Nun meine Schulung in Sachen Bedürftigkeit ist gewaltig, aber ich hüpfe nicht vor Freude weil ich Bedürftig sein darf. Doch ich will üben, mich beschenken zu lassen. Ich lerne nicht nur nach dem Reich zu trachten, sondern auch all das anzunehmen, was Gott mir zufallen lassen möchte und das ist jetzt schon überreichlich viel. Amen

Seid herzlichst gesegnet, eure

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