mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 3639 - Sun., 09 Sep 2012

Vater unser (Teil 4)

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Mt 6,12


Die heutige fünfte Bitte des ''Vater unsers'' hätte ich gerne übersprungen, sprengt sie doch das Bild, das wir uns gerne von der Erlösung machen.

Wenn wir in Mk 16,16 lesen: ''Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden'' kommt leicht der Gedanke auf, dass wir einfach nur zu Kreuz und Auferstehung ''ja'' sagen müssen, um errettet zu werden. Jesus hat bei seiner Kreuzigung auf Golgatha ja schon alle unsere Sünden getragen und auf sich genommen - was ist da noch nötig? Die Bibel gibt da immer nur die eine Antwort: Dein Glaube ist notwendig, um dieses Erlösungswerk für dich beanspruchen zu können.

Wie passt das mit dem heutigen Vers zusammen, den Jesus selbst in den weiteren Versen 14 und 15 noch erläutert: ''Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.''

Zu sagen, diese Verse stammen noch aus der Zeit vor Kreuz und Auferstehung und sind für uns heute nicht mehr so gültig, greift glaube ich zu kurz. Dann würde ja das ganze ''Vater unser'' nicht mehr für uns von Bedeutung sein, ja die ganzen Evangelien würden für uns ihren Wert verlieren.

Müssen wir also dem Erlösungswerk Christi doch noch eigene Werke hinzutun? In Jak 2,17 lesen wir: ''So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber.''

Es geht hier nicht darum, dass wir uns durch eigene gute Werke selbst rechtfertigen. Das ist eine Unmöglichkeit in sich. Doch wahrer Glaube kann nicht nur in uns selber bleiben, er schlägt sich in unser Leben durch. Wer an die unauflösliche Liebe des Vaters glaubt, der kann nicht leben, ohne auch selber diese Liebe zu leben. Alles andere wäre Heuchelei. Wer angefüllt ist mit der Liebe Gottes, dessen Leben leuchtet auch nach außen hin von dieser Liebe.

Wie Tanja gestern schon schrieb, wer die Hände voll hat, anderen ihre Schuld nachzutragen, der hat seine Hände nicht frei das anzunehmen, was Gott für ihn bereit hält.

Wahrer Glaube, der die Liebe und Vergebung Gottes ergreifen will, kann also auch nicht anders, als loszulassen von der Schuld, die ihm angetan wurde. Durch unsere Vergebung können wir uns nicht selber frei sprechen, doch sie ist die Grundlage dafür, dass Gott uns mit seiner Gnade beschenken kann.

Gibt es jemanden, dem du seine Schuld noch nicht vergeben hast? Bring es zum Kreuz und lass dich neu mit Gottes Liebe erfüllen!

Ich wünsche dir noch einen gesegneten Tag.

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