mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 3377 - Thu., 22 Dec 2011

Schuster Martin - Teil 2

was ihr an den Geringsten getan habt, das habt ihr an mir getan

Matth. 25,45


Die Geschichte von gestern verdeutlicht uns, wie Menschen durch die Bibel zum Glauben finden. Der alte Schuster liest zwar eifrig in der Bibel, aber so richtig versteht er sie erst, als er auch ganz von sich heraus tut, was da in der Bibel steht. Das kann auch umgekehrt geschehen: Dass da Menschen gar nicht wissen, wie christlich, wie gläubig sie leben - und erst später dazu kommen und eifrig in der Bibel lesen.

Der Schuster Martin lebt ein ganz normales Leben. Dort in seiner Kellerwohnung hat er sich gut eingerichtet. Er hat sein Auskommen, seine eigene kleine Welt, kennt die Menschen, die ihm begegnen. Ein ganz normales Leben - wäre da nicht die Bibel, die er immer wieder liest.

Auch wir haben unser Leben mehr oder weniger gut eingerichtet, versuchen mehr oder weniger erfolgreich durchs Leben zu gehen. Wir haben eine Bibel - aber lesen wir wirklich darin? Begreifen wir den Inhalt? Der Schuster Martin tut etwas, was wir Menschen nur noch selten tun: Er blickt auf, sieht den alten Soldaten, wie er traurig und müde Schnee schaufelt. Er schaut nicht weg und bittet ihn herein, teilt Wärme und Tee mit ihm. Sehen wir die Kälte und Not bei andern Menschen und teilen dann gerne mit ihnen - oder sagen wir: dafür sind wir nicht zuständig ...

Die arme Frau und ihr Kind, das ungeschützt dem Wind ausgesetzt ist. Viele Rentnerinnen und Alleinerziehende leiden unter der zunehmenden Kälte in unserer Gesellschaft. Kinder sind unschuldige Opfer in unserem Alltag. Wieder teilt der alte Schuster: Teilt Brot, Suppe, sein Haus. Zärtlich nimmt er das Kind auf den Schoß. In unserem Land gibt es auch Armut. Sehen wir sie? Nehmen wir diese Menschen in unsere Mitte und sind wir bereit zum Teilen ...
Zuletzt der Diebstahl des kleinen Jungen auf dem Markt. Mundraub ist aber auch ein Diebstahl. Der alte Schuster tritt mutig für die Versöhnung ein. Weil er vergibt, stiftet er Frieden - der Dieb trägt der Bestohlenen freiwillig den schweren Korb. Sind wir bereit zur Vergebung? Zum Neuanfang? Legen wir nicht oft lieber andere auf ihre Schuld fest, als einen Schritt zur Versöhnung zu machen.

Drei Beispiele, dass wir in unsere persönliche Welt mehr Menschlichkeit hineinbringen können, aber auch mehr Wärme, Gerechtigkeit, Liebe. Das macht glücklich macht. Erst im Nachhinein erkennt Martin, dass er - ohne es zu wollen - genau den Willen Jesu getan hat: „Was du einem meiner geringsten Schwestern und Brüder getan hast, das hast du mir getan ...“
Manches ist ganz leicht umzusetzen. Gott will, das wir Alleinstehenden, Armen, Kranken.... helfen, aber nicht aus Berechnung, weil man sich damit einen Platz im Himmel bekommt. Offensein für Liebe und liebevolle Taten ohne Hintergedanken, nur, weil es aus dem Glauben und der Achtsamkeit für die Schwachen heraus geschieht. Daraus folgt das Glücksgefühl, das den Schuster Martin so bewegt - und das ist echte Begegnung mit Jesus, denn „was ihr an den Geringsten getan habt, das habt ihr an mir getan“ sagt Jesus.

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