mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 3121 - Sun., 10 Apr 2011

Teil-Teil=Ganzes

Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr?

Lk 6,41


Zwei Beispiele mit Passions-Gedanken kamen mir in den Sinn. Vielleicht könnt ihr sie nachempfinden:

Erstes Beispiel: Jeder hat bestimmt schon mal im Garten gearbeitet oder mit Holz gearbeitet und sich einen Splitter in den Finger geholt. Dieser kleine Splitter drückt und es tut weh, wenn man daran kommt. Hat man Glück, so kann man ihn mit der Pinzette herausziehen. Der Splitter kann aber auch wandern und sich entzünden, eitern und bluten.

Wir haben täglich unsere Erlebnisse, wodurch wir uns Splitter holen, die dann unsere Gedanken und unser Gewissen schmerzen lassen. Wir wissen, wie wir uns verhalten sollen und es doch nicht machen. Wir haben unseren Dickkopf, andere ihren Sturkopf. Soll der andere doch kommen und sich entschuldigen oder das klärende Gespräche anfangen. Ich mache nicht den ersten Schritt. Soll der andere doch vergeben und um Entschuldigung bitten. Ich nicht. Der ''Splitter'' kann sich so entzünden, eitern...., dass Freundschaften, Familienbande daran zerbrechen und die Parteien zu Erzfeinden werden. Mit Feingefühl, so wie man mit der Pinzette den Splitter versucht heraus zu ziehen, so sollte man auch behutsam den Splitter zwischen zwei Menschen oder Gruppen herausziehen. Es wird wahrscheinlich etwas weh tun, aber das erlösende Gefühl, hinterher keinen Schmerz mehr zu spüren, ist etwas Schönes.

Im zweidimensionalen Bereich könnte man symbolisch in einem Gottesdienst damit ein Kreuz entstehen lassen, indem Menschen auf einem Papier-Splitter eine ihrer Teil-Schuld aufschreiben. Auf einer Pinnwand wird der Splitter angepickt oder man legt es auf dem Boden zusammen, klebt die Splitter fest und hängt es als Bild auf. Vielleicht willst du ja dir selber solch ein Splitter-Kreuz für dich in ähnlicher Form herstellen.

Zweites Beispiel: In einer Mathematikfortbildung lernte ich, dass das rechenschwache Kind erkennen muss, dass eine Additions- oder Subtraktionsaufgabe aus zwei Teilen besteht, die ein Ganzes ergeben. Das Kind muss jetzt erkennen, dass das 'Teil' 5 + der 'Teil' 3 = das 'Ganze' 8 wird. Diese Teile kann ich nun verschieden zusammen stellen: 5+3=8; 3+5=8; 8-3=5; 8-5=3.

Beim ersten Beispiel ging es um den Splitter. Hier geht es um Teile, die ich zu einem Ganzen zusammensetzen kann. Setzt man die Splitter (theoretisch möglich) wieder gut zusammen, entsteht immer mehr ein Balken. Zwei Balken nahm man und nagelte Jesus daran fest. Jesus starb für unsere kleinen und größeren Splitter-Schulden bzw. Teil-Schulden am Kreuz. Habe ich das erkannt, wie das Kind die Teile der Mathematikaufgabe, die ein Ganzes ergeben, dann erkenne ich die Ganzheit von Jesu Tat, die mir zu jeder Zeit gilt und die ich zu jeder Zeit als Geschenk annehmen darf. Meine Splitter vervollständigen den Balken bzw. das Kreuz, mit dem Unterschied, dass es beim Kreuz viele Teile sind, die zu einem Balken werden.
Zwei Balken werden zu einem Kreuz. Die Zahl zwei beinhaltet Trennung und Entscheidung. Es gibt in Matthäus 7,13+14 das Bild von den zwei Wegen: den breiten und den schmalen Weg - den guten und den schlechten Weg - Leben oder Tod.

Wie schön, dass wir diese Splitter in das Kreuz einfügen können und dürfen, damit sie in uns keine Entzündungen, Vereiterungen.... hervorrufen und wir ein freundschaftliches Miteinander leben dürfen. Vielleicht hast du heute die Kraft, einen Splitter anfänglich behutsam oder gar ganz heraus zu ziehen, um ihn ins Kreuz einzufügen.

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