mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 2827 - Sun., 20 Jun 2010

Ephesus (Die 7 Sendschreiben)

Du hast durchgehalten und meinen Namen getragen und bist nicht müde geworden. Aber ich habe gegen dich, dass du die erste Liebe verlassen hast.

Offb. 2,1-7


In meiner Studentenzeit unternahm ich eine Reise durch die Türkei. Wir fuhren dabei die Orte der sieben Sendschreiben an. An jedem Ort hielt der missionarische Leiter eine Andacht über den Ort. Es war sehr eindrücklich. Ephesus ist eine sehr gut erhaltene Stadt und man kann sich etwas in das damalige Treiben hinein versetzen. Besonders die Bibliothek und das Theater waren bewundernswert anzusehen und zu bestaunen.

»Dem Engel der Gemeinde in Ephesus schreibe. Dies sagt, der die sieben Sterne in seiner Rechten festhält und wandelt inmitten der sieben goldenen Leuchter. Ich kenne deine Taten und die Mühe und dein Durchhalten, und dass du die Bösen nicht ertragen kannst. Und du hast diejenigen geprüft, dich sich selbst Apostel nennen und es nicht sind und hast sie als Lügner entlarvt. Du hast durchgehalten und meinen Namen getragen und bist nicht müde geworden. Aber ich habe gegen dich, dass du die erste Liebe verlassen hast. Gedenke also, wovon du gefallen bist, ändere deine Gesinnung und tue die ersten Taten. Sonst komme ich zu dir und entferne deinen Leuchter von seinem Platz, wenn du nicht deine Gesinnung änderst. Aber dies hast du, dass du die Taten der Nikolaiten hasst, die auch ich hasse. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt. Wer siegreich überwindet, dem wird gegeben werden, von dem Baum des Lebens zu essen, der im Paradies Gottes steht.« Offenbarung 2,1-7

Ephesus war das Zentrum der missionarischen Bemühungen von Paulus in den Jahren 52-55 nach Christus, das wirtschaftliche, politische, religiöse und militärische Zentrum der ganzen Gegend. Dieser Stadt hatte etwa eine halbe Million Einwohner.Durch ihren Hafen war sie ein Knotenpunkt für die Wirtschaft und durch den Tempel der Göttin Artemis oder Diana ein religiöses Zentrum. Ephesus wurde mit Jerusalem und Athen zu den drei heiligen Städten des römischen Imperiums gezählt. Hier war also etwas los. Paulus hatte durch seinen Dienst in Ephesus mitgeholfen, eine starke und große Gemeinde aufzubauen, die dann mithalf, die gesamte Gegend mit dem Evangelium zu erreichen.

Paulus ist schon tot, hingerichtet in Rom und seit seinem Besuch in Ephesus sind fast fünfzig Jahre vergangen. Johannes sitzt gefangen auf der Sträflingsinsel Patmos und begegnet dort Jesus. Er empfängt eine gewaltige Vision und darin eingeschlossen die sieben Sendschreiben an die Gemeinden. Es sind zeitlose Worte auch an uns, seine Gemeinde heute.

Die Aktivitäten spielen eine große Rolle. Es war schon immer so, dass die Umgebung, in der wir leben, eine prägende Rolle auf uns hat. Die Hektik, die Aktivitäten und das pulsierende leben der Stadt Ephesus hat auch die dortige Gemeinde geprägt. Es war keine ruhige, besinnliche Gemeinde, sondern eine hektische, aktive, mit einem vollen Gemeindeprogramm. Jesus selbst sagt: »Ich kenne deine Taten und die Mühe und dein Durchhalten, und dass du die Bösen nicht ertragen kannst.Du hast durchgehalten und meinen Namen getragen und bist nicht müde geworden.« Ephesus scheint eine sehr aktive Gemeinde gewesen zu sein, die sich ihre Aktivitäten auch etwas kosten lies an Hingabe, Mühe, Schweiß und Durchhalten.Sie haben erkannt, dass auch im Reich Gottes durch Nichtstun nichts geschieht. Unsere Aktion und Arbeit ist durchaus gefragt. Jesus sagt durchaus nicht, dass die Aktivitäten der Epheser falsch oder schlecht gewesen wären. Er tadelt sie nicht wegen ihren (vielleicht sogar zu überladenen) Aktivitäten.

Die Hingabe an die Arbeit birgt auch Gefahren. Jesus muss korrigierend sagen: »Aber ich habe gegen dich, dass du die erste Liebe verlassen hast.« Das Aktivsein birgt in sich so schnell die Gefahr, dass es Routine wird. Man tut es, ohne sich länger bewusst zu sein, warum eigentlich! Die Arbeit muss getan werden, doch die Motivation dahinter ist Pflichterfüllung und nicht eine tiefe Liebe, eine Begeisterung. Man betet, liest die Bibel, besucht die Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen, man kann sogar in einer Mitarbeit stehen, doch da ist keine Beziehung zum Glauben. Man tut es halt einfach mangels besserer Alternativen!

Eine solche Gemeinde ist durchaus eine lebendige und aktive Gemeinde. Aber sie ist eine erweckte Gemeinde? Darum spricht Jesus diesen wunden Punkt an, um zu korrigieren und um eine Veränderung zu bewirken. ''Gedenke also, wovon du gefallen bist, ändere deine Gesinnung und tue die ersten Taten.'' Der Ausweg lautet Buße und Gesinnungsänderung. Erkennen wir, was wir verloren haben und dass wir in die falsche Richtung marschieren. Aber können wir so leicht umkehren und die Meinung und das Denken ändern?Können wir akzeptieren, was Gott uns sagt? Eine praktische Veränderung soll und muss unter Umständen auch geschehen: ''Tue die ersten Taten oder Werke!'' Handle wieder aus dieser ersten Liebe heraus, als das Herz voller Freude war über das Neue und du begeistert warst. Hat man Jesus gerade neu kennen gelernt, so erzählt man jedem stolz davon. Die ersten Erfahrungen mit ihm werden gerne weitererzählt. Mit Eifer wird in der Bibel gelesen. Deine Gebete waren einfach, aber ehrlich und es kam nicht auf die tolle Formulierung an. Veranstaltungen wurden mit Eifer besucht und mitgestaltet. Das waren die ersten Taten und Werke, hinter denen die erste Liebe und Begeisterung als Motivation standen. Genau das will der Herr in uns wiederherstellen. Eine Aktion, die mit geschieht, bewirkt auch etwas. Die Zuschauer merken das ehrliche und tiefe Engagement und werden mitgerissen. Was macht man nicht alles für eine Liebe aus Liebe. ''Alte Hasen'' wünschen sich dann wieder solch eine Liebe. Genau das hat Jesus gemeint und er hängt noch eine weitere Warnung an: ''Sonst komme ich zu dir und entferne deinen Leuchter von seinem Platz, wenn du nicht deine Gesinnung änderst.'' Der Leuchter steht für das Licht, das unser Leben erleuchten und führen will, aber auch für die Stimme und Leitung Gottes in unserem Leben. Wo wir in Aktivitäten mit der falschen Motivation ausführen, nämlich ohne die Liebe zu Jesus, da werden wir ohne Gott aktiv. Da werden Dinge ihrer selbst wegen getan und es entstehen Sachzwänge. Wir investieren Kraft, Zeit und Geld in Dinge, die dem äußeren Schein nach noch christlich sind, aber nicht mehr von Gott gewollt sind.

Jesus sagt nicht, dass unsere Aktivitäten falsch sind. Aber wir sollen die Motivation prüfen. Warum lebe ich als Christ, warum tue ich dies und das? Ist es die Liebe zu Jesus oder etwas anderes? Gott möchte dir heute helfen, dich neu zu verlieben und möchte dich neu füllen.

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