mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 2483 - Sat., 11 Jul 2009

Weil er es wert war

''Und eines Hauptmann's Knecht, den er wert hielt, lag todkrank''.

Lukas 7,2


Ein Mensch, der nicht meinen Maßstäben entspricht, hat doch Mängel, die ihn nicht vollkommen machen. Ein Mensch, der nicht meinen Erwartungen entspricht – wie soll ich mit dem denn klar kommen?

Ein Mensch, der ein „todkranker“ Mensch ist, ist doch nichts mehr wert. Oder? Ein Knecht hat seine Aufgaben zu erfüllen. Ein Knecht hat zu arbeiten. Was aber, wenn der Knecht nicht mehr seinen Aufgaben nachkommen kann? Was ist, wenn der Knecht wegen Krankheit lange Zeit oder sogar dauerhaft ausfällt? Muss er dann nicht ausgemustert werden? Muss ich mich um ihn überhaupt kümmern? Warum sollte der Hauptmann ihn noch auf der „Lohnliste“ lassen, wenn er seine geforderte Gegenleistung nicht mehr erbringen kann? Warum sollte sich der Hauptmann eigentlich um den Knecht kümmern, er ist doch ein Angestellter?“

Dieser Hauptmann aber setzt sich für seinen Knecht ein – weil er ihn wert hielt!

Der Hauptmann zeigt uns damit, dass auch Menschen mit Mängeln, Fehlern und Unvollkommenheiten noch liebenswert sind und ihr Leben wertvoll ist. Der Hauptmann beauftragt die Ältesten, bei Jesus vorzusprechen und um Hilfe für seinen Knecht zu bitten. Der Hauptmann zeigt uns damit, dass er selbst nicht in der Lage ist, dem Knecht zu helfen. Der Hauptmann erkennt, an sich selbst auch einen Mangel, der ihn nicht vollkommen sein lässt. Vor allem heißt es aber: Der Hauptmann handelt aus Liebe zu seinem Knecht. Für uns ist wichtig, dass wir erkennen: Jeder Mensch wird einmal schwach, kann die (von Menschen) geforderte Leistung vielleicht nicht mehr erbringen. Dennoch ist jeder Mensch liebenswert. Jeder Mensch ist unvollkommen! Deshalb darf sich jeder Mensch nicht über die anderen Menschen stellen. Deshalb sollten wir nicht über andere urteilen und sie aussortieren, wenn sie nicht (mehr) unseren Erwartungen entsprechen. Jeder Mensch braucht die Hilfe, die nur von Jesus kommen kann.

Der Hauptmann kann uns Vorbild sein. Er weiß um seine Macht, er weiß aber auch um seine eingeschränkten Möglichkeiten. Er stellt sich nicht über den „unbrauchbaren“ Knecht. Er setzt sich für ihn ein: aus Liebe.

Ich wünsche Dir, dass auch Du von anderen Menschen immer wieder erfahren darfst, dass Du wertvoll bist. Auch oder gerade weil du nicht vollkommen bist.

Sei gesegnet!

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