mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 2122 - Tue., 15 Jul 2008

„...wie Flasche leer“

Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes.

2. Korinther 1,3


Auf meinem Fußweg zur Arbeit, sehe ich eine leere Cola-Flasche in einem Vorgarten liegen. Flasche leer. Achtlos weggeworfen, weil aus ihr nichts mehr herausfließen konnte. Die Flasche liegt schon seit einigen Wochen dort. Keiner kümmert sich mehr um sie. Sicher, sie ist leer, der Inhalt auf den es ankam ist weggetrunken. Dennoch hat die Flasche zumindest noch einen materiellen Wert und man könnte noch Flaschenpfand für sie bekommen.

Wie ist es mit Menschen, die nicht mehr geben können, weil sie innerlich leer sind?
„ware’ schwach wie eine Flasche leer!“ Ein Überbleibsel aus einer Rede des Trainers Trapattoni bei einer Pressekonferenz nach einem verlorenen Spiel des FC Bayern München. Der Trainer hatte die mangelhafte Spielweise der Mannschaft, ganz besonders eines Spielers kommentiert. „Gespielt, wie Flasche leer“ - der Spieler konnte Nichts mehr geben, weil er Nichts mehr in sich hatte, was zu einem erfolgreichen Spiel nötig gewesen wäre.

Vielen Menschen geht es ähnlich, wie dieser leeren und dann weggeworfenen Cola-Flasche. Sie haben ihre Funktion bis zu einem gewissen Grad erfüllt und sind dann nicht mehr für ihren ursprünglichen „Zweck“ geeignet. Ich denke dabei an Obdachlose, die bettelnd am Straßenrand sitzen oder an arbeitslose Menschen, die zwar aktenkundig in Agenturen für Arbeit, doch aufgrund ihres „Alters“ aber scheinbar nicht mehr vermittelbar sind. An ältere Menschen, die ohne Besuch einsam und verlassen in ihren Wohnungen leben und an denen das Leben achtlos vorbeizugehen scheint. Es sind Menschen, die sich vielleicht lange Zeit für andere eingesetzt haben und plötzlich aussortiert und vergessen werden.

Manchmal komme ich mir auch so vor, obwohl ich ein Dach über dem Kopf habe, obwohl ich tägliche zur Arbeit gehen kann und obwohl ich Menschen um mich rum habe, mit denen ich mich unterhalten kann. Es ist schmerzhaft, wenn ich den Eindruck bekomme, dass Menschen mich scheinbar vergessen haben. In solchen Phasen der „innerlich gefühlten Verlassenheit“ ist mir das Wort Gottes eine Hilfe und will mich trösten:

„Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes.“ (2.Kor. 1,3)

Gott, Dir sei Dank, dass ich bei dir Zuflucht habe. Danke, dass ich bei dir sein darf, wie ich bin. Danke, dass ich für dich den „Zweck“ für immer erfülle: dein geliebtes Kind zu sein. Das bin ich, egal in welchen äußerlichen Umständen ich lebe, egal ob ich nicht mehr ins „System“ passe oder von Menschen verlassen wurde.

„Danke, HERR, dass du mich kennst und liebst.“

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