mobi.daily-message.de die mobile Kurzandacht Nr.: 1514 - Wed., 15 Nov 2006

Fleisch und Barmherzigkeit

''Daher mußte er in allem seinen Brüdern gleich werden, damit er barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester vor Gott, zu sühnen die Sünden des Volkes. Denn worin er selber gelitten hat und versucht worden ist, kann er helfen denen, die versucht werden.''

Hebräer 2,17-18


Erfahrung führt zur Barmherzigkeit. Zumindest ist das bei Jesus so gewesen. Gott, der Vater, wollte und konnte seinem Sohn diese Erfahrungen des Menschseins nicht vorenthalten. Gott wollte uns seine Glaubwürdigkeit zeigen - unfassbar! Und auch wir als Christen dürfen durch unser erfahrenes Leid und unsere Anfechtungen glaubwürdige und barmherzige Menschen werden. Warum? Damit wir wissen und sehen was in der Welt mit Menschen passiert. Erfahrungen und Bewährungen machen uns wach und sensibel! Wir können andere Menschen verstehen und nachvollziehen wie es ihnen geht - in so ziemlich allen Dingen des Lebens. Es ist ungerecht und hochmütig wenn man von Dingen spricht und sie bewertet, die man nicht wirklich nachvollziehen kann. In jedem Menschen steckt wohl manchmal ein Hang zur Oberflächlichkeit und zum Vorurteil. Man muß nicht alles gutheißen, aber Vergebung und Trost ist nicht weniger wichtig als Tadel und Umkehr. Es ist daher ein innerer Kampf anders zu sein als viele Menschen und es ist vieler Bemühungen wert, sich zu ändern und die natürlichen Verhaltensweisen abzulegen. Genau das ist damit gemeint, wenn Paulus in Römer 12,1-2 schreibt, daß wir uns durch ''Erneuerung unserer Sinne'' ändern sollen. Das Gute, Wohlgefällige und Vollkommene zu sehen und sich danach in seinem Verhalten auszustrecken, ist eine Art charakterliches Opfer was wir bringen sollen. Dadurch sollen wir uns von weltlichen Menschen unterscheiden.

Was uns dabei am meisten beeinträchtigt, ist der Vergleich mit anderen. Sören Kierkegaard sagte: ''Alle Not kommt vom vergleichen!'' Hat er recht? Ich denke ja. Wenn wir durch derartiges vergleichen bestimmte Mängel und Unzulänglichkeiten an uns wahrnehmen, beeinflusst das unser Denken und Verhalten. Und wenn dann die Anfechtungen kommen, werden wir kaum widerstehen. Dann denken wir, wir haben ein Recht darauf schwach zu sein und nachzugeben. Das ist eine verkehrte Sichtweise und bringt uns nicht weiter. Wir sollen nicht auf die Dinge blicken, die wir haben oder nicht haben, sondern auf das, was dem anderen dient (Philipper 2,4). Und wenn wir manchmal Leid empfinden und Lasten tragen, können wir auch denen dienen und sie verstehen, denen es in ihrem Leben auch einmal so geht. Unser großes Vorbild ist Jesus Christus, der uns in allen Dingen gleich geworden ist bis auf die Sünde. Er erniedrigte sich sehr und klagte nicht, sondern war Gott gehorsam bis zum Tod am Kreuz (Philipper 2,6-8). Damit wurde er der Urheber unseres Heils und ein absolut glaubwürdiger Bruder und Freund, der uns auch in größter Not niemals allein lässt und uns versteht und hilft.

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