In der Fremde -|- Andacht von Jonas Erne (Daily-Message-Archiv, 07. Jan 2017)

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Die tägliche Andacht

Andacht Archiv-Nr. 5220

für den 07. Jan 2017 - Autor:

In der Fremde

Und es geschah in den Tagen, als die Richter regierten, da entstand eine Hungersnot im Land. Damals zog ein Mann aus Bethlehem in Juda fort, um sich im Gebiet von Moab niederzulassen samt seiner Frau und seinen beiden Söhnen.

Ruth 1, 1 *©*
 

In der Zeit, als die Richter regierten, also in dieser chaotischen Zeit, in welcher jeder tat, was ihm gerade passte und das Recht des Stärkeren galt, gab es eine Hungersnot. Es war eine Zeit, da man sich nicht gegen Hungersnöte versichern konnte. Die einzige Versicherung, die es gegen die Hungersnot gab, war entweder ein voller Kornspeicher oder ein sehr gutes Verhältnis zu seiner Verwandtschaft, denn falls jemand Verwandtes einen vollen Kornspeicher hatte, so hätte man diesen um Hilfe bitten können. Wer beides nicht hatte, konnte noch betteln gehen oder wegziehen. Das Buch Ruth beginnt mit einem Wirtschaftsflüchtling, der von Bethlehem in Judäa nach Moab floh, um sich dort eine neue Existenz aufzubauen. Die Bibel spricht immer wieder von Flüchtlingen. Mose floh aus Ägypten und floh später mit dem ganzen Volk Israel aus Ägypten, aus der ägyptischen Sklaverei. Elia floh vor Isebel in die Wüste. Joseph und Maria flohen nach Ägypten vor dem Zorn des Königs Herodes. Und immer wieder kommt der Tenor: Denkt an die Ausländer und Flüchtlinge, denn ihr wisst, dass ihr auch mal Ausländer wart und geflohen seid!

Wir im Westen leben in einer Zeit des materiellen Überflusses. Diesen Überfluss haben die Generationen vor uns schwer erarbeitet, indem sie von einer christlichen Arbeitsethik ausgegangen sind – ob sie jetzt Christen waren oder nicht. Es gab viele schwere Jahre des Aufbaus. Der Gedanke war: Wir wollen das nehmen, was die Natur, die Schöpfung, die Umwelt uns gibt und wollen daraus das Beste machen. Leider kam dann auch immer mehr eine Überheblichkeit dazu, die alles ausbeuten wollte. Wie in den Tagen der Richter achtete jeder nur auf das, was gut war in seinen Augen. Der große Unterschied zur Zeit der Richter besteht darin, dass die Mittel zur Ausbeutung viel stärker geworden sind. Man hat Maschinen erfunden, die einerseits sehr gut sind, weil sie die Arbeit erleichtern können und dafür sorgen, dass man besser und länger leben kann, aber zugleich wurde auch der Missbrauch und die Ausbeutung erleichtert. Wir leben also ständig im Spannungsfeld von Gebrauch und Missbrauch. Es ist uns alles zum guten Gebrauch gegeben, aber wie oft missbrauchen wir die Natur und andere Menschen. Konkurrenz und günstige Preise sind gut, aber oft gehen sie auf Kosten anderer Menschen, die darunter letztendlich zu leiden haben.

Doch nicht nur materieller Überfluss kennzeichnet unsere Zeit, sondern auch eine geistliche Hungersnot. Die meisten Familien besitzen eine Bibel – viele sogar mehrere – und doch wird sie sehr selten gelesen. Viele sind zufrieden damit, einen einzelnen Vers in den täglichen Losungen zu lesen, der dazu erst noch aus dem Zusammenhang gerissen wird. Wer lernt noch freiwillig Bibelverse auswendig? Viele Predigten kratzen an der Oberfläche und dienen dazu, uns zu unterhalten oder zu belustigen. 500 Jahre nach der Reformation braucht es eine neue Reformation, eine Besinnung auf die Bibel als Gottes Wort. Häufig wird heute gedacht, dass man eine ganze Ausbildung brauche, um die Bibel verstehen zu können. Genau das war es, was vor 500 Jahren ein Problem war. Damals wurde die Bibel in den Gottesdiensten nur auf Latein gelesen. Heute lesen wir sie auf deutsch und denken zugleich, dass man bestimmte Methoden der Bibelwissenschaft anwenden müsse, weil man sie sonst nicht verstehen würde. Was sollen dazu all die Christen denken, die wegen ihres Glaubens weltweit verfolgt werden und von denen viele nur einzelne Bücher der Bibel in eigenhändiger Abschrift besitzen? Möge Gott das Reformationsjubiläum dazu gebrauchen, unsere geistliche Hungersnot zu lindern und uns mutige Reformatoren schenken!

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