Gott am Kreuz, ein Skandal! -|- Andacht von Gundi Hornbruch (Daily-Message-Archiv, 10. Oct 2015)

Daily-Message
Die tägliche Andacht

Andacht Archiv-Nr. 4765

für den 10. Oct 2015 - Autor:

Gott am Kreuz, ein Skandal!

Die Botschaft vom Kreuz ist nämlich für die, die verloren gehen, eine Dummheit, aber für uns, die gerettet werden, ist sie Gottes Kraft.

1. Korinther 1,18 *©*
 

Als ich ein Kind war, hing über meinem Bett immer ein kleines Leuchtkreuz. Mit ein bisschen Licht wurde es ufgeladen und leuchtete dann in der Dunkelheit – das ist mir in Erinnerung geblieben.

Seitdem habe ich viel über dieses Kreuz gehört und auch schon selbst davon gesprochen. Wir sind heute ja durchaus das Kreuz gewohnt. Besonders gerne wird es als Schmuckstück an einer Kette um den Hals getragen. Allerdings wenn es um „die Botschaft vom Kreuz“ geht, scheint Paulus immer noch recht zu haben, wenn er sagt:
Denn die Botschaft vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist’s eine Gotteskraft. (1.Kor 1,18).
Denn die Juden fordern Zeichen und die Griechen fragen nach Weisheit, wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit (1.Kor 1,22-23).

Erinnern Sie sich noch an den sogenannten Kruzifix-Streit vor einigen Jahren? Da wollten Eltern per Gerichtsbeschluss das Kreuz aus Klassenzimmern verbannen. Einige führten z.B. als Argument an, der Anblick eines leidenden Menschen sei für die geistig-seelische Entwicklung ihres heranwachsenden Kindes schädlich. Viele Christen, auch wenn ihnen das Kreuz vielleicht nicht mehr viel bedeutet hat, sind damals sehr schnell und sehr laut dagegen auf die Barrikaden gegangen.
Bei solch einem Streit wird deutlich, dass es beim Kreuz eben nicht nur um ein nettes Schmuckstück geht, das einfach so überall hängt. Das Kreuz ist eigentlich eine absolute Provokation. Es ist und bleibt ein Stein, über den man immer wieder neu stolpert und sich schmerzhaft anstößt. Das Kreuz ist ein „Ärgernis“, auf Griechisch „skandalon“, ein „Stolperstein“.
Die älteste bildliche Darstellung, die wir von einem Kreuz finden, ist eine Wandkritzelei in einer Umkleidekabine eines Gymnasiums in Rom. Die Karikatur zeigt eine Menschengestalt mit einem Eselskopf am Kreuz und einen betenden Menschen daneben. Auf Griechisch steht in die Wand gekratzt die Verspottung eines vermutlich jungen Christen unter den Studierenden: „Alexamenos betet seinen Gott an.“ „Du hast einen total idiotischen Gott“, will die Karikatur sagen, „deine Religion ist ein Nonsens, ein Unsinn.“ Die Tatsache, dass Christen einen Gott anbeten, der einen grausamen Verbrechertod am Kreuz stirbt, erscheint in den Augen eines vernünftigen römischen Bürgers wie blanker Unsinn.

Auch für die Juden ist es nicht vorstellbar. Sie erwarten den Messias als einen Mann der Taten, der im Auftrag Gottes diese Welt verändert und das Paradies auf Erden aufrichtet. Ein Paradies der Freiheit und des Friedens. Das Kreuz ist dagegen der Inbegriff der Schwachheit, des Versagens und der Erniedrigung. Theologisch ist das Kreuz das „Fluchholz“. Der am Kreuz hängt, ist von Gott verflucht und verlassen. Gott selbst kann man sich nicht schwach und sterbend vorstellen.
Das Kreuz ist verwirrend. Es stört. Nicht nur die Ungläubigen. Es zerstört auch unsere Bilder und Vorstellungen von Gott. Denn wir denken uns Gott als einen Mächtigen, der über allem thront. Als jemanden, der am Schaltpult der Welt steht, der alles dirigiert und in der Hand hat. Doch diese Vorstellungen werden durchkreuzt. Gott zeigt sich anders. Ganz anders. Er ist ohnmächtig, hilflos, dem Gespött der Menschen ausgeliefert. In seinem Brief an die Philipper schreibt Paulus:
Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. (Phil 2,6-8)
Durch Jesu Sterben am Kreuz zeigt sich Gott wieder einmal mehr als ein Gott, der keinen menschlichen Erwartungen entspricht. Aber genau das ist das Evangelium, die Freudenbotschaft: Das Kreuz wird zum Inbegriff der Liebe Gottes. Gott selbst trägt die Strafe, die wir verdient hätten. Durch den Tod von Jesus am Kreuz durchkreuzt Gott unsere Schuld. Darum ist es eine „Gotteskraft“, wie Paulus sagt.

Ein Kollege hat es einmal so formuliert: „Jesus leidet und stirbt, weil seine Passion, seine Leidenschaft, der Mensch ist.“ Ich finde, dass macht deutlich, worum es in der Passionszeit geht. Und schließlich bleiben wir ja nicht bei Karfreitag, dem Leiden stehen, sondern das „Frohe Ostern“ schimmert hindurch. Wenn ich mein kleines Leuchtkreuz anschaue, das früher über meinem Bett hing, muss ich daran denken: Gott ist in die Dunkelheit gekommen, um es hell in meinem Leben zu machen. Er ist gestorben, damit ich leben kann! Ich möchte darum beten, dass auch vielen anderen Menschen diese gute Nachricht des Kreuzes aufleuchtet!

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