Klartext-Phobie -|- Andacht von Jörg Bauer (Daily-Message-Archiv, 28. Apr 2015)

Daily-Message
Die tägliche Andacht

Andacht Archiv-Nr. 4600

für den 28. Apr 2015 - Autor:

Klartext-Phobie

''Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel.''

Matthäus 5,37 *©*
 

Es gibt Dinge, die passen einfach nicht zusammen: Gute Miene zum bösen Spiel, Lügen und Wahrheit, Licht und Dunkelheit, Gut und Böse, eine Faust und ein Auge, Großzügigkeit und Geiz, Gott und der Teufel, Gläubige und Ungläubige und vieles mehr. Illusionen, Falschheit, Schauspiel und Lügen haben in unserer Zeit leider Hochkonjunktur. Das findet man im Kleinen (1. Mose 8,21) ebenso wie im Großen. Ob in den Schaltzentralen der großen Firmen, in der Politik oder auch in den Familien, nimmt man es leider mit der Wahrheit nicht immer so genau. Es hat sich regelrecht eine Kultur der Unredlichkeit in das Denken und Reden vieler Menschen eingebrannt. Gott kann man nicht hinters Licht führen wie einen Menschen und jedes Geschöpf ist vor IHM wie ein offenes Buch (Hebräer 4,13). Es bleibt vor Gott nichts verborgen, so steht es geschrieben (Matthäus 10,26). Für mich ist das oft ein wichtiger Trost im Alltag. Wenn ein Mensch nun zum Glauben ans Evangelium kommt, verändert sich einiges bei ihm. Der Heilige Geist verhilft und unterstützt uns, offen und ehrlich zu werden und sich auch selbst zu hinterfragen. Das ist kein Automatismus sondern eine Eigenschaft, die von uns eine gewisse innere Bereitschaft voraussetzt. Wenn man uns zwingen müsste selbstkritisch zu sein, was würde das einbringen? Ein Gebot der Nächstenliebe und der Gerechtigkeit ist es auch, keine falschen Gerüchte zu verbreiten und Menschen nicht zu unterstützen, die sich einer Lüge und falscher Taten schuldig gemacht haben (2. Mose 23, 1-2). Das kann sehr schnell geschehen, daß man aus falscher Scham heraus sich blind stellt. Es mag vielleicht auch Situationen geben, in denen man geneigt ist, um der befürchteten Reaktionen willen, manche Dinge nicht auszusprechen und aufzuzeigen. Und zwar aus dem Grund, weil einige verborgene Realitäten und Wahrheiten für den Betreffenden sehr ernüchternd sein können.

Der Überbringer schlechter Nachrichten macht sich eher keine Freunde (siehe Jeremia 20, 7-10). Von daher überlegt sich mancher, ob er nicht einfach schweigt und sich heraushält um in nichts hineinzugeraten. Menschlich womöglich verständlich, aber ob dies stets im Sinne Gottes ist, wage ich zu bezweifeln! Es erfordert Glaubensmut und Vertrauen Wahrheiten auszusprechen - auch wenn sie auf den ersten Blick eher negativ und betrüblich, sogar gefährlich sind. Mose hat sich vor dem mächtigen Pharao sicherlich auch nicht gerade wie ein Glaubensheld gefühlt, als er ihn aufforderte die Israeliten ziehen zu lassen (2. Mose 5,1). Ich kann mir vorstellen, daß er nur seine Ruhe wollte. Aber Gott war mit ihm und gab ihm Kraft und Fähigkeit zu reden und nicht zu schweigen zu dem Unrecht der Ägypter. Ein Propheten- oder Apostelamt zu haben, war damals wohl alles andere als ein Traumjob. Paulus sagte: ''Denn dass ich das Evangelium predige, dessen darf ich mich nicht rühmen; denn ich muss es tun. Und wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht predigte'' (1. Korinther 9,16)! Aber der Heilige Geist trieb diese Männer und Frauen immer wieder an, Licht ins Dunkle zu bringen und das Innere nach Außen zu kehren und die Wahrheit immer der Lüge vorzuziehen, koste es, was es wolle! Solche Bürden wie sie ein Mose, Jesaja, Jona oder Jeremia, Paulus oder Petrus hatten, haben wir heute nicht mehr. Aber da wo wir jetzt stehen, reden und arbeiten, jeder an seinem Platz, sollen auch wir wahrheitsliebend sein, kritisch, offen, ehrlich und direkt. Wir sollen keine liberalen Positionen einnehmen, sondern wissen auf welcher Seite wir stehen: Nämlich auf der Seite Gottes durch Jesus Christus, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist (Johannes 14,6).

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