Gott hilft -|- Andacht von Joseph Backhaus (Daily-Message-Archiv, 26. Jan 2015)

Daily-Message
Die tägliche Andacht

Andacht Archiv-Nr. 4508

für den 26. Jan 2015 - Autor:

Gott hilft

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne. Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe. Du aber bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels. Unsere Väter hofften auf dich; und da sie hofften, halfst du ihnen heraus. Zu dir schrieen sie und wurden errettet, sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden. Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volke. Alle, die mich sehen, verspotten mich, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf: »Er klage es dem HERRN, der helfe ihm heraus und rette ihn, hat er Gefallen an ihm.« Du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen; du ließest mich geborgen sein an der Brust meiner Mutter. Auf dich bin ich geworfen von Mutterleib an, du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an

Psalm 22,1-11 *©*
 

Ein Beter, irgendwo in Israel: Schlecht geht es ihm, und er findet drastische Bilder, dies zu beschreiben. „Ich bin ein Wurm und kein Mensch mehr.“ - „Alle, die mich sehen, verziehen den Mund und schütteln den Kopf.“ - ''Dem kann keiner mehr helfen, höchstens noch Gott.''
Ist der Mensch krank?
Ist er wirtschaftlich am Ende?
Ist er gesellschaftlich isoliert?
Fühlt er sich nur ausgestoßen oder ist er es tatsächlich?
All das könnte sein. Und darum sind seine Worte und Bilder auch so brauchbar für uns, für jeden, der sich in ähnlichen Situationen befindet; darum ist diese eindringliche Klage zum Lied für viele andere Leidende geworden. Mit ergreifenden Bildern, die bis heute in ähnlicher Weise in Angstträumen vorkommen. Wilde Tiere umringen und bedrohen mich. Da ist kein Entkommen. Ich bin gefesselt an Händen und Füßen und kann mich nicht mehr bewegen. Ich kann alle meine Knochen zählen, bin ausgepowert bis zum letzten. Die Zunge klebt mir am Gaumen – das Reden fällt schwer, die Worte versiegen. Und dann, dann gibt es noch die, die sich an meinem Unglück weiden und ihren Spaß daran haben. Gott, warum siehst du da tatenlos zu?
Diese Bilder können wir wahrscheinlich nachvollziehen. Aber wie sieht es bei uns aus? Wagen wir es wie der Psalmbeter, dies alles so Gott entgegenzuhalten? Uns bei Gott zu beklagen? Fragen wir uns nicht eher: Darf man das denn? Wie kann der Beter das tun? Wie können wir es wagen, Gott anzuklagen?
Und wie lautet meine Antwort darauf? Ja! Ja, wir dürfen Gott anklagen, uns bei ihm beklagen, ihm unser Leid klagen. Ganz dreist wird Gott im Psalm 22 an seine Verantwortung erinnert: „Du hast mich aus dem Mutterleib gezogen.“ Auf dich bin ich geworfen von Geburt an – jetzt fang mich auch auf! Auf dich, Gott, haben unsere Väter und Mütter vertraut – und haben ihre Erfahrungen gemacht. Ihnen hast du geholfen. Nun nimm auch hier und jetzt deine Verantwortung wahr, hilf auch mir! Rette mich vor den Hunden, vor dem Spott der Leute. Mach deinem Namen Ehre und tu, wofür du bekannt und berühmt bist. Und wenn du es tust – dann, ja dann will ich dich auch wieder loben und den Leuten sagen, dass du geholfen hast.
Aufgeschrieben und weitergegeben wurde dieser Psalm, weil Menschen offenbar Hilfe erfahren haben. Wie das geschah, wie sich ihre Not wendete, das wissen wir nicht. Aber so ist der Psalm selbst ein Zeugnis dessen, dass Gebete wohl nicht nur im Raum verhallt sind. Vielleicht ist es ja schon das Aussprechen und Hinausschreien der Not, das befreiend wirkt. Und wo das Fenster auf geht und Licht ins Dunkel kommt, wo die Trauer weicht und neuer Lebensmut einzieht, da hat der Beter dann auch Gründe zu sagen: Ja, du hast mich erhört. Du hast mich wieder ins Weite gestellt. Du hast mich, der ich schon fast tot war wieder ins Leben gebracht, aus der Dunkelheit ins Licht. Eine Erfahrung, die weitergegeben und mit anderen geteilt werden will, die Vertrauen und neues Gebet ermöglicht.
Und diese Erfahrung, dass Gott hilft, dass ich ihm mein Leid klagen darf und mir sicher sein kann, dass er mir dann zu Hilfe eilt, diese Erfahrung wünsche ich uns allen – jeden Tag und immer wieder, unser ganzes Leben lang.

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