Zeit haben -|- Andacht von Joseph Backhaus (Daily-Message-Archiv, 28. Jun 2012)

Daily-Message
Die tägliche Andacht

Andacht Archiv-Nr. 3566

für den 28. Jun 2012 - Autor:

Zeit haben

Es ist alles ganz eitel, sprach der Prediger, es ist alles ganz eitel. Was hat der Mensch für Gewinn von all seiner Mühe, die er hat unter der Sonne? Ein Geschlecht vergeht, das andere kommt; die Erde aber bleibt immer bestehen. Die Sonne geht auf und geht unter und läuft an ihren Ort, dass sie dort wieder aufgehe. Der Wind geht nach Süden und dreht sich nach Norden und wieder herum an den Ort, wo er anfing. Alle Wasser laufen ins Meer, doch wird das Meer nicht voller; an den Ort, dahin sie fließen, fließen sie immer wieder. Alles Reden ist so voll Mühe, dass niemand damit zu Ende kommt. Das Auge sieht sich niemals satt, und das Ohr hört sich niemals satt.

Prediger 1,2-8 *©*
 

Geht es Ihnen vielleicht ähnlich wie mir? Geraten Sie auch immer wieder mit der Zeit in Schwierigkeiten? Scheinbar läuft sie mir nur so davon und ich hinke hinterher. Häufig fehlt es mir an Zeit. ''Ich habe keine Zeit!'' – ein von mir recht oft gebrauchter Satz in letzter Zeit.
Es scheint so, als verginge die Zeit heute viel schneller als früher. Und doch: die Uhren gehen heute nicht schneller als damals. Sind wir also nicht mehr Herr über die Zeit, über unsere ganz persönliche Zeit?
Arbeit von früh bis spät, Hektik und Betriebsamkeit auf allen Wegen, Stress bei allen Dingen, die wir tun. Wir finden da einfach nicht mehr heraus. Natürlich hat jeder Tag für uns seine Aufgaben in der Familie, im Beruf und anderswo. Und das ist auch gut so. Nur - so stelle ich immer wieder fest – mache ich (und wahrscheinlich nicht nur ich!) oft genug den Fehler, möglichst viel auf einmal machen zu wollen, möglichst alles, was anfällt, in kürzester Zeit erledigen zu wollen. ''Multi-Tasking'' glaube ich, heißt das auf Neuhochdeutsch.
Und mal ganz ehrlich: Geht es Ihnen nicht genauso: Wir lassen Angefangenes liegen und wenden uns bereits neuen Dingen zu. Das aber kann nicht gut gehen. Freude an unserem Tun ist dann auch nicht mehr vorhanden. Schnell wachsen uns die Arbeit und die damit verbundenen Aufgaben über den Kopf. Und schließlich verlieren wir die Lust und den Überblick. Gereiztheit und Nervosität sind die Folge.
Würden wir vielleicht erst einmal in Ruhe überlegen, was wichtig und weniger wichtig ist und dadurch später erledigt werden kann, hätten wir sicher schon eine Menge Zeit gewonnen. Und das Wichtige könnten wir in Ruhe und ordentlich erledigen. Wir können uns nicht ständig überfordern – ''Burn Out'' ist das Schlagwort.
Aber: Verfügen wir denn überhaupt über freie Zeit, über Zeit für uns? Das Leben schließt doch noch vieles andere in sich ein, als nur das Arbeiten. Zum Leben gehört neben der Arbeit auch das Ausruhen, das abschalten können, das sich den kleinen liebenswerten Dingen des Daseins zuzuwenden. Auch Gott hat nach 6 Tagen der Schöpfung geruht am siebten Tag – und nicht umsonst hatte das Volk Israel dieses strenge Sabbatgebot.
Ja, zu all unseren vielen Tätigkeiten muss ein Ausgleich vorhanden sein. Was jeder zum Ausgleich und zur Erholung von der Arbeit tut – dafür ist jeder selbst verantwortlich, ganz individuell nach seinen Wünschen und Bedürfnissen.
Der Tag wird unweigerlich kommen, da zieht uns unsere berufliche Tätigkeit in den Sog der Eintönigkeit, obwohl wir sie sonst gerne tun. Selbst unsere Aufgaben in der Familie, unser Leben im Rentenalter sind davon nicht ausgeschlossen. Wir müssen bewusst auch einmal ''Nein!'' sagen können zu unserer Betriebsamkeit, einmal ausbrechen aus dem alltäglichen Einerlei und uns anderen Dingen zuwenden, für die wir sonst keine Zeit haben.
Unser Körper signalisiert uns dies immer wieder. Alles zu seiner Zeit. Dann wird sie uns auch nicht ständig davonlaufen oder wie Sand durch die Finger rinnen. Dann wird sie plötzlich für uns da sein. Unser Leben kann so erfüllter, ruhiger und ausgeglichener werden. Denn nun bleibt uns - wie erstaunlich - auf einmal noch Zeit übrig. Zeit sogar zum Feiern. Das Leben ist mehr als nur Mühsal und Schweiß, Pflichterfüllung und Sorge ums tägliche Brot. Ohne Pausen können wir nicht weitermachen.

Mit deiner Hände Arbeit, Herr, hast du zwanzig Jahre deines Lebens zugebracht.Du hast Holz verarbeitet, hast Bretter zugeschnitten, hast Pflüge ausgebessert.Du warst ein Handwerker. Du warst den einfachen Menschen ganz nahe: ob es Hirten waren, ob Bauern oder Fischer, ob Winzer, Hausfrauen, Vorgesetzte oder Taglöhner. Alle lagen dir am Herzen.Schau auf unsere Welt.Millionen Arbeitsloser und Fremder, die Arbeit suchen, Menschen, die Angst vor der Zukunft haben, findest du hier, ebenso wie andere, die froh sind über ihre Arbeit und solche, die ausgebeutet werden und wieder andere, die für die Zukunft der Menschen kämpfen.Gib uns Mut uns für unsere Welt einzusetzen, aufmerksam zu sein, offen für soziale Probleme.
Hilf uns, nicht zu urteilen, bevor wir verstehen, und unseren Teil beizutragen für eine Welt, in der Recht und Gerechtigkeit regieren. Amen

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