Knecht Gottes sein -|- Andacht von Joseph Backhaus (Daily-Message-Archiv, 09. Apr 2012)

Daily-Message
Die tägliche Andacht

Andacht Archiv-Nr. 3486

für den 09. Apr 2012 - Autor:

Knecht Gottes sein

Seht, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Ge-fallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Völkern das Recht. Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Straße erschallen. Das ge-knickte Rohr zerbricht er nicht, und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht. Er wird nicht müde und bricht nicht zusammen, bis er auf der Erde das Recht begründet hat. Auf sein Gesetz warten die Inseln. ... Ich, der Herr, habe dich dazu bestimmt, der Bund für mein Volk und das Licht für die Völker zu sein: blinde Augen zu öffnen, Gefangene aus dem Kerker zu holen und alle, die im Dunkel sitzen, aus ihrer Haft zu befreien

Jes 42,1-7 *©*
 

Entschieden seltsame Angewohnheiten hat er manchmal schon, der liebe Gott, wenn es ihm darum geht, uns seine Wertschätzung zu zeigen. Dass wir auch als Erwachsene seine Kinder sein sollen, dass wir die Schäfchen seiner Herde sein sollen, daran haben wir uns wohl weitestgehend gewöhnt. Kind Gottes sein, Schaf in der Herde des Guten Hirten sein – ja, das ist doch was, worauf man stolz sein kann, aber „Knecht Gottes''? Wer ist schon gerne Knecht? Herr zu sein, etwas zu sagen zu haben, befehlen zu können - das liegt uns eher, aber Knecht sein, gehorchen müssen, nein Danke! Die Schlagworte unserer Tage lauten doch Emanzipation, Gleichberechtigung, Brüderlichkeit, nicht Dienen, Gehorchen, Nichts-zu-sagen-haben!
Sind wir also als Knechte Gottes zu Lakaien eines Tyrannen degradiert? So will es uns scheinen, aber genau das ist in der Bibel eben nicht der Fall. Ein Knecht, das war in den Tagen des Alten Testaments eben kein Sklave, kein Ehrloser - im Gegenteil: Knecht zu sein bedeutete im Alten Orient geradezu eine Ehre, denn dort, wo der Knecht zu handeln hatte, handelte er im Auftrag, in der Vollmacht, als Stellvertreter - im modernen Sprachgebrauch: als Prokurist - seines Herrn. Als Knecht Gottes hat man sozusagen immer Prokura fürs Leben, und das klingt schon anders, ist wohl annehmbarer und akzeptabler für uns moderne Menschen, als die Vorstellung, ein recht- und willenloser Sklave zu sein. Als Knecht Gottes, d.h. als Stellvertreter Gottes sollen wir etwas von seinem Heil, von seiner Freude und seinem Frieden in die Welt hineintragen.
Nun ist es nur zu verständlich, wenn die meisten von uns bei einem so großen Anspruch vielleicht zunächst die Segel streichen möchten und sagen: ''Ach du lieber Gott, du kennst mich ja. Ausgerechnet ich Schwester Springinsfeld, ich Bruder Leichtfuß soll dein Stellvertreter sein? Du bist doch allwissend, du kennst doch sicher Menschen, die geeigneter sind als ich. Greif doch bitte auf die zurück; mit mir blamierst du dich doch nur.''
Aber bei Jesaja steht, dass Gott seinen Knecht schon vom Mutterschoß an berufen hat, dass er ihn deshalb so brauchen kann, wie er in die Welt gekommen ist. Gott sucht keine Halbgötter, keine unfehlbaren und fehlerfreien Helden, nein, er sucht Menschen, die trotz ihrer Schwäche bereit sind, etwas von der Liebe weiterzugeben, mit der sie geschaffen wurden, und von der Verzeihung und Nachsicht, mit der Gott ihre Fehler erträgt, ihre Schuld vergibt.
Und wie der Knecht Gottes seiner Arbeit nachzugehen hat, das beschreibt Jesaja mit drei Tätigkeitsworten: aufrichten, heimführen, Heil verkünden.
''Aufrichten'', das beginnt damit, dass ich wach werde für den, der nicht mehr weiter weiß, der am liebsten den Löffel abgeben möchte.
''Heimführen'', das ist nicht die spektakuläre Rettungstat an einem großen Sünder, sondern das sind zunächst einmal die kleinen Schritte, die ich mit jemandem gehe, der nicht mehr an das Gute in sich glaubt, dem ich aber dadurch zeige, dass er doch nicht der totale Sünder und Versager ist.
''Heil verkünden'', das heißt nicht, dass ich mit der Gitarre auf dem Marktplatz den Leuten Lieder von der Liebe vorträllere; Gottes Heil verkünden, das fängt damit an, dass ich mich nicht mehr vor meinem Arbeitskollegen dafür entschuldige, dass ich noch immer nicht aus dieser anscheinend alt gewordenen Kirche ausgetreten bin; dass ich mich vor den Kollegen im Verein nicht davor rechtfertige, dass ich Son ntags zum Gottesdienst gehe. Gottes Heil verkünden, das kann bedeuten, dass ich im Gespräch zugebe, dass dieser Gott für mich der einzige ist, dass dieser Gott der ist, bei dem ich mich angenommen und jederzeit bejaht fühle.
Ja, so will es mir scheinen, Knecht Gottes zu sein, ist doch gar nicht so schlecht; im Gegenteil, Knecht Gottes zu sein, das ist meiner Meinung nach eine der großartigsten Karrieren die man heutzutage machen kann.


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