Gottes Gnade ist genügend -|- Andacht von Jonas Erne (Daily-Message-Archiv, 10. Nov 2010)

Daily-Message
Die tägliche Andacht

Andacht Archiv-Nr. 2970

für den 10. Nov 2010 - Autor:

Gottes Gnade ist genügend

Deswegen habe ich dreimal den Herrn gebeten, dass er ablassen möchte, und Er hat zu mir gesagt: Lass dir an Meiner Gnade genügen, denn Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.

2. Kor. 12, 8 - 9a *©*
 

Auch der Apostel Paulus, der viele christliche Gemeinden gegründet hatte, musste solche Zeiten erleben. Er durchlitt Verfolgung, Gefängnisstrafen, Schiffbruch auf dem Meer, einmal wurde er gesteinigt, und er musste viele Schmerzen erdulden. Es gab Zeiten, in denen er es fast nicht mehr aushielt. Die Schmerzen waren so stark, dass er sie wie starke Faustschläge und wie ein Pfahl im Körper empfunden hat. Was wir da sehen, ist nicht der starke, unerschütterliche Apostel Paulus, der unbeirrt die Welt missioniert. Auch er hatte seine Schwächen und Zweifel. Da können wir von ihm lernen: Wir dürfen zu unserer Schwachheit stehen. So wie Paulus sich in seinem Leid an Gott gewandt hat, dürfen wir dies auch tun. Wir dürfen Gott bitten, uns beizustehen. Gott ist es nicht egal, wie es uns geht. Oft ist Er auch gerne bereit, uns zu heilen. Gott sagt von Sich Selbst: Ich bin der Herr, dein Arzt. Aber selbst wenn Gott unser Gebet nicht sofort erhört, dürfen wir trotzdem dranbleiben und Ihn weiterhin um Hilfe bitten. Paulus hat Gott so lange bestürmt und gebeten, bis er eine Antwort bekam.

Gott hilft uns gerne, aber Er tut es auf Seine Weise und zu Seiner Zeit, nicht immer so, wie wir es gerne hätten. Paulus bekommt folgende Antwort: „Lass dir an meiner Gnade genügen.“ Das heißt: Gottes Gnade ist immer ausreichend und sie ist größer als unsere schlimmsten Zeiten. Er hat alles in Seiner Hand und lässt nicht zu, dass jemand über Gebühr belastet wird. Oft geht der Schmerz bis an die Grenze unserer Belastbarkeit, aber nie darüber hinaus. Gott will uns in jedem Leid auch zugleich die Kraft geben, um es durchstehen zu können. Genau da, wo wir selbst schwach sind, kann Gott anfangen, Seine Kraft sichtbar zu machen. Wenn wir immer ein schönes Leben ohne Leid und Schmerzen hätten, könnten wir ja auch ohne Gottes Hilfe leben. Aber gerade die Menschen, die durch viele Durststrecken hindurch müssen, können Gottes Kraft und Hilfe anderen Menschen zeigen. Bei ihnen sieht man, wie Gott ihnen hilft und sie führt. Gott sagt zu Paulus: „Meine Kraft wird in den Schwachen mächtig.“ So sucht Gott Sich immer wieder schwache Menschen aus, um an ihnen Seine Kraft zu zeigen. Menschen, die gelernt haben, aus Gottes Kraft heraus zu leben, fallen auf. Ihr Leben ist anders als das der modernen Selbstmitleidsgesellschaft.

Ich selbst bin seit 12 Jahren hochgradig schwerhörig. In diesen Jahren habe ich auf viele Dinge verzichten müssen, die mir bis anhin wichtig waren. Ich hatte schon immer gerne Musik gespielt und gehört, das ist seither nur noch bedingt möglich. Aber Gott gibt mir jeden Tag so viel Freude am Leben, dass ich schon oft gefragt wurde, warum ich denn trotzdem so fröhlich sei. Gottes Kraft macht gerade uns schwache Menschen zu fröhlichen Leuten. Menschen, die Gott und Seine Möglichkeiten gut kennen, wissen, dass sie ihre Kraft jeden Tag aus dem Gebet zu Gott und aus der Bibel bekommen. Durch die Bibel will Gott zu uns sprechen. Und Er hat uns noch viel zu sagen. Im täglichen Kontakt mit Gott bekommen wir eine Freude am Leben, die alle Schwierigkeiten übersteigt. Auch die täglichen Andachten und Sonntagsgottesdienste sind eine gute Gelegenheit, um Gott noch besser kennenzulernen und sich neu mit Gottes Kraft und Freude erfüllen zu lassen.

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