Sanftmütiger Geist -|- Andacht von Jörg Bauer (Daily-Message-Archiv, 10. May 2010)

Daily-Message
Die tägliche Andacht

Andacht Archiv-Nr. 2786

für den 10. May 2010 - Autor:

Sanftmütiger Geist

''Liebe Brüder, wenn ein Mensch etwa von einer Verfehlung ereilt wird, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, ihr, die ihr geistlich seid; und sieh auf dich selbst, dass du nicht auch versucht werdest''.

Galater 6,1 *©*
 

Das Gegenteil von einem sanftmütigen Geist ist wohl so etwas wie ein grobschlächtiger Geist. So jemand wäre rigoros in seinen Beurteilungen und Verurteilungen. Es wäre ihm vermutlich auch ziemlich egal, warum, wieso und wodurch eine Verfehlung stattgefunden hat und zustande kam. Eine Hilfe wäre so ein Auftreten für einen Betroffenen nicht. Eher eine zusätzliche Belastung. Die Frage ist, wie gehen wir als Christen geistlich mit so einer Situation um? Gehen wir überhaupt geistlich damit um? Man kann hier auch sehr irdisch, hochmütig und selbstgerecht sich verhalten. Mit einer entschlossenen, heiligen Gelassenheit (ich nenne es mal Sanftmut) kann man bestimmt mehr erreichen. Ich glaube, wir können von anderen Christen auch nur dann tatsächlich etwas annehmen und auch einsehen, wenn sie sich entsprechend sanft, interessiert und nüchtern zeigen. Wer nur mit erhobenem Zeigefinger und oberflächlicher Kritik daher kommt, hat eigentlich schon verloren. Bestes Vorbild ist unser Heiland selbst, der von sich die bekannten Worte sagt: ''Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken! Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen! Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht'' (Matthäus 11, 28-30). Die Kraft, die aus sanftmütigen Worten kommt, bewirkt viel mehr, als jeder aufgeblasene Wortschwall aus einem hartherzigen Gemüt (1. Korinther 4, 19-21). Da haben wir persönlich sicherlich auch die eine oder andere Erfahrung am eigenen Leibe gespürt? Über jedes unnütze Wort müssen wir vor Gott einmal Rechenschaft ablegen (Matthäus 12,36). Und wie viele Worte werden dann gerügt werden, die aus einem unbarmherzigen Geist heraus ausgesprochen wurden? Gerade auch unseren eigenen Glaubensgeschwistern gegenüber, die wie wir fehlbare aber dennoch gläubige Menschen sind.

Wie viel Unbedachtes und Überflüssiges kam da schon aus unserem Mund heraus? Worte sind wie Waffen und was einmal ausgesprochen wurde, kann nicht mehr zurückgeholt werden. Daran sollten wir denken, bevor wir vielleicht Schaden und zusätzliche Not bei anderen auslösen und bewirken. Man kann tatsächlich klare Worte und Ermahnung in einer sanftmütigen Art und Weise vermitteln, ohne gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. So kann man sich schnell Feinde machen. Von Natur aus sind wir Menschen eher nicht sanftmütig. Aber als neu geborene Menschen haben wir den Geist Gottes erhalten (2. Korinther 1,22). Darauf dürfen (sollen) wir dann auch setzen im Umgang miteinander. Heutzutage kommuniziert man auch über das Internet und per Mail oder Telefon. Das verführt manchmal allzu schnell, unbedachte Worte zu sagen oder zu schreiben, weil man sich in einer gewissen Anonymität wähnt und ja auch ist. Das ist eine Gefahr, den Gegenüber (den man kaum kennt) nur noch als Fehlerquelle oder imaginäre Person wahrzunehmen und leichtfertig abzustempeln. Vieles Gesagte bleibt dann unsachlich, oberflächlich, voreilig und unpersönlich. Wer sich auf Menschen die Probleme haben, wirklich einlässt, wird feststellen, daß deren Sorgen, Nöte und Verfehlungen nichts sind, was mich selbst nicht ebenso ereilen kann. In 1. Korinther 10, 12-13 lesen wir entsprechend: ''Darum, wer meint, er stehe, der sehe zu, daß er nicht falle! Es hat euch bisher nur menschliche Versuchung betroffen. Gott aber ist treu; er wird nicht zulassen, daß ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern er wird zugleich mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen, so daß ihr sie ertragen könnt''. Wer so eingestellt ist, kann dann ebenso sanftmütig wie geistlich sein.

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